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Erzeugung

Das Segment „Erzeugung“ umfasst die Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und erneuerbarer Energie in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Albanien sowie Projekte für zukünftige Erzeugungsanlagen in Österreich und Bulgarien.

Die Außenumsätze des Segments resultieren vorwiegend aus dem Verkauf erneuerbaren Stroms aus Windkraft. Für den konzerninternen Umsatz wird für die Stromerzeugung (im Wesentlichen jene in Wasserkraftwerken sowie nicht mehr im Förderregime stehenden Windkraftanlagen) der Strommarktpreis abgebildet. Für Kraftwerke mit flexibel steuerbarer Erzeugung wird der Optionswert dargestellt. Dieser spiegelt die Deckungsbeiträge aus mittel- und kurzfristig realisierten Optionalitäten wider. Die Verrechnung der Energielieferungen der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH beinhaltet im Wesentlichen die Betriebs-, Finanzierungs- und Primärenergiekosten. Die Vermarktung des im Segment erzeugten Stroms sowie die Primärenergiebeschaffung werden im Segment Energiehandel und -vertrieb abgebildet.

Die Erträge aus den Beteiligungen der EVN an den Kraftwerken Verbund- Innkraftwerke sowie der EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und Betriebs GmbH & Co KG, Wien, werden als Ergebnisanteile at Equity einbezogener Unternehmen mit operativem Charakter im EBIT erfasst. Die Beteiligung an der STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft wird als anteilig konsolidiertes Unternehmen abgebildet.

Highlights 2014/15

  • Anstieg der Stromerzeugung im Segment um 9,9 %
    - Inbetriebnahