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Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie

Die nachhaltige Ausrichtung der Unternehmensführung und davon abgeleitete Zielsetzungen sind zentrale Bestandteile der Unternehmensstrategie der EVN. Mit der Mitgliedschaft im UN Global Compact, dem die EVN 2005 beitrat, bekennt sich der Vorstand der EVN klar zur Einhaltung von dessen zehn Prinzipien sowie der damit einhergehenden nachhaltigen Ausrichtung der Unternehmensstrategie und der Übernahme von Verantwortung für die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Gesellschaft. Die weit verzweigte CSR-Organisation und das strukturierte Stakeholder- Management der EVN stellen die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Konzernstrategie sowie die anschließende Umsetzung der daraus abgeleiteten Maßnahmen sicher.

CSR-Organisation

Die tatsächliche Einbindung von Nachhaltigkeitsaspekten in die Konzernstrategie wird durch den CSR-Konzernausschuss, dem auch die Mitglieder des Vorstands angehören, gewährleistet. Inhaltliche und organisatorische Unterstützung erfährt der Ausschuss durch das CSR-Beratungsteam, das als Schlüsselstelle und Bindeglied zwischen strategischer Entscheidung und operativer Umsetzung fungiert. Es unterstützt die Abteilungen bei der Entwicklung von Zielen, Maßnahmen und Standards, die in weiterer Folge vom CSR-Konzernausschuss genehmigt werden. Daneben zeigt es laufend aktuelle Trends und Entwicklungen im Themenfeld der Nachhaltigkeit auf. Das CSR-Management wird nach außen durch den Sprecher des Vorstands vertreten.

Die Einbeziehung aller Unternehmenseinheiten und die Identifikation von weiteren CSR-Potenzialen werden durch die Nominierung von CSR-Verantwortlichen aus allen Fachbereichen sichergestellt. Sie tragen dafür Sorge, dass die bisherigen CSR-Aktivitäten regelmäßig reflektiert und aktuelle Entwicklungen sowie Verbesserungsansätze diskutiert und umgesetzt werden. Die Einbindung von CSRThemen in den Alltag der Tochtergesellschaften der EVN in Bulgarien, Mazedonien, Kroatien und Deutschland wurde durch die Implementierung eigener CSR-Organisationen analog zum System in Österreich erreicht.

  • GRI-Indikatoren: Prozess des Nachhaltigkeits-Managements – Verantwortungsbereiche und Umsetzungsprozess ausgehend vom höchsten Kontrollorgan (G4-35); Berichterstattung wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Themen an das höchste Kontrollorgan (G4-36)

Laufender Abgleich der Konzernstrategie mit den Stakeholder- Interessen

Die EVN legt hohen Wert auf den laufenden Dialog mit ihren internen und externen Stakeholdern, um die Aktualität und Relevanz ihrer strategischen Handlungsfelder zu überprüfen. Der regelmäßige Austausch zwischen dem Unternehmen und den für diesen Zweck eingerichteten Gremien, etwa dem EVN Kundenbeirat, dem Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung sowie dem EVN Sozialfonds, wird um einen anlass- und projektbezogenen Stakeholder- Dialog ergänzt. Zur weiteren Systematisierung und Strukturierung der Stakeholder-Beziehungen führt die EVN jährlich Stakeholder- Befragungen durch. Gemeinsam mit den Leitern der Fachbereiche werden die Ergebnisse der Befragungen im Rahmen von regelmäßig stattfindenden CSR-Zielgesprächen diskutiert. Sie dienen einer weiteren Vertiefung der CSR-Strategie sowie der Verankerung von CSR im Kerngeschäft der EVN. Dabei werden existierende Ziele und Maßnahmen gegebenenfalls angepasst sowie neue Ziele definiert. Zur Unterstützung dieses Prozesses wurden in den Zielgesprächen im Berichtszeitraum erstmals Visualisierungen der Bereichswertschöpfungsketten verwendet, um dadurch vermehrt auch auf Prozessund Arbeitsschrittebene Verbesserungspotenziale heben zu können. Darüber hinaus werden die CSR-Maßnahmen der einzelnen Unternehmenseinheiten jährlich einem Monitoring unterzogen.

Die Befragungen in Österreich im Frühjahr 2014 sowie die Workshops an den Standorten Bulgarien, Mazedonien sowie Deutschland im Herbst 2014 und im Frühjahr 2015 führten zu einer Anpassung und Weiterentwicklung der EVN Wesentlichkeitsmatrix. Die einzelnen Märkte, in denen die EVN tätig ist, weisen dabei landesspezifische Schwerpunkte auf. So genießt etwa das Thema „Korruptionsprävention“ in allen südosteuropäischen Länderorganisationen höhere Priorität. In Bulgarien und Mazedonien werden zudem die CSR-Handlungsfelder „Stakeholder-Dialog“, „Menschenrechte“ und „Gesellschaftliches Engagement“ höher gewichtet. Weiters ergab sich in Mazedonien ein eigenes Handlungsfeld „Energieeffizienz“ sowie im deutschen Tochterunternehmen WTE ein eigenes Handlungsfeld „Know-how und Kompetenz“.

  • GRI-Indikatoren: Abgrenzung der wesentlichen Aspekte innerhalb und außerhalb der Organisation (G4-20 und 21)

Konzernweit stellten sich folgende Handlungsfelder als zentral heraus:

1. Versorgungssicherheit

steht für eine verlässliche Versorgung mit Strom, Erdgas, Wärme, Wasser und Internet- und Telekommunikationsdienstleistungen. Dabei spielen der Ausbau der Erzeugungskapazität, hohe technische Netzqualität, die Integration von erneuerbaren Energieträgern (unter anderem durch das Anbieten von Speicherlösungen), ein flexibler Erzeugungsmix sowie die Vorbereitung auf Krisensituationen eine bedeutende Rolle.

