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Umweltschutz und Ressourcenschonung

Der Schutz der Umwelt und der sparsame Umgang mit Ressourcen gehören zu den zentralen CSR-Themen für ein Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen. In diesem Sinn steht das in der EVN Wesentlichkeitsmatrix mit hoher Priorität versehene CSR-Handlungsfeld „Umweltschutz und Ressourcenschonung“ für umweltschonende Energie-, Wasser- und Abfalldienstleistungen, die systematische Verbesserung der Umweltauswirkungen sowie eine effiziente und verantwortungsvolle Nutzung von Energie und Ressourcen.

Verantwortungsvolle Nutzung von Energie

In zahlreichen Bereichen erzielt die EVN durch den Einsatz neuer Technologien und durch ständige Optimierungsmaßnahmen, auch im Zusammenhang mit zusätzlichen freiwilligen Zielvereinbarungen im Rahmen ihrer EMAS-Zertifizierungen, laufend Effizienzsteigerungen.

Die Entwicklung des Eigenbedarfs an Energie der EVN im Vergleich zum Vorjahr ist in der Tabelle zu GRI-Indikator EN3 abgebildet. Die Energieintensität 1) der EVN beträgt 26,15 MWh Primärenergie pro abgesetzter GWh Strom. Zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs setzt die EVN unter anderem für Kurzstreckenfahrten so weit wie möglich Elektrofahrzeuge ein; für sonstige Betriebsfahrten wird ein vermehrter Einsatz alternativ angetriebener Fahrzeuge angestrebt. Zudem wird die Reisetätigkeit durch den verstärkten Einsatz von Videokonferenzen möglichst reduziert. In Bulgarien wurden zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs Fenster von Betriebsgebäuden ausgetauscht; an einem Hauptstützpunkt wurde zudem eine solarthermische Anlage zur Eigenversorgung mit Warmwasser installiert.
1) Die Energieintensität enthält den konzerninternen Eigenverbrauch von Strom, Erdgas, Wärme und Heizöl im Verhältnis zum Energieabsatz.

  • GRI-Indikatoren: Energieverbrauch innerhalb der Organisation (G4-EN3); Energieintensität (G4-EN5); Verringerung des Energieverbrauchs (G4-EN6)

Bei ihren Kunden in Österreich, Bulgarien, Mazedonien und Deutschland verursacht die EVN mit den Produkten und Dienstleistungen ihres Kerngeschäfts (Energie, Wasser, Dienstleistungen) keinen (zusätzlichen) Energieverbrauch. Zum Verbrauch bei Lieferanten und Auftragnehmern liegen keine Daten vor.

  • GRI-Indikator: Energieverbrauch außerhalb der Organisation (G4-EN4)
Direkter und indirekter Eigenenergieverbrauch der EVN
aufgeschlüsselt nach Primärenergieträgern (EN3, EN4)
2014/152013/141)2012/132)
ErdgasMWh7.0665.2586.229
StromMWh536.562459.049316.504
WärmeMWh9.1168.28310.260
Heizöl3)MWh307179324
GesamtMWh553.050472.769333.318

Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes in der EVN

Das Leitmotiv der EVN, „Energie vernünftig nutzen“, das auch Teil des EVN Logos ist, betont schon seit Langem, welch hohen Stellenwert das Unternehmen der effizienten Nutzung von Energie beimisst. Nach dem Motto „Nicht verbrauchte Kilowattstunden sind die günstigsten und umweltschonendsten“ hat die EVN ein Dienstleistungssortiment aufgebaut, das diesem Anspruch gerecht werden soll. Vielfältige Möglichkeiten der Energieberatung für Betriebe und Haushalte, die Installation von Photovoltaik-Anlagen, der Tausch von Wärmepumpen sowie effiziente Straßenbeleuchtung in Gemeinden sind nur einige Beispiele für Dienstleistungen, die die EVN zur Steigerung der Energieeffizienz für die unterschiedlichsten Kundensegmente anbietet.

Mit der im April 2015 eingeführten „EVN Bonuswelt“ liefert die EVN ihren Kunden zudem Anreize, nicht nur Energie zu sparen, sondern auch Produkte bzw. Geräte zu erwerben, mit denen die Energieeffizienz noch weiter gesteigert werden kann.

