Geschäftsbericht 2009

26 KONZERNLAGEBERICHT RISIKOMANAGEMENT Schwankungsrisiko, das Irrtums- und das Änderungs- risiko die Sicherheiten aufzehren, die für die Kalkula- tion der garantierten Beiträge und Leistungen vorge- schrieben sind. Andererseits besteht die Gefahr, dass bei unzureichenden Kapitalerträgen die bei Abschluss festgelegte Zinsgarantie in Höhe des Rechnungszinses auf die Sparbeiträge nicht finanziert werden kann. Unsere nach aufsichtsrechtlichen Belangen ausgerich- tete, langfristige, auf die zukünftigen Verpflichtungen abgestimmte Kapitalanlagestrategie ist Garant dafür, auch in Zukunft die Finanzierung dieser Aufwen- dungen gewährleisten zu können. Konkret bestehen biometrische Risiken bei der zukünftigen Entwicklung der Lebenserwartung und der Leistungsfälle wegen Berufsunfähigkeit. Durch regelmäßige Überprüfung der Rechnungsgrundlagen auf Angemessenheit wird diesem Risiko Rechnung getragen. Insbesondere werden bei allen unseren Produkten die jeweils aktuellsten Tafeln zur Beschrei- bung der Ausscheidewahrscheinlichkeiten zugrunde gelegt, die von der DAV zur Verfügung gestellt werden. In Zusammenarbeit mit unserem Rückversicherer haben wir vier Berufsgruppen für die Berufsunfähig- keitsversicherung herausgearbeitet, um risikogerechter tarifieren zu können. Berufsbedingte Besonderheiten werden in Abstimmung mit unserem Rückversicherer an die aktuelle Gefahrensituation angepasst. Außer- dem wird stärker als bisher zwischen Rauchern und Nichtrauchern in Abhängigkeit vom Gesundheits- zustand unterschieden. Auf dieser Basis sehen wir die Erfüllung der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen als gesichert an. Nach Einschätzung des Verantwortlichen Aktuars sind angemessene und auch für die Zukunft ausreichende Sicherheitsmargen enthalten. Allerdings kann sich insbesondere für wachsende Lebensversi- cherungsunternehmen ein Risiko ergeben, wenn die tatsächlichen Verwaltungskosten im Unternehmen höher sind als die in die Beiträge einkalkulierten Kostenanteile. Diesem Risiko begegnen wir durch geeignete Kostensenkungsmaßnahmen. Darüber hinaus nehmen wir durch unsere konse- quente Zeichnungspolitik positiven Einfluss auf die Zusammensetzung unseres Bestandes. Hierzu existieren umfangreiche, verbindliche Zeichnungs- richtlinien, die ihrerseits einer regelmäßigen Über- prüfung unterzogen werden. Wir betreiben dies- bezüglich einen intensiven Erfahrungsaustausch mit unseren Rückversicherern. Außerdem begegnen wir im Rahmen unserer Rückversicherungspolitik übermäßigen Belastungen durch Versicherungs- leistungen. Durch unsere ausgewogene Dotierung der Über- schussbeteiligung werden kurzzeitige Schwankungen im Kapitalanlageergebnis und in den übrigen Ertrags- quellen kompensiert. Entscheidend ist hier auch unser formalisiertes Asset-Liability-Management, mit dem wir sicherstellen, dass sich unsere Kapital- anlagen an den versicherungstechnischen Verpflich- tungen ausrichten und dadurch die Erfüllung dieser Verpflichtungen zu jedem Zeitpunkt gewährleistet wird. Rückversicherung Die Mannheimer AG Holding zeichnet in geringem Umfang Rückversicherungsgeschäft von externen Partnern. Der Schwerpunkt liegt auf der Transport- versicherung. Zur Risikosteuerung wird weiterhin neben einer risikoorientierten Bewertung jedes ein- zelnen Vertrages eine sehr restriktive Zeichnungspolitik durch entsprechende Zeichnungsrichtlinien verfolgt. Sogenanntes Long-Tail-Geschäft wie die Haftpflicht- versicherung wird ebenso wenig gezeichnet wie vor- rangig naturgefahrenexponiertes Geschäft. Darüber hinaus ermöglichen die typischerweise einjährigen Vertragslaufzeiten bei negativen Entwicklungen ein schnelles Gegensteuern. Hinsichtlich des sich in Abwicklung befindlichen Geschäfts ist ausreichend Vorsorge getroffen, sodass nicht mit Abwicklungsver- lusten zu rechnen ist.

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