2. Kunden im Fokus

steht für hohe Kundenzufriedenheit auf Basis einer fairen und transparenten Preis- und Leistungsgestaltung sowie verständliche und sinnvolle Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Strom, Erdgas, Wärme, Wasser, Internet- und Telekommunikationsdienstleistungen.

3. Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

steht für eine betriebswirtschaftlich ausgerichtete Geschäftstätigkeit, die Anpassung an ein dynamisches Umfeld durch gezielte Innovationen, eine wertorientierte Investitionsstrategie, eine stabile Dividendenentwicklung sowie Fairness und Transparenz.

4. Verantwortungsvoller Arbeitgeber

steht für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, eine verantwortungsvolle Personalentwicklung, die Förderung von Gesundheit und Arbeitssicherheit, offene Kommunikation, Work-Family-Balance, Aus- und Weiterbildung sowie Vielfalt und Chancengleichheit.

5. Umweltschutz und Ressourcenschonung

steht für umweltschonende Energie-, Wasser- und Abfalldienstleistungen, die systematische Reduktion der Umweltauswirkungen sowie eine effiziente und verantwortungsvolle Nutzung von Energie und Ressourcen.

6. Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz

steht für den Ausbau erneuerbarer Energien, die Minimierung der Umweltbeeinträchtigungen, Effizienzsteigerung sowie Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten.

Kontrolle und Leistungsbeurteilung hinsichtlich Nachhaltigkeit

Neben der Einhaltung der Bestimmungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex ist das wirkungsvollste Instrument zur Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung – und somit auch des Vorstands – der EVN der jährliche Prozess der Sammlung, Analyse, Auswertung, Zusammenfassung und Publikation von unternehmensweiten Daten und Fakten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI G4, Anwendungsebene „umfassend“.

Zudem hat die EVN das unabhängige Prüfinstitut TÜV SÜD beauftragt, ihre Nachhaltigkeitsleistung sowie den Ganzheitsbericht 2014/15, insbesondere die nach GRI G4 berichteten Inhalte und den GRI-Index, für das Geschäftsjahr 2014/15 zu verifizieren. Im Rahmen dieser Verifizierung wurden auch die Mitglieder des Vorstands sowie des CSR-Konzernausschusses zu Fragestellungen der Nachhaltigkeit befragt. In Form des Management Letters des Prüfinstituts wurde ihnen sodann die externe Einschätzung der Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens mitgeteilt.

Die EVN Aktie wurde in den letzten Jahren in mehrere Nachhaltigkeitsindizes aufgenommen. Die in den Indizes abgebildeten Unternehmen werden regelmäßig umfassenden Prüfungen unterzogen. Schon seit 2002 zählt die EVN Aktie zum FTSE4Good Index und ist seit 2005 auch in der aus dem ESI Global und dem ESI Europe gebildeten Ethibel-Sustainability-Index-Gruppe (ESI) vertreten. 2005 wurde die EVN Aktie in den österreichischen Nachhaltigkeitsindex VÖNIX aufgenommen, der die hinsichtlich ihrer sozialen und ökologischen Leistungen führenden börsenotierten österreichischen Unternehmen vereint. Seit Dezember 2010 zählt die EVN Aktie auch zum ECPI Index und wird hier im ECPI Ethical Index EMU abgebildet.

Eine weitere Methode zur externen Überprüfung der Nachhaltigkeitsleistung stellt die stetige Ausweitung von EMAS-Zertifizierungen auf weitere Kraftwerke und Heizwerke dar. Mit der Auditierung des Wärmekraftwerks Korneuburg nach EMAS/ISO 14001 im März 2014 hat die EVN hier im Berichtszeitraum einen weiteren wichtigen Schritt gesetzt.

Die interne Revision erfolgt durch die Abteilung Konzernrevision der EVN, die direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet. In ihren Kompetenzbereich fällt die Prüfung von Vorgängen und Unternehmenseinheiten der EVN in Österreich, während in den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien eigene Revisionsabteilungen bestehen.

Die von den Revisionsabteilungen durchgeführten Prüfungen erfolgen unter Beachtung der International Standards for the Professional Practice of Internal Auditing (IIA). Die im Geschäftsjahr 2014/15 festgestellten Beanstandungen wurden den Verantwortlichen mitgeteilt, zugleich wurden Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen eines Follow-up-Verfahrens geprüft. Gravierende Beanstandungen, die die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden nicht festgestellt.

  • GRI-Indikatoren: Beurteilung der Leistung des höchsten Kontrollorgans bezüglich nachhaltiger Entwicklung (G4-44); höchstes Komitee oder Position, die formell den Nachhaltigkeitsbericht prüft (G4-48)

Unterstützung externer Initiativen

Seit 2012 ist die EVN auch im Steering Committee des österreichischen Global-Compact-Netzwerks vertreten. Ziel des seit 2009 bestehenden Lenkungskreises ist die Evaluierung vergangener und die Planung zukünftiger Aktivitäten des österreichischen UNGCNetzwerks.

Externe Initiativen

Externe Initiativen
OECDOECD Guidelines for Multinational Enterprises
UNGCUN Global Compact
respACTaustrian business council for sustainable development
ÖGUTÖsterreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik

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