Die EVN sucht auch unternehmensintern laufend nach Möglichkeiten, ihren Energieverbrauch zu senken. Hier brachte ein Energieeffizienz- Ideenwettbewerb, bei dem alle Mitarbeiter aufgerufen waren, ihre Vorschläge einzubringen, viele neue Anregungen. Eine Maßnahme daraus ist die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf Kleinkraftwerken, um deren Eigenstrombedarf zu decken. Ein anderes Beispiel sind Spritspartrainings für Mitarbeiter, die viel reisen und durch eine bewusstere Fahrweise den Treibstoffverbrauch der EVN insgesamt reduzieren helfen. Für tatsächlich umgesetzte Ideen wurden Prämien vergeben, die sich an den erzielten Einsparungen orientieren. Die EVN versteht die Auseinandersetzung mit dem Thema Energieeffizienz nicht nur als gesetzliche Verpflichtung, sondern vielmehr als große Chance, neue Märkte und Geschäftsideen zu entwickeln, neue Kooperationspartnerschaften aufzubauen und nicht zuletzt den Kundenkontakt zu intensivieren.

20 Jahre EMAS in der EVN

Im Jahr 1993 hat die EU das Öko-Audit EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) als freiwilliges Umweltmanagementsystem eingeführt. Ziel der EMAS-Verordnung ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Die damit verbundene Umweltzertifizierung gilt als weltweit anspruchsvollste und umfassendste ihrer Art. Neben einer internen Auditierung der Einhaltung von Gesetzen und Bescheidvorgaben werden unter anderem Maßnahmen zur Reduktion von Ressourcenverbrauch und Emissionen definiert. Die EVN startete bereits 1995 mit der Zertifizierung ihrer Kraftwerke gemäß EMAS. Damit war das Kraftwerk Theiß eine der ersten EMAS-zertifizierten Anlagen in Niederösterreich, kurz darauf folgte das Kraftwerk Dürnrohr.

Jüngstes Mitglied der EMAS-Familie der EVN ist das Wärmekraftwerk Korneuburg, das im März 2014 erfolgreich nach EMAS/ISO 14001 auditiert wurde. Damit stammen nun 100 % der Energie aus den Wärmekraftwerken der EVN in Niederösterreich aus EMAS-auditierten Standorten. Zudem unterliegen auch die Anlagen der EVN Wärme seit mittlerweile 15 Jahren diesem freiwilligen Umweltmanagementsystem. Die 46 bereits zertifizierten Anlagen werden laufend um neu errichtete bzw. übernommene Fernwärmeanlagen erweitert. So ist für die nächste externe Auditierung im Frühjahr 2016 die Aufnahme von drei Neuanlagen geplant.

Als weitere Ergänzung erfolgte im Geschäftsjahr 2013/14 der Planungsstart für die Einbindung der EVN Direktion in das EMASUmweltmanagementsystem. Im Frühjahr 2015 begann das Projektteam nun mit konkreten Arbeitsschritten wie der Festlegung der Systemgrenzen und der relevanten Prozesse.

Energiespeicherung und Demand Side Management

Die steigende, jedoch volatile Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne verursacht einen erhöhten Bedarf an Flexibilität im Stromnetz, um Erzeugung und Verbrauch stets im Gleichgewicht zu halten. Durch aktives Demand Side Management (DSM) bzw. Last-Management kann der Energiebedarf der Verbraucher gesteuert und der aktuellen Stromerzeugung angepasst werden.

Die EVN beschäftigt sich schon seit Jahren mit diesem Thema und konnte nun erste Projekte erfolgreich umsetzen. Ein Beispiel dafür ist die Anwendung des Konzepts „Power-to-Heat“ im Projekt „Energiewandler“. Übersteigt das Angebot an Strom aus erneuerbarer Energie die Nachfrage, wird künftig mittels einer 5-MWAnlage Warmwasser produziert und im Fernwärmespeicher Theiß gespeichert. So kann die überschüssige Energie sinnvoll für die Fernwärmeversorgung der Stadt Krems genutzt werden.

