15SCHADEN- UND UNFALLVERSICHERUNG SEGMENTBERICHTERSTATTUNG KONZERNLAGEBERICHT Geschäftsjahr 2009 weitgehend zu unseren Gunsten verlaufen. Die meisten Verfahren, die von den Kammern des Landgerichts Hannover entschieden wurden, gewannen wir vollständig. Daneben gab es wenige Urteile, in denen den Klagen zu weniger als der Hälfte der geltend gemachten Forderungen stattgegeben wurde. Lediglich zwei Klagen sind erst- instanzlich gegen uns entschieden worden. Diese Urteile weisen allerdings gravierende Mängel auf, sodass sie aus unserer Sicht keinen Bestand haben werden. Eine Entscheidung derselben Kammer aus dem Jahr 2008 ist inzwischen rechtskräftig durch das Oberlandesgericht Celle in eine Klageabweisung abgeändert worden. Gegen die stattgebenden Entscheidungen haben wir Berufung zum Oberlandesgericht Celle eingelegt. Von den dort anhängigen Verfahren sind nunmehr 19 Entscheidungen zu unseren Gunsten ergangen; davon sind sechs Entscheidungen inzwischen rechts- kräftig. Das Oberlandesgericht Celle hat in seiner gefestigten Rechtsprechung bestätigt, dass in den meisten Verfahren schon keine Anhaltspunkte für einen Verlust auf der Transportstrecke vorliegen, in jedem Fall aber infolge der Anfechtung wegen arglistiger Täuschung kein Anspruch aus dem ehe- maligen Versicherungsvertrag vorhanden ist und auch im Übrigen keine Schadensersatzpflicht besteht. Ebenso hat das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg das erste stattgebende Urteil des Land- gerichts Hamburg abgeändert und die Klage mangels Vorliegen eines Versicherungsfalls auf der Transport- strecke abgewiesen. Die Revision wurde von beiden Oberlandes- gerichten in allen Entscheidungen nicht zugelassen, da es sich um die Bewertung eines individuellen Sachverhalts handelt, der mit Entscheidungen anderer Oberlandesgerichte in ähnlichen Verfahren nicht vergleichbar ist. Hiergegen wurden von ca. einem Dutzend Anspruchsteller Nichtzulassungsbeschwerden beim BGH erhoben. Darüber hinaus sind mehr als 30 erstinstanzliche Verfahren durch rechtskräftige Klageabweisungen oder Klagerücknahmen beendet worden. Kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist zum Jahresende haben noch einige Anspruchsteller ihre Forderungen rechtshängig gemacht. Wir müssen uns daher weiter- hin in mehr als 60 Verfahren intensiv mit diesem Schadenereignis auseinandersetzen. Unser eigenes Expertenteam ist gemeinsam mit den beauftragten Anwälten und Wirtschaftsprüfern unverändert tätig, um Fragen aufzuklären, die sich aus den laufenden Verfahren ergeben. Kapitalanlagen Der Kapitalanlagenbestand der Mannheimer Ver- sicherung AG ging im Berichtszeitraum auf 404,6 (i.V. 413,4) Mio € zurück. Die Kategorie Darlehen und übrige Ausleihungen reduzierte sich leicht auf 326,8 (i.V. 335,8) Mio €. Hier bildet das Namens- titel- und Schuldscheinportfolio mit zusammen 293,9 (i.V. 294,1) Mio € weiterhin den Anlageschwerpunkt. Die Aktienquote beträgt 3,8 (i.V. 3,4) Prozent. Die Mannheimer Versicherung AG erzielte ein Kapitalanlageergebnis von 12,3 (i.V. 18,9) Mio €. Der Rückgang erklärt sich im Wesentlichen aus dem geringeren Kapitalanlagevolumen und den deutlich gesunkenen Erträgen. Das Abschmelzen der Erträge liegt zum einen an den niedrigeren Kapitalmarktzinsen und zum anderen am Wegfall eines positiven Sonder- effektes, der im Vorjahr zu verbuchen war. Bedingt durch das schwierige Kapitalmarktumfeld stiegen die Wertberichtigungen an, sodass zusätzlich erhöhte Aufwendungen zu verkraften waren. Im Berichtsjahr wurden keine Geschäfte mit freistehenden Derivaten getätigt. Ergebnis Zu dem Konzernergebnis trug das Segment Schaden- und Unfallversicherung mit einem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 22,2 (i.V. 12,3) Mio € bei.
