Geschäftsbericht 2009

32 KONZERNLAGEBERICHT PROGNOSE- UND CHANCENBERICHT Chancen im Versicherungsmarkt Die Folgen der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise für die weltweite Konjunktur sind weiterhin schwer einzuschätzen. Die Prognosen sind daher auch in diesem Jahr mit großen Unwägbarkeiten behaftet. Für die deutsche Gesamtwirtschaft legt die Bundes- regierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht 2010 eine Steigerung des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent zugrunde. Aufgrund seiner intensiven internationalen Verflechtungen ist Deutschland von der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise besonders beeinträchtigt. Nachdem im vergangenen Jahr vor allem die starken Rückgänge beim Export negativ zu Buche schlugen, wird die im Jahr 2010 wieder zunehmende weltwirtschaftliche Nachfrage die deutschen Ausfuhren beflügeln. Infolge der hohen Kostenbelastungen der Unternehmen erwartet die Bundesregierung zudem einen deutlicheren Anstieg der registrierten Arbeitslosigkeit als im Vorjahr. Nach Einschätzung des Gesamtverbands der Deut- schen Versicherungswirtschaft (GDV) wird sich die gedämpfte wirtschaftliche Lage im laufenden Jahr insgesamt stärker als bisher auf das Beitragsvolumen der deutschen Versicherer auswirken. Die Beitrags- einnahmen werden nach den Berechnungen des GDV voraussichtlich um etwa 0,5 Prozent abschmelzen. In der Schaden- und Unfallversicherung rechnet der Verband mit einem um etwa 0,5 Prozent gerin- geren Beitragsaufkommen als 2009. Der Verlauf der Lebensversicherung im Jahr 2010 wird in erster Linie davon abhängen, ob das Geschäft mit Einmalbeiträgen weiteren Auftrieb erhält. Unter der Prämisse gleichbleibender Einmalbeiträge hält der GDV einen Beitragsrückgang in der Lebensver- sicherung von etwa 3 Prozent für möglich. Für die rückläufige Entwicklung dieser Hauptsparte sprechen einerseits die stark steigende Anzahl regulärer Vertragsabläufe und andererseits die weit verbreitete Scheu vor dem Abschluss langjähriger Verträge zur Altersvorsorge. Die privaten Krankenversicherer erwarten im laufenden Jahr ein Wachstum von etwa 5 Prozent. Dieses wird im Wesentlichen aus Beitragserhöhungen resultieren, die infolge weiter steigender Gesundheits- kosten erforderlich werden. Zudem wird aber auch mit einer leicht zunehmenden Anzahl der Versicher- ten gerechnet. Im Februar 2010 lief erstmals die seit 2007 geltende Drei-Jahres-Wartefrist für einen geplanten Wechsel in die private Krankenversiche- rung aus, dies sollte sich im Nettoneuzugang positiv niederschlagen. Mit unseren Kernkompetenzen sehen wir trotz allem gute Chancen auf dem deutschen Versiche- rungsmarkt. Mit unseren individuellen Deckungs- konzepten verfügen wir über ein umfangreiches Know-how. Derzeit führen wir über 20 eingetragene und geschützte Marken, die wir laufend überprüfen und weiterentwickeln. Mit einigen dieser Marken- programme sind wir in der entsprechenden Zielgruppe Marktführer. Bei unseren Vertriebspartnern und Kun- den sind wir als Versicherer für Speziallösungen aner- kannt. Durch unsere dezentrale Struktur für Under- writing und Pricing können wir schnell und flexibel auf Kundenwünsche reagieren. Unseren Vertrieb qualifizieren wir konsequent weiter, um den steigen- den Anforderungen des Marktes Rechnung zu tragen. Prognose Da die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung weiterhin schwer absehbar sind, ist eine Einschätzung von Umsatz- und Ergebniszahlen des Jahres 2010 nur sehr eingeschränkt möglich und von höherer Unsicherheit geprägt als in Vorjahren. Mit unserer Geschäftsstrategie sehen wir uns jedoch gut gerüstet.

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