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Finanzstrategie

Übergeordnetes Ziel der Finanzstrategie ist die Sicherstellung der uneingeschränkten Zahlungsfähigkeit des EVN Konzerns. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Aufrechterhaltung eines starken operativen Cash Flows gelegt. Die Nettoverschuldung, die bereits in den vergangenen Jahren reduziert wurde, soll auch in Zukunft niedrig gehalten bzw. gesenkt werden. Hinsichtlich des Wertbeitrags von Investitionen zielt die Unternehmensführung auf eine langfristige Steigerung ab. Gemessen wird dieser Wertbeitrag bei der EVN mithilfe des Economic Value Added (EVA®), der den Nettogewinn nach Steuern mit den Kapitalkosten auf das durchschnittlich eingesetzte Vermögen in Beziehung setzt. Indem bei dieser Berechnung die Kapitalkosten neutralisiert werden, kann die operative Wertschöpfung eines Unternehmens verdeutlicht werden.

Als Versorgungsunternehmen mit hoher Verantwortung gegenüber allen seinen Stakeholdern sieht sich die EVN auch im Bereich ihrer Finanzierung dem Grundsatz größter Solidität und möglichst weitgehender Risikominimierung verpflichtet. Erforderliche Finanzierungen sollen fristenkonform und zu kostengünstigen sowie marktgerechten Konditionen aufgenommen werden. Weitere Zielsetzungen im Rahmen der Finanzstrategie sind die Risiko-Ertrags-optimale Veranlagung von liquiden Mitteln sowie die Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken.

Für die Finanzstrategie der EVN ist der Grundsatz der Diversifikation in mehrfacher Hinsicht maßgeblich und gilt gleichermaßen für die Veranlagungs- wie für die Finanzierungsseite. Finanzierungsseitig soll die finanzielle Unabhängigkeit durch ein ausgewogenes Laufzeitenprofil sowie ein breites Spektrum an Finanzierungsinstrumenten und -partnern sichergestellt werden. In diesem Zusammenhang ist ein flexibler Zugang zum Kapitalmarkt von besonderer Bedeutung, da dieser Finanzierungen zu attraktiven Konditionen, langen Laufzeiten und über eine breite Investorenbasis ermöglicht. Aus diesem Grund hat die EVN im Jänner 2015 ihr Debt-Issuance-Programm erneuert, das die Rahmendokumentation für Kapitalmarktemissionen bildet und die rasche Umsetzung neuer Kapitalmarktfinanzierungen ermöglicht. Zum 30. September 2015 entfielen rund 50 % der aushaftenden Finanzverbindlichkeiten der EVN auf Anleihen, Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen.

Neben einem ausgeprägten Kapitalmarkt-Fokus pflegt die EVN im Finanzierungsbereich Kreditbeziehungen zu regionalen, internationalen und multilateralen Banken. Der Diversifikationsgrundsatz ist dabei auch für die Geschäftsbeziehung mit Banken von zentraler Bedeutung. Im Geschäftsjahr 2014/15 standen der EVN AG Kreditzusagen im Gesamtausmaß von 575,0 Mio. Euro zur Verfügung, die primär als Liquiditätsreserve zur Absicherung der finanziellen Flexibilität dienen. Bei den Kreditzusagen handelt es sich um bilaterale Kreditzusagen von insgesamt sechs Banken im Gesamtausmaß von 175,0 Mio. Euro mit Restlaufzeiten von bis zu vier Jahren sowie um eine revolvierend ausnutzbare Syndizierte Kreditlinie in Höhe von 400,0 Mio. Euro, die von einem internationalen Bankenkonsortium bereitgestellt wird. Für die syndizierte Kreditlinie wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr die im Kreditvertrag enthaltene Verlängerungsmöglichkeit um ein Jahr genutzt; dadurch wurde das Laufzeitende auf Juli 2020 (statt bisher Juli 2019) erstreckt.

Im Sinn der Effizienz und Wirtschaftlichkeit verfolgt die EVN im Finanzbereich den Ansatz einer zentralen Organisation. Die operative Liquiditätssteuerung erfolgt im kurzfristigen Bereich über Cash Pooling sowie langfristig über Konzernfinanzierungen. In Ausnahmefällen, beispielsweise aus Risikoüberlegungen oder zur besseren Nutzung von Absicherungsinstrumenten gegen politische Risiken, erfolgen Kreditaufnahmen auch direkt durch Konzerngesellschaften, jedoch durchwegs in enger Abstimmung mit der Konzernfunktion Finanzwesen.

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