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Versorgungssicherheit mit Strom: Funktionierende Infrastruktur und Zugang zur Grundversorgung

Um die Versorgungssicherheit für ihre Kunden auf dem bestehenden hohen Niveau zu halten, legt die EVN ihren Investitionsschwerpunkt auf die Netzqualität. Wie schon in der Vergangenheit hat sie deshalb in der Berichtsperiode den Ausbau und die Instandhaltung ihrer Verteil- und Übertragungsnetze vorangetrieben. Insgesamt investiert die EVN rund 70 % eines bereits im Geschäftsjahr 2013/14 gestarteten Investitionsprogramms innerhalb von vier Jahren 1 Mrd. Euro in die Netzinfrastruktur in Niederösterreich. In allen Ländern, in denen die EVN als Energieversorger tätig ist, kann auch aufgrund des Investitionsniveaus von einem vollen Zugang der Bevölkerung zur Grundversorgung mit Energie ausgegangen werden.

  • GRI-Indikator: Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung (EU26)

Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze

Netzverluste

Während der Fokus der EVN in Niederösterreich auf dem Ausbau und der Stabilisierung der Netzinfrastruktur liegt, gilt das Hauptaugenmerk in Bulgarien und Mazedonien auf der weiteren Reduktion der Netzverluste. Diese konnten seit dem Markteintritt in Bulgarien kontinuierlich von zuvor 17 % auf rund 10 % gesenkt werden, in Mazedonien wurde eine Reduktion von 24 % auf derzeit rund 15 % erzielt. In Österreich bewegen sich die Netzverluste mit rund 4 % stabil auf niedrigem Niveau1).
1) Aufgrund von Unterschieden in den Kunden- bzw. Netzstrukturen in den verschiedenen Versorgungsgebieten der EVN ist ein direkter Vergleich der Netzverluste nicht möglich.

Stromunterbrechungen

Die mittlere Unterbrechungshäufigkeit, die mittels des System Average Interruption Frequency Index (SAIFI) gemessen wurde, betrug im Kalenderjahr 2014 0,83 (Vorjahr: 0,71). Ein SAIFI-Wert von 0,83 bedeutet, dass ein EVN Kunde weniger als einmal pro Jahr von einer Stromunterbrechung betroffen war. Die durchschnittliche jährliche Dauer der ungeplanten Stromunterbrechungen, zu deren Berechnung der System Average Interruption Duration Index (SAIDI) herangezogen wurde, betrug im Kalenderjahr 2014 51,95 Minuten (Vorjahr: 34,47 Minuten) und lag damit über dem österreichischen Durchschnitt von 33,26 Minuten (Vorjahr: 33,42 Minuten; Quelle: E-Control, Ausfall- und Störungsstatistik – Ergebnisse 2013 bzw. 2014). Zurückzuführen war dies insbesondere auf die Wetterbedingungen in Niederösterreich im Winter 2014: Raureif, Sturm und Eisregen ließen im November und Dezember 2014 Bäume auf Freileitungen der EVN stürzen. Dies hatte die Unterbrechung der Stromversorgung für insgesamt rund 25.000 Kunden zur Folge. Durch die enge Kooperation der EVN mit den lokalen Freiwilligen Feuerwehren und den unermüdlichen Einsatz von rund 300 EVN Mitarbeitern konnte jedoch rasch eine temporäre Notstromversorgung für die betroffenen Haushalte hergestellt und die zügige Wiederherstellung der betroffenen Leitungen, Masten und Trafostationen gewährleistet werden.

Aufgrund der ungesicherten Datenbasis für die Berechnung der Kennzahlen SAIDI und SAIFI an den südosteuropäischen Standorten wird auf die Angabe verzichtet.

  • GRI-Indikatoren: Effizienz der Fernleitungen und Verteilnetze (EU12); Häufigkeit und Dauer von Stromausfällen (EU28 und 29)

