Geschäftsbericht 2009

24 KONZERNLAGEBERICHT RISIKOMANAGEMENT Berechtigungskonzept verhindert unberechtigte Schreib- oder Lesezugriffe. Datenbestände werden regelmäßig gesichert. Teile unseres Rechnungslegungsprozesses, insbe- sondere in Bezug auf das Kapitalanlagemanagement, sind an externe Dienstleister ausgelagert. Der Umfang und die Ordnungsmäßigkeit der erbrachten Dienstleistung wird über umfangreiche Service Level Agreements (SLA) geregelt und mit Hilfe von Plausibilitätsprüfungen und Stichprobenkontrollen überwacht. Dieses prozessintegrierte Überwachungssystem wird ergänzt durch eine prozessunabhängige Über- wachung, die in erster Linie von der Internen Revision durchgeführt wird. Weiterhin gelten für den Rech- nungslegungsprozess alle allgemeinen Aussagen in Bezug auf unser Internes Kontroll- und Risikomanage- mentsystem, die in den folgenden Abschnitten getroffen werden. Risiken aus dem Versicherungsgeschäft Schaden- und Unfallversicherung In der Schaden- und Unfallversicherung wird im Wesentlichen unterschieden zwischen dem Prämien- risiko, das den Zufallscharakter von Schadenaufwen- dungen abbildet, und dem Reserverisiko aufgrund der ungewissen Höhe zukünftiger Verpflichtungen aus bereits eingetretenen Versicherungsfällen. Um die Gesamtheit der versicherungstechnischen Risiken zu bewerten, setzen wir ein stochastisches Analyseprogramm ein. Auf dieser Grundlage wird die Verteilung zukünftiger Ergebnisse der Versicherungs- technik ermittelt und mit Hilfe eines Value-at-Risk- Ansatzes (Konfidenzniveau 99,5 Prozent) das notwen- dige Risikokapital hergeleitet. Dieses beträgt nach aktuellen Berechnungen brutto 58,3 Mio € und netto, das heißt nach Berücksichtigung der bestehen- den Rückversicherungsstruktur, 18,8 Mio €. Zur Steuerung des Prämienrisikos stehen verschie- dene Instrumente zur Verfügung. So begegnen wir beispielsweise adversen Entwicklungen der Schaden- neigung des Versicherungsbestands mit einer regel- mäßigen Aktualisierung der Tarife. Neben Zufalls- schwankungen, die durch einzelne Risiken verursacht werden, können auch Kumulereignisse wie Natur- katastrophen das versicherungstechnische Ergebnis bestandsgefährdend beeinflussen. Durch regelmäßige Analysen überwachen wir die regionale Kumulsituation und sind bestrebt, Risiken möglichst gleichförmig in unserem Geschäftsgebiet zu verteilen. Zusätzlich verfolgen wir eine Rückversicherungspolitik, die auf die Besonderheiten unserer Erstversicherungsprodukte ausgerichtet ist. Damit steuern wir die maximale Schadenbelastung für den Eigenbehalt der Mannheimer Versicherung AG sowohl hinsichtlich von Großschäden aus einzelnen Policen als auch von Kumulereignissen. Das Reservierungsrisiko bezieht sich auf die Bemessung der Einzelschadenrückstellungen. Anhand der positiven Abwicklungsergebnisse der Vergangen- heit – im Durchschnitt der letzten drei Jahre 1,5 Pro- zent – ist erkennbar, dass unsere Reservierungspolitik bisher zu einer ausreichenden Rückstellungshöhe geführt hat. Daher werden wir an den bisherigen Bewertungsansätzen festhalten. 2009 2008 2007 Schadenquote für eigene Rechnung für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft in % 53,1 67,4 65,6 2009 2008 2007 Abwicklungsergebnis in % der Eingangsschadenrückstellung für eigene Rechnung 1,4 –1,2 4,3 Das Abwicklungsergebnis bezieht sich auf das Inlandsgeschäft.

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