Im Rahmen eines Smart-Grid-Projekts in Lichtenegg, Niederösterreich, erforscht die EVN die Kombination von Erzeugung, Energiespeicherung, Netzen und Verbrauch. Das optimierte Zusammenspiel der einzelnen Komponenten soll einen energie- und kosteneffizienten Systembetrieb ermöglichen. Ein Schlüssel zum Erfolg des Projekts wird in der Kommunikation der Systemteilnehmer gesehen; ein anderer in der Speicherung der Energie. Dafür kommt eine Vanadium-Redox-Flow-Batterie mit einer Leistung von 10 kW und einer Energiespeicherkapazität von 100 kWh zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe werden die Einsatzmöglichkeiten eines Speichers für zukünftige Energiesysteme analysiert, um eine emissionsärmere Zukunft und einen effizienteren Energieeinsatz zu ermöglichen.

Eine weitere Aktivität im Bereich des Demand Side Managements hat die EVN auch in ihrem bulgarischen Tochterunternehmen gestartet: Das Projekt iUrban, das von der EU finanziert und im Zeitraum von Oktober 2013 bis September 2016 umgesetzt wird, zielt darauf ab, eine Lösung für intelligentes Energie-Management zu entwickeln. Die dafür entwickelte webbasierte Software, die sowohl bei Haushaltskunden als auch auf kommunaler Ebene eingesetzt werden soll, ermöglicht die intelligente Zusammenführung von Energieangebot und -nachfrage. Dazu werden Informationen über die Verbrauchsgewohnheiten der Kunden in einer Online-Plattform gesammelt und dann zur effizienten Steuerung der lokal erzeugten sowie verbrauchten Energie verwendet.

Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen

Material

Die in der EVN eingesetzten Materialien sind zum Großteil Primärenergieträger wie fossile Brennstoffe, Abfälle und Biomasse. Unter diesen Materialien findet sich aus technischen Gründen wenig Recycling-Material. In den Anlagen zur Energieerzeugung sowie zur Abwasserbehandlung werden als Nebenkomponenten diverse Inhaltsstoffe verwendet.

  • GRI-Indikatoren: Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen (G4-EN1); Einsatz von Recycling-Material (G4-EN2)
Materialeinsatz zur Energieerzeugung1) (EN1) 2014/152013/142012/13
Fossile Brennstoffe2)Terajoule26.48324.15718.195
BiomasseTerajoule2.7662.7502.757
Abfälle3)Terajoule4.9594.6824.205
Materialeinsatz - Leitungsneubau in Niederösterreich1) (EN1)2014/152013/142012/13
km1.8181.3501.087
Leitungszuwachs Erdgaskm5134132
Leitungszuwachs Wärmekm1133568
Wassereinsatz (EN8)2014/152013/141)2012/13
Trinkwasser (kommunale Versorger)m3373.491360.338320.676
Brauchwasser (Grundwasser)m31.901.7241.919.1311.720.062
Kühlwasser (Oberflächenwässer)m3163.007.226158.617.752237.576.241
Betriebsmitteleinsatz in der
Energieerzeugung und
Abwasserreinigung1)(EN1)
2014/151)
Kalkt21.268
Ammoniakt1.004
Ammoniakwassert1.383
Deionatm3138
Schmierölet4
Salzsäuret186
Natronlauget66
Dosiermittelt11
Steinsalzt103
Kalkhydratt331
Fällungsmittell1.064
Flockungsmittell1.020
Zitronensäurel2
Harnstofft15

Wasser

Der Einsatz von Trinkwasser stieg insbesondere durch die höhere Anzahl von Anlagen im Bereich der Wärmeerzeugung. Diese Entwicklung konnte zum Teil durch Einsparungen an anderen Stellen kompensiert werden. Hauptverantwortlich für den Rückgang des Brauchwassers war ein geringerer Bedarf im Kraftwerk Dürnrohr. Der Anstieg des Kühlwassereinsatzes ist im Wesentlichen mit dem in Summe gestiegenen Einsatz der thermischen Kraftwerke zu erklären.

  • GRI-Indikator: GRI-Indikator: Gesamtwasserentnahme aufgeteilt nach Quellen (G4-EN8)

Die Anlagen der EVN beziehen ihr Wasser von kommunalen Versorgern bzw. aus Grundwasserbrunnen. Im Geschäftsjahr 2014/15 betrug der Kühlwasserdurchsatz bei den Wärmekraftwerken an der Donau 159,7 Mio. m³. Dieser Wert entspricht 0,27 % des durchschnittlichen Jahresvolumens der Donau, das sich beim Pegel Korneuburg1) (Messstellennummer 207241) auf 59.981 Mio. m³ beläuft. Der Grenzwert von 5 % wird somit deutlich unterschritten.