Verfügbarkeit der EVN Kraftwerke

Maßgebliche Voraussetzungen für die verlässliche Versorgung der Kunden mit elektrischer Energie sind die Sicherstellung des ungestörten Betriebs und die Erhaltung der technischen Sicherheit der EVN Kraftwerke. Dazu werden regelmäßig Revisionen und Wartungsarbeiten durchgeführt, die geplante und aufeinander abgestimmte Stillstandzeiten nach sich ziehen. Die Gaskraftwerke der EVN in Korneuburg und Theiß waren im Berichtszeitraum mit Ausnahme von geplanten Revisionen bzw. marginalen ungeplanten Stillstandzeiten (0,02 % – 0,3 %) in vollem Umfang verfügbar. Die kleineren Gasturbinen des Kraftwerks Theiß, die aufgrund ihrer schnellen Einsatzbereitschaft für die Bereitstellung von Regelenergie wichtig sind, hatten keine ungeplanten Stillstände zu verzeichnen. Die ungeplanten Stillstandzeiten der Steinkohlekraftwerke in Dürnrohr und Duisburg-Walsum betrugen 0,6 % bzw. 6,4 %. Die Verfügbarkeit der EVN Windparks belief sich im Geschäftsjahr 2014/15 auf rund 95 %. Bei den Windparks wird dabei nicht zwischen geplanter und ungeplanter Nichtverfügbarkeit unterschieden.

  • GRI-Indikator: Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke (EU30)

Energiepreissenkungen und Bonuspunkteprogramm

Die EVN Vertriebsgesellschaft senkte im Geschäftsjahr 2014/15 aufgrund der Preisentwicklungen auf den Energiemärkten erneut die Preise, womit sie im Rahmen der EnergieAllianz einmal mehr Einkaufsvorteile an ihre Haushaltskunden weitergab: Nach einer Strompreissenkung um 10 % im Vorjahr senkte die EVN Vertriebs gesellschaft die Energiepreise für Strom und Gas (exklusive Netzkosten, Steuern und Abgaben) per 1. Oktober 2015 im Schnitt um weitere 5 %.

Im Geschäftsjahr 2014/15 initiierte die EVN zudem die „EVN Bonuswelt“. Privatkunden erhalten im Rahmen dieser Initiative durch ihren Strom- und Gasbezug oder die Nutzung von EVN Services automatisch Bonuspunkte, die sie in Form von Vergünstigungen beim Erwerb energieeffizienter Produkte und Dienstleistungen einlösen können.

Zahlreiche Initiativen zur Bekämpfung der Energiearmut

Zur Bekämpfung der Energiearmut setzt die EVN auf Maßnahmen zur gezielten Unterstützung einkommensschwacher Haushalte. Die von der EVN entwickelten Projekte werden dabei in Kooperation mit regionalen Interessenverbänden und sozialen Hilfsor ganisationen umgesetzt, um die soziale Treffsicherheit der Maßnahmen zu erhöhen. In diesem Sinn wurde im Geschäftsjahr 2014/15 etwa das gemeinsame Projekt „Armutsgefährdete Haushalte“ von EVN und Caritas erfolgreich fortgesetzt. Gemäß dem Prinzip „Train the Trainer“ werden dazu Sozialarbeiter der Caritas von Experten der EVN zu Themen wie Energieeffizienzmaßnahmen, Einsparpotenziale oder Fördermöglichkeiten (z. B. Heizkostenzuschüsse) ausgebildet, um in weiterer Folge eigenständig Beratungsgespräche mit armutsgefährdeten Menschen zum Thema Energiesparen führen zu können. Zusätzlich unterstützt die EVN die Sozialarbeiter mit Beratungsunterlagen (z. B. Leitfaden, Checklisten) und technischen Hilfsmitteln (z. B. Energiemessgeräten). Begleitende Weiterbildung durch die EVN sowie gemeinsame Beratungen vor Ort runden das Maßnahmenpaket ab. Das konkrete Ergebnis des Projekts sind letztlich die Kosteneinsparungen, die einkommensschwache Haushalte durch energiesparende Maßnahmen erzielen. Im Geschäftsjahr 2014/15 haben die von der EVN ausgebildeten Sozialarbeiter rund 200 Energieberatungen in den niederösterreichischen Beratungsstellen der Caritas sowie weitere 70 Energieberatungen direkt in den Haushalten der ratsuchenden Menschen durchgeführt.

In Anlehnung an das bereits bewährte Projekt mit der Caritas hat die EVN im Geschäftsjahr 2014/15 gemeinsam mit der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich (AKNÖ) unter dem Titel „Energieeffizienz gegen Energiearmut“ Schulungsveranstaltungen für Sozialarbeiter weiterer karitativer Organisationen in Niederösterreich initiiert. Im Rahmen dieses Projekts wurden bislang 50 in Sozialberufen tätige Personen ausgebildet.

