Grundlegegende Informationen Der Vorstand im Dialog

Der Vorstand im Dialog

Achim Weick Robert Wirth
Achim Weick Vorstandsvorsitzender der EquityStory AG Robert Wirth Vorstand der EquityStory AG

Die EquityStory AG hat das Jahr 2007 mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Sind Sie mit dem Geschäftsjahr zufrieden?

Achim Weick: „Es war ein ausgezeichnetes Jahr für die EquityStory AG. Das Zahlenwerk ist hervorragend. Wir haben den Umsatz um über 70 Prozent gesteigert, den Konzernjahresüberschuss um 150 Prozent. Aber das ist ja nicht alles. Wir haben einen ersten Schritt ins Ausland gemacht und mit Akquisitionen den Grundstein für weiteres Wachstum gelegt. Auch intern wurden zahlreiche Verbesserungen vorgenommen, die sich noch auf Jahre hin auszahlen werden.

Was meinen Sie damit genau?

Achim Weick: „Zum Beispiel die Automatisierung der Rechnungsläufe mit sofortiger Verknüpfung im CRM-System, die Umstellung der Rechnungslegung gemäß IFRS, die Weiterentwicklung unseres Controlling- Systems, der Ausbau der Web- Entwicklung und die Aufstockung unseres Vertriebsteams – das alles ist nach außen hin unsichtbar, sorgt aber intern für die Freiheit, das Geschäft weiter voranzubringen.“

Wie soll das Geschäft weiter vorangebracht werden?

Robert Wirth: „Wir haben fünf Wachstumstreiber definiert. Up- Selling, Cross-Selling, die geographische Expansion, Akquisitionen im Kerngeschäft und ganz neu den Bereich Online Corporate Communications. Im Jahr 2007 standen Up-Selling und Cross-Selling nicht so stark im Vordergrund. Das lag einzig und allein am starken Neukundenwachstum. Wir haben im Jahr 2007 mehr als 200 neue Kunden gewonnen. Die musste unser Vertrieb erstmal versorgen.“

Das Neukundenwachstum müsste sich doch im Zeichen der Krise an den Finanzmärkten und den damit ausbleibenden Börsengängen deutlich verlangsamen?

Achim Weick: „ Das ist generell richtig. Man sieht ja, dass es in den ersten Wochen des Jahres bei Börsengängen sehr mau ausgesehen hat. Wir fangen das mit Up-Selling und Cross-Selling auf, da unser Vertrieb nun mehr Zeit für eine intensivere Beratung unserer Bestandskunden hat. Zudem wurde im vergangenen Achim Weick Vorstandsvorsitzender der EquityStory AG Robert Wirth Vorstand der EquityStory AG Jahr ein neues Gesetz verabschiedet, welches uns ein großes Potential an Neukunden ermöglicht. Alle Kapitalgesellschaften in Deutschland müssen ihre Jahresabschlüsse beim elektronischen Bundesanzeiger einreichen. Wir haben dafür eine für Firmen sehr interessante Lösung entwickelt.“

Robert Wirth: „Bis jetzt haben wir in diesem Bereich schon über 125 Neukunden gewonnen. Der Erfolg hat uns ermutigt, das Geschäftsfeld strategisch anzugehen und als Online Corporate Communications deutlich auszubauen. Unser Potential ist hier riesig, denn wir sprechen hier sämtliche Kapitalgesellschaften an und nicht nur börsennotierte Unternehmen.“

Als Sie mit 25 Prozent plus eine Aktie bei der ARIVA.DE AG eingestiegen sind und anschließend das Finanzportal financial. de übernommen haben, war das für einige Investoren überraschend. Können Sie uns die Strategie noch näher erläutern?

Achim Weick: „Wir wollen künftig am Markt für Online-Werbung partizipieren. Die Internetnutzung steigt stetig und hat das Medium Radio bereits überholt. Es liegt auf der Hand, dass nach und nach immer mehr Geld in den Online- Werbemarkt fließen wird. Im Finanzbereich kann man generell die höchsten Werbepreise erzielen, da es sich hier für Werbungtreibende um die interessanteste Zielgruppe handelt. Und der Einstieg bei ARIVA.DE kam gerade rechtzeitig, wenn man sich die Details des OnVista-Deals ansieht. ARIVA ist für uns eine strategische Beteiligung, mit der wir die Tür zum Online- Werbemarkt aufgestoßen haben. Aber nicht nur das: ARIVA.DE verfügt über ein Baukastensystem mit hervorragenden Tools zum Bau von Finanzportalen, was uns beim Ausbau von financial.de zugute kommt. Die Gründer von ARIVA.DE haben noch viel vor und sind mit Herz und Leidenschaft ARIVANER - der Verkauf der 25 Prozent war für sie schon schwer genug. Eine Aufstockung im großen Stil ist daher vorerst zwar nicht geplant, dennoch haben wir ein Vorkaufsrecht auf die restlichen Anteile, von dem wir auch schon in geringem Umfang Gebrauch gemacht haben.“

