23 Risikomanagement im Mannheimer Konzern Das Risikomanagement im Mannheimer Konzern ist als formaler Prozess implementiert. Mit dessen Doku- mentation wird einerseits ein einheitliches Verständnis von risikopolitischen Zielen und Grundsätzen fixiert, andererseits wird der Risikomanagementprozess hin- sichtlich organisatorischer Regelungen, Ablauf und Berichterstattung festgelegt. Dieser Prozess wird laufend weiterentwickelt und regelmäßig durch die Interne Revision überprüft. Mit Veröffentlichung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement in Versicherungsunternehmen (MaRisk VA) liegt erstmals ein umfassendes aufsichts- rechtliches Regelwerk vor, dessen Implementierung einen Schwerpunkt im Risikomanagement des abge- laufenen Jahres bildete. Zur operativen Umsetzung des integrierten Risiko- managements dient eine Risikodatenbank, in der Einzelrisiken erfasst und bewertet werden. Auf dieser Basis erfolgt die Bewertung sämtlicher Risiken – zur Frühwarnung und als Grundlage für Risikomanage- ment-Entscheidungen. Die Gesamtrisikolage des Konzerns ergibt sich aus der Gesamtbetrachtung der nachfolgend näher erläuterten Risikokategorien. Grundsätzlich sind alle Risiken in der Risikodaten- bank zu erfassen, zu bewerten und mit geeigneten Risikomanagement-Maßnahmen zu belegen. Gleicher- maßen ist bei jeder neuen Erkenntnis über etwaige Risiken vorzugehen. Zu gravierenden Risiken erfolgt über die regel- mäßige Berichterstattung hinaus eine Sofortbericht- erstattung. Rechnungslegungsprozess Der Rechnungslegungsprozess ist vollständig in unser Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem eingebunden. Im Folgenden beschreiben wir, welche Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen wir einge- führt haben, um die Ordnungsmäßigkeit und Verläss- lichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie die Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften (Compliance) sicherzustellen. Der Rechnungslegungsprozess ist dezentral organi- siert. Neben der Abteilung „Rechnungswesen und Steuern“ sind weitere Organisationseinheiten an der Rechnungslegung beteiligt. Zur vollständigen und zeitnahen Erfassung aller Geschäftsvorfälle liegt ein Gesamt-Terminplan mit klaren Verantwortlichkeiten vor, dessen Status während der Abschlussarbeiten laufend verfolgt wird. Dieser Terminplan wird vor Beginn der Abschlussarbeiten gemeinsam mit allen Beteiligten festgelegt. Änderungen oder Ergänzungen der Rechnungslegungsvorschriften werden frühzeitig analysiert und daraus resultierende Veränderungen im Terminplan berücksichtigt. Der gesamte Rechnungslegungsprozess ist in einzelne, teilweise aufeinander aufbauende Bilanzie- rungsprozesse unterteilt. Der Umfang der Kontroll- und Sicherungsmaßnahmen orientiert sich dabei an den Risiken, die in den einzelnen Prozessen enthalten sind. Allen Prozessen liegen ausführliche Beschrei- bungen zugrunde, beginnend bei der Entstehung der Daten bis zur buchungstechnischen Erfassung. Sie beinhalten die personellen Zuständigkeiten, potenzielle Fehlerquellen sowie die zur Vermeidung bzw. Auf- deckung von Fehlern eingerichteten Kontroll- und Sicherungsmaßnahmen. Soweit erforderlich führen wir eine angemessene Vier-Augen-Prüfung durch. Die Einhaltung der Vorgaben, insbesondere die Wirksamkeit und Dokumentation der Kontroll- und Sicherungsmaßnahmen, wird durch unsere IKS- Beauftragte überprüft. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt unter Einsatz des SAP-Moduls „EC-CS“. Auch die Einzelabschlüsse der in den Konzernabschluss einbe- zogenen Unternehmen werden überwiegend mit Hilfe von SAP-Software erstellt. Die Einzelabschlussdaten der Tochterunternehmen übertragen wir maschinell durch eine Standardfunktion in der SAP-Software („Rollup“) in das Konsolidierungssystem. Maschinelle Validierungsprüfungen, die den gesamten Prozess der Datenübernahme und -verarbeitung begleiten, stellen die formale Richtigkeit sicher. Ein umfassendes Risikomanagement KONZERNLAGEBERICHT