Darüber hinaus unterstützten die EVN und die AKNÖ im November 2014 einkommensschwache Haushalte durch den kostenlosen Versand des so genannten „EVN Effizienzpakets Start“. Der Einsatz dieses Pakets, das aus 5 LED-Lampen und einem Wasserspar-Set besteht, ermöglicht einem Haushalt jährliche Kosteneinsparungen von bis zu 125 Euro. Diese gemeinsame Aktion war an Haushaltskunden der EVN in Niederösterreich gerichtet, die aufgrund sozialer und/oder körperlicher Hilfsbedürftigkeit von der Ökostrompauschale befreit sind. Insgesamt haben 4.150 Haushalte ein solches Effizienzpaket erhalten. Doch auch niederösterreichische Jungfamilien erhielten im Berichtszeitraum Effizienzpakete, und zwar im Rahmen der im Juni 2015 von der EVN gemeinsam mit dem Land Niederösterreich gestarteten „Niederösterreichischen Energiespar-Initiative“.

Stromabschaltungen bei Zahlungsrückständen

Sollten Kunden nicht in der Lage sein, ihre Rechnungen zeitgerecht zu bezahlen, bietet die EVN individuelle Unterstützung sowie die Möglichkeit von Ratenzahlungen an. In der Vergangenheit sah sich die EVN trotzdem – vor allem in Bulgarien und Mazedonien – mit einer schwankenden Zahlungsmoral und -fähigkeit konfrontiert. Im Geschäftsjahr 2014/15 konnte in Bulgarien jedoch bereits eine Einbringungsrate von 99,5 % und in Mazedonien ein Wert von 91,2 % erreicht werden. Trotz einer stets sozial bedachten Vorgehensweise sieht sich die EVN bei längerfristigen Zahlungsrückständen gezwungen, Energielieferungen zu unterbrechen. Während in Österreich die Anzahl der Abschaltungen stabil auf niedrigem Niveau liegt, muss die EVN in Bulgarien und Mazedonien – wo die Zählerstände anders als in Österreich monatlich abgelesen und abgerechnet werden – häufiger auf diese letzte Maßnahme zurückgreifen.1) Nach Einbringung der Zahlungsrückstände oder Abschluss einer Stundungs- oder Ratenvereinbarung werden in Österreich, Bulgarien und Mazedonien Lieferunterbrechungen in der Regel binnen 24 Stunden wieder aufgehoben.
1) Die allgemeinen Aufzeichnungen zu Stromabschaltungen beziehen sich auf Netzversorgungsgebiete und nicht auf einzelne Lieferanten, da der Netzbetreiber nach Aufforderung des Lieferanten für die Stromabschaltung technisch verantwortlich ist. Durch diese Art der Erhebung kommt es zu einer Verzerrung der Statistik, weshalb von einer Angabe abgesehen wird.

Die EVN setzte in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen, um ihren Kunden die Einhaltung ihrer Zahlungsverpflichtungen zu erleichtern. Dazu zählten zum einen Programme, die den Kunden Unterstützung beim Energiesparen bieten, zum anderen wurden Maßnahmen zur Kundeninformation und Bewusstseinsbildung eingeleitet. So können sich die Kunden in Bulgarien z. B. per E-Mail oder SMS an den Ablauf der Zahlungsfrist erinnern lassen, um Abschaltungen aufgrund versehentlichen Zahlungsverzugs vorzubeugen. Falls alle Fristen vom Kunden dennoch überschritten wurden, wird er zumindest drei Tage vor der Abschaltung nochmals davon in Kenntnis gesetzt – entweder per E-Mail bzw. SMS oder über die Webseite der EVN Bulgaria. Zusätzlich galt zuletzt der verlässlichen Rechnungszustellung und der einfachen Zahlungsabwicklung besonderes Augenmerk. In Mazedonien wiederum lancierte die EVN im Geschäftsjahr 2014/15 unter dem Titel „Energy Mathematics“ eine weitreichende Informationskampagne zum Thema Energieeffizienz. Ziel der aus acht Episoden bestehenden TV-Spot-Reihe ist es, den Kunden aufzuzeigen, wie sie durch kleine Veränderungen ihrer Gewohnheiten und kleine Investitionen ihren Energieverbrauch beträchtlich reduzieren können.

  • GRI-Indikator: Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen (EU27)

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