1) Quelle: Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2011, BMLFUW

  • GRI-Indikator: Durch die Wasserentnahme wesentlich beeinträchtigte Wasserquellen (G4-EN9)

Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden am Standort des Kraftwerks Dürnrohr 198 m³ Sickerwasser aus den Deponien (Messung mit Wasserzähler) sowie etwa 1.000 m³ Niederschlagswasser aus dem Sickerwasserbecken (Schätzung auf Basis der Niederschlagsmengen) in der Rauchgasreinigung wiederverwendet. Darüber hinaus nutzt die EVN kein rezykliertes Wasser oder Grauwasser.

Biodiversität

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität

Die EVN ist in allen ihren Aktivitäten bemüht, Eingriffe in die Natur auf das geringstmögliche Maß zu reduzieren. Dabei legt sie auch besonderes Augenmerk auf den Schutz der natürlichen Lebensräume von Tieren und Pflanzen im Umfeld ihrer Anlagen und Projekte. Durch die Infrastruktur der EVN – Kraftwerke und Netze – sind hauptsächlich Lebensräume im Wasser sowie in der Luft von möglichen Auswirkungen betroffen. Bei Wasserkraftwerken kann es vor allem aufgrund der eingeschränkten Durchgängigkeit von Fließgewässern zu Auswirkungen auf die Biodiversität kommen, bei thermischen Kraftwerken hingegen durch die Temperatur der in Fließgewässer eingeleiteten Kühlwässer. Windkraftwerke und Freileitungen können für verschiedene Vogelarten wie Störche, Kaiseradler und Großtrappen sowie Fledermäuse eine Gefahr darstellen, wenn sie sich in Höhe ihrer Flugrouten befinden. Bulgarien ist davon insofern besonders betroffen, als eine wichtige Route von Zugvögeln durch das Versorgungsgebiet der EVN führt.

  • GRI-Indikator: Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität (EN12)

Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der natürlichen Lebensräume

Zum Schutz der natürlichen Lebensräume in ihrem Einflussbereich setzt die EVN zahlreiche Initiativen und Programme um. Gerade im sensiblen Bereich des Vogelschutzes geschieht dies oft in enger Zusammenarbeit mit Experten von NGOs und Behörden. So werden sowohl in Österreich als auch in Bulgarien und Mazedonien zahlreiche Vogelschutzmaßnahmen in Form von Gemeinschaftsprojekten umgesetzt (siehe Aufzählung weiter unten).

Liegenschaften der EVN in Österreich in Schutzgebieten oder
angrenzend an Schutzgebiete1)
AnzahlFläche (in ha)
In Schutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m2679479,4
In Landschaftsschutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m2410369,9
In Natura-2000-Gebieten befindliche Liegenschaften über 50 m2526244,1
An Schutzgebiete direkt angrenzende Liegenschaften1924,2
Gesamt1.6341.117,6

In Bezug auf den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Gewässern achtet die EVN beim Betrieb von Wärmekraftwerken auf die sensible Biodiversität der Gewässer, indem sie Auflagen über Einleittemperaturen von Kühlwasser in Fließgewässer genau einhält (siehe dazu auch weiter unten). Bei Wasserkraftwerken wiederum wird auf die Wanderungsbewegungen von Fischen Rücksicht genommen, indem die EVN im Bereich ihrer Kraftwerke so genannte „Fischwanderhilfen“ errichtet.

Eine entscheidende Rolle beim Schutz der Biodiversität im Einzugsgebiet von Wasserkraftwerken spielt zudem die Stauraumüberwachung. Deshalb behandelt die EVN in einem jährlichen Treffen mit Behörden und Interessenvertretungen am Ottensteiner Stausee regelmäßig für diesen Fragenkomplex relevante Themen, insbesondere die Bedeutung des Stausees als Lebensraum für Fische. Eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung der Biodiversität im Stausee Ottenstein war die Installation einer Online-Monitoring-Anlage. Mit dieser Einrichtung, die von der DWS-Hydro-Ökologie GmbH mit Unterstützung der Stabsstelle für Umweltschutz und -Controlling der EVN entwickelt wurde, werden wichtige Parameter zur Bestimmung der Wasserqualität kontinuierlich erfasst und kontrolliert. Von einer schwimmenden Messstation aus kann dazu ein Sonden-Set die volle Tiefe des Sees erreichen und Parameter wie pH-Wert, Temperatur oder Sauerstoffgehalt in verschiedenen Wassertiefen messen. Ziel der dadurch möglichen umfangreichen Datenerfassung ist es, Rückschlüsse auf die Auswirkungen von Rückpumpbetrieb und Starkregen auf die Wasserqualität zu ziehen sowie die Algenentwicklung zu erforschen.

