Geschäftsbericht 2009

10 KONZERNLAGEBERICHT Umfeld Gesamtwirtschaft Im vergangenen Jahr brach die Konjunktur massiv ein. Besonders im Winter 2008/2009 litt Deutschland unter der schlimmsten Rezession der Nachkriegszeit. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts reduzierte sich das preisbereinigte Brutto- inlandsprodukt 2009 um 5,0 Prozent. Der deutschen Wirtschaft machte vor allem der starke Rückgang des Außenhandels sehr zu schaffen. Eine moderate Auf- wärtsentwicklung zeigte sich lediglich beim Konsum. Die Ausgaben der privaten Haushalte im Inland stiegen nicht zuletzt infolge der Abwrackprämie im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Im Jahresverlauf zeichnete sich allmählich eine Erholung der Lage ab. Inzwischen hat sich das wirtschaftliche Klima in allen großen Wirtschaftsregionen aufgehellt. Versicherungswirtschaft Trotz der schwachen gesamtwirtschaftlichen Ent- wicklung erhöhte sich das Beitragsaufkommen der deutschen Versicherungsunternehmen. Insgesamt verzeichnet der Gesamtverband der Deutschen Ver- sicherungswirtschaft (GDV) für das Jahr 2009 einen Anstieg der Prämieneinnahmen von etwa 4,1 Prozent. In der Schaden- und Unfallversicherung blieb der heftige Konjunktureinbruch nicht ohne Wirkung. Die Beitragseinnahmen erreichten lediglich das Vorjahres- niveau. Auch die Ertragsaussichten haben sich vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise eingetrübt. Die marktweite Combined Ratio (Schaden-/Kostenquote) verschlechterte sich 2009 um 2 Prozentpunkte auf rund 97 Prozent. Wachstumsträger waren die Lebens- und die private Krankenversicherung. Insbesondere die Lebensversicherer profitieren offensichtlich von dem höheren Sicherheitsbedürfnis ihrer Kunden in Zeiten der Krise. Andererseits wird es zunehmend schwerer, reguläre Abläufe durch Neugeschäft zu kompensieren. Hinzu kommen vorzeitige Stornierungen, die zuletzt eine eher steigende Tendenz aufweisen. Der GDV meldet in der Lebensversicherung eine Zu- nahme der Beitragseinnahmen um 7,1 Prozent. Als zentraler Wachstumstreiber erwies sich wieder das starke Neugeschäft mit Einmalbeitragsversicherungen. Bei den privaten Krankenversicherern erhöhten sich die Beitragseinnahmen auf rund 31,5 (i.V. 30,3) Mrd €. Der Verband der Privaten Krankenversiche- rung (PKV) erwartet einen Anstieg der ausgezahlten Versicherungsleistungen auf 21,4 (i.V. 20,2) Mrd €. Das Neugeschäft war von Sondereffekten geprägt: Zum 1. Januar 2009 trat die Pflicht zur Versicherung in Kraft. Aufgrund der Regelungen der Gesundheits- reform entschieden sich außerdem viele gesetzlich Ver- sicherte für einen Wechsel zu einem privaten Anbieter. Der Rückversicherungsmarkt erholte sich im Jahr 2009 deutlich. Dies lag vor allem an der erheblich niedrigeren Belastung aus Katastrophenschäden. Kapitalmärkte Die Kapitalmärkte begannen das Jahr 2009 mit einem klassischen Fehlstart. Im ersten Quartal rutschten die Aktienkurse der DAX-Werte um mehr als 20 Prozent in den Keller, bevor es Mitte März zu einem nachhal- tigen Wendepunkt kam. Grund hierfür waren Anzei- chen einer konjunkturellen Stabilisierung. Fiskal- und geldpolitische Maßnahmen zeigten erste Wirkung, das Vertrauen kehrte allmählich an die Märkte zurück. Seit- dem stiegen die Aktienkurse kontinuierlich an; der DAX beendete das Jahr mit einem Plus von knapp 24 Pro- zent. An den Rentenmärkten profitierten insbesondere Unternehmensanleihen von der starken Nachfrage nach Zinsträgern mit Renditeaufschlägen gegenüber Staats- anleihen. In der Folge schmolz deren Renditedifferenz auf ein Niveau wie zu Beginn der Finanzmarktkrise. Im Gegenzug zog die Rendite für zehnjährige deut- sche Staatsanleihen im Jahresverlauf von 2,94 Prozent auf 3,39 Prozent an. Die Renditen für kurzfristig angelegte Gelder allerdings folgten den Leitzinssen- kungen und notierten am Jahresende nahe 0 Prozent.

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