Robert Wirth: „Viele Investoren haben uns aufgrund der starken Marktstellung der DGAP in die Meldepflichten-Schublade gesteckt. Aber die EquityStory AG ist ja seit jeher ein ganzheitlicher Dienstleister. Sowohl die Beteiligung an ARIVA.DE als auch financial.de wird uns bei der Akquise neuer Kunden unterstützen. Wir verfügen nun im Online-Bereich über sämtliche Distributionskanäle. Wir wollen financial.de als unverzichtbare Informationsquelle im Bereich Small Cap – Unternehmen und Rohstoffe positionieren. Auf diese Weise können wir für kleinere deutsche Aktiengesellschaften Mehrwehrt liefern und wir erschließen uns Mediabudgets von nordamerikanischen Unternehmen, die bislang nur Corporate News mit uns verbreiten. Um ihre Aktionärsbasis zu verbreitern, schalten die größten Goldproduzenten der Welt ganzseitige Werbeanzeigen in kanadischen und amerikanischen Tageszeitungen – das ist dort ganz normal – und von diesem Mediakuchen möchten wir anfangs ein paar Krümel für financial.de und später dann ein Stück Torte.“

Alle Prognosen, die Sie im Jahresverlauf aufgestellt haben, wurden nach oben hin übertroffen. Welche Ziele haben Sie sich für das Jahr 2008 gesetzt?

Achim Weick: „Lassen Sie es mich so beantworten: unser Ziel ist ein durchschnittliches Wachstum von 30 Prozent pro Jahr. Da wird man mal darüber und mal ein bisschen darunter liegen. Die letzten Jahre lagen wir meist weit darüber. Dabei streben wir eine EBIT-Marge von 30 Prozent an. In diesem Jahr wird es deutlich schwieriger werden, 30 Prozent Umsatzwachstum zu schaffen. Das liegt zum einen am noch nicht erfolgten Start unseres ungarischen Joint-Ventures und an der Zurückhaltung bei den Mediabuchungen, die auf das schwierige Umfeld an den Finanzmärkten zurückzuführen sind. Andererseits erschließen wir uns mit unserem neuen Geschäftsfeld Online Corporate Communications einen völlig neuen Markt und auch die Einreichung von Zwischenberichten und Jahresabschlüssen beim Unternehmensregister und elektronischen Bundesanzeiger für unsere börsennotierten Kunden ist ein durchschlagender Erfolg. Dieser Service allerdings wird hauptsächlich im vierten Quartal 2008 abgerechnet und daher ist der Umsatz und das Ergebnis nicht mehr ganz so einfach planbar wie im letzten Jahr. Das vierte Quartal wird im Jahresverlauf wohl das Stärkste sein. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Steuerkomponente. Wir werden im Jahr 2008 aufgrund der Unternehmenssteuerreform eine deutlich geringere Steuerquote von nur noch 33 Prozent haben, die unser Ergebnis deutlich positiv beeinflussen wird.

Der Hauptversammlung wird erstmals eine Dividende vorgeschlagen. Und die fällt mit EUR 0,50 ganz schön üppig aus. Welche Gründe gaben den Ausschlag für eine Dividende und kann diese auch die nächsten Jahre gehalten werden?

Achim Weick: „Wir haben vielfache Signale unserer Investoren erhalten, die im angespannten Börsenumfeld Ausschüttungen als stabilisierendes Element erachten und denen Mittelzuflüsse in Fonds sehr gut tun. Bei unserem starken Cash Flow und unserer hohen Eigenkapitalquote ist eine Dividendenausschüttung bis zu einem Drittel des Jahresüberschusses angemessen, ohne die Wachstumsziele zu gefährden. Das Akquisitionsdarlehen für die financial.de AG ist fast vollständig getilgt. Und wir erschließen uns neue Aktionärsgruppen. Gerade Privatanleger achten auf Dividendenausschüttungen. Die Aufnahme der Dividendenzahlung ist also folgerichtig und soll beibehalten werden.“

Vielen Dank für das Gespräch.

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