Zahlreiche weitere Projekte setzt die EVN zum Schutz der Artenvielfalt derzeit um:

  • Errichtung von Fischwanderhilfen bei den Kleinwasserkraftwerken Hohenstein, Erlauf, Zöbing, Wieselburg und Blumau
  • Projektstart im Geschäftsjahr 2014/15 zur Installation von Vogelschutzhauben für über 150 Masten der Netz Niederösterreich GmbH in Kooperation mit BirdLife Österreich nach erfolgreichen Abschluss des Pilotprojekts mit 20 Mittel - spannungsmasten
  • Gemeinschaftsprojekt mit der Gesellschaft für Großtrappenschutz in Österreich (Verlängerung im Rahmen des Projekts LIFE+)
  • Schaffung von Nestplattformen für Störche (gefährdete Gattung der Weiß- und Schwarzstörche) in Bulgarien und Mazedonien
  • Gemeinschaftsprojekt mit dem bulgarischen Verband für Vogelschutz zum Schutz der Kaiseradler und Jagdfalken (EU LIFE+ Programm)
  • Projekt zum Schutz der Vogelwelt der Burgas-Seen in Bulgarien
  • Gemeinschaftsprojekt mit der mazedonischen Umweltgesellschaft zum Vogelschutz im Gebiet Ovce Pole (Bewertung des Einflusses des Energienetzes auf Vögel)
  • Teilnahme an der Errichtung des mazedonischen nationalen Umweltnetzes MAK-NEN

Schutzgebiete in Niederösterreich (EN11)

Schutzgebiete in Bulgarien (EN11)




Zudem ist die EVN laufend bestrebt, die Auswirkungen ihrer Bauvorhaben auf die Biodiversität durch eine ökologische Bauaufsicht zu minimieren.

  • GRI-Indikator: EN13 Geschützte oder wiederhergestellte natürliche Lebensräume (G4-EN13)

Die Länder, in denen die EVN ihre Hauptgeschäftsstandorte im Energiegeschäft hat – Bulgarien, Mazedonien und Österreich –, sind auch Lebensräume für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten. Eine Auflistung, gereiht nach Gefährdung der Arten gemäß International Union for Conservation of Nature (IUCN), findet sich in nachstehender Tabelle.

Gefährdete Arten gemäß roter Liste
des IUCN mit Lebensraum in Bulgarien,
Mazedonien und Österreich (EN14)
TierartenPflanzenarten
Vom Aussterben bedroht
(critically endangered)
480
Stark gefährdet (endangered)6210
Gefährdet (vulnerable)1177
Geringfügig gefährdet (near threatened)11612
Nicht gefährdet (least concern)1.109415
  • GRI-Indikator: Gefährdete Arten laut IUCN und nationalen Listen mit Lebensraum in Geschäftsgebieten (G4-EN14)

Für eine flächendeckende Versorgung der Kunden ist ein ausreichend dichtes Strom- und Gasleitungsnetz erforderlich. Rund 25 % der Fläche Niederösterreichs sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Um den Einfluss auf solche Gebiete so gering wie möglich zu halten, legt die EVN großen Wert auf eine verantwortungsvolle Netzplanung und -errichtung.

In der Berichtsperiode wurden für Windkraftanlagen in Niederösterreich Ersatzflächen im Ausmaß von insgesamt 77,75 ha vorgehalten. Ersatzflächen für Leitungstrassen können den öffentlich aufliegenden Unterlagen zu Umwelt- und Naturverträglichkeitsprüfungen (UVP, NVP) entnommen werden.

Abfall und Abwasser

Die EVN ist mit ihren Tochtergesellschaften EVN Wasser und WTE sowohl in der Trinkwasserversorgung als auch in der Abwasserbehandlung tätig und trägt dadurch zur Sicherstellung eines intakten Wasserkreislaufs bei. Im Bereich der Abwasserentsorgung bereitete die Umwelttochter WTE im Jahr 2014 mit den von ihr betriebenen Anlagen bei einer mittleren Reinigungsleistung von 88 % 1) insgesamt rund 156,3 Mio. m3 Abwasser auf. Dies entspricht etwa 1,5 Mio. Einwohnerwerten. Der dabei entstehende Klärschlamm wird zum Teil in der Landwirtschaft und zur Kompostproduktion verwendet, zum Teil wird er deponiert oder zur Wärmeproduktion eingesetzt. Insgesamt hat die WTE seit ihrem Bestehen bereits über 100 Abwasserbehandlungsanlagen geplant und errichtet, derzeit befinden sich acht Anlagen für 1,97 Mio. Einwohnerwerte in Bau. Bei 23 Anlagen verantwortet die WTE auch den Anlagenbetrieb. In Summe werden die Abwässer von rund 17,2 Mio. Menschen mit Anlagen der WTE gereinigt und dem Wasserkreislauf wieder zugeführt.

1) Gemittelter Wert über die Parameter chemischer Sauerstoffbedarf, biologischer Sauerstoffbedarf, Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor. Der Prozentwert bedeutet, dass 88 % der Schadstoffe abgebaut werden konnten.

Wenn sich bei einem Standort Art oder Menge des Abwasserstroms von haushaltsüblichen Abwässern unterscheiden, schließt die EVN im Fall eines Kanalanschlusses einen Vertrag mit den Kläranlagenbetreibern gemäß Indirekteinleiter-Verordnung ab. Diese Verträge enthalten detaillierte Regelungen über die erlaubte Abwassermenge, die wesentlichen Inhaltsstoffe und die erforderlichen Abwasseruntersuchungen. Direkteinleitungen in ein Oberflächengewässer sind durch die Abwasseremissionsverordnung sowie durch diverse wasserrechtliche Vorschriften geregelt. Die EVN lässt ihre Abwasserströme regelmäßig durch akkreditierte Prüfanstalten prüfen. Durch die strikte Einhaltung der Bescheidauflagen bezüglich der Einleittemperaturen von Kühlwasser werden mögliche schädliche Umweltauswirkungen minimiert. Die Kläranlagen der EVN Tochtergesellschaften leiteten im Geschäftsjahr 2014/15 in fünf Ländern insgesamt 156.219.490 m³ gereinigte Abwässer in Oberflächenwässer ein.

Alle regelmäßig anfallenden gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle werden in Österreich auf Basis von Rahmenverträgen an berechtigte Entsorgungsfirmen abgegeben, die diese Abfälle gemäß österreichischem Recht einer umweltgerechten Entsorgung (thermische bzw. stoffliche Verwertung oder Deponierung) zuführen. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden keinerlei gefährliche oder nicht gefährliche Abfälle grenzüberschreitend entsorgt.

Kraftwerk Duisburg-Walsum –
Verwertete Mengen an Nebenprodukten (EN23)

Österreichische Kraftwerke –
Verwertung Kraftwerksnebenprodukte (EN23)

Flug- und Grobasche wird bei der EVN zu 100 % verwertet. Das Abfallprodukt REALIT wurde bis Oktober 2009 auf betriebseigenen Deponien abgelagert, seit November 2009 wird auch REALIT zu 100 % verwertet. Die Biomasseasche aus der Fernwärmeproduktion wird etwa zur Hälfte über Entsorger einer Verwertung zugeführt.

  • GRI-Indikatoren: Abfall nach Art und Entsorgungsmethode (G4-EN23); Gewicht des importierten, exportierten Abfalls, der als gefährlich eingestuft ist (G4-EN25)

Umweltrelevante Zwischenfälle jeglicher Art werden von der EVN in einem einheitlichen Meldewesen erfasst, das sämtliche Anlagen in Österreich, Bulgarien und Mazedonien inkludiert. In Österreich kam es im Geschäftsjahr 2014/15 zu drei signifikanten Verschmutzungen durch Anlagen der EVN. Es handelte sich in allen drei Fällen um Ölaustritte, durch die in Summe etwa 10 m³ Erdreich verunreinigt wurden. Für das Grundwasser bestand in keinem Fall Gefahr. In allen Fällen wurde das kontaminierte Erdreich abgegraben und entsorgt, die entstandenen Gruben wurden mit sauberem Erdreich aufgefüllt. In Bulgarien und Mazedonien gab es keine Zwischenfälle.

  • GRI-Indikator: Gesamtzahl und -volumen signifikanter Verschmutzungen (G4-EN24)
Entwicklung der Abfallmengen1) (EN23, EN25) 2014/152013/142)2012/13
Gefährliche Abfället11.24610.7039.266
Nicht gefährliche Abfället166.592180.512137.663
   
Export gefährlicher Abfälle3)  
Gefährliche Abfället000

Ein Großteil der Abwässer der EVN wird über Kläranlagen gereinigt, bevor sie in ein Oberflächengewässer gelangen. Aus den Kraftwerken werden qualitätsüberwachte Abwasserströme entsprechend den geltenden Umweltnormen in die Donau geleitet. Daraus ergeben sich keine relevanten Beeinträchtigungen.

  • GRI-Indikator: Durch Abwassereinleitungen und Oberflächenabfluss belastete Gewässer (G4-EN26)

Produkte und Dienstleistungen und ihr Transport

Aufgrund des Unternehmensgegenstands der EVN betreffen Umweltauswirkungen der Produkte hauptsächlich Emissionen. Zur Vermeidung und Minimierung dieser Emissionen setzt die EVN zahlreiche Maßnahmen, unter anderem in Form von Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten, durch den Einsatz modernster Filtertechnologie in bestehenden Kraftwerken zur Vermeidung von Emissionen sowie durch laufende innerbetriebliche als auch kundenseitige Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Gleichzeitig soll der Anteil erneuerbarer Energie an der Gesamt-Stromerzeugung auf 50 % gesteigert werden.

  • GRI-Indikator: Initiativen zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen (G4-EN27)

Da die von der EVN gelieferte Energie über Leitungen transportiert wird, sind lediglich die ökologischen Auswirkungen von deren Errichtung relevant. Diese werden in Natur- und Umweltverträglichkeitsprüfungen erhoben und sind jeweils aus den öffentlich aufliegenden Unterlagen ersichtlich. Die ökologischen Auswirkungen des Transports von Mitarbeitern sind in den Indikatoren EN15 (Treibstoffe) sowie EN17 (Flüge) enthalten. Daten zu Emissionen, die bei Vorlieferanten durch den Transport entstehen, werden nicht erhoben.

  • GRI-Indikator: Erhebliche ökologische Auswirkungen durch den Transport (G4-EN30)

Umweltschutzausgaben und -investitionen

Die Umweltkostenrechnung der EVN umfasst alle vollkonsolidierten und relevanten Töchter des Konzerns in Österreich, deren umweltbezogene Gesamtausgaben in der Berichtsperiode voraussichtlich über 10.000 Euro liegen werden. Grundlage der Erhebungen ist die Internationale Leitlinie Umweltkostenrechnung der International Federation of Accountants. Umweltkosten stellen demnach die monetarisierten internen Kosten der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt und im Besonderen die Kosten der Schadensvermeidung und der Schadensbehebung dar. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurde die Umweltkostenrechnung im Zuge der Einführung einer neuen Kostenrechnungsstruktur neu aufgesetzt. Deshalb ist die Vergleichbarkeit mit vergangenen Perioden eingeschränkt, sodass von ihrer Darstellung abgesehen wurde.

Im Geschäftsjahr 2014/15 betrugen die Umweltkosten der analysierten Unternehmensbereiche 88,8 Mio. Euro. Die zugrunde liegenden Schadensbehebungskosten, z. B. solche für Altlastensanierung, und Schadensvermeidungskosten, etwa Aufwendungen für Umweltmanagement oder Rauchgasreinigung, teilen sich auf die im Diagramm genannten Umweltmedien und Kostenkategorien auf. Im Bereich der Emissionsbehandlung ist die Rauchgasreinigung als größter Posten zu nennen. Die umweltbezogenen Erlöse (Altmetallverkauf, Dampf aus Abfallverbrennung) beliefen sich im Geschäftsjahr 2014/15 auf 23,5 Mio. Euro.

  • GRI-Indikator: Gesamte Umweltschutzausgaben und -investitionen (G4-EN31)
  • Umweltkosten nach Kostenkategorien und Umweltmedien (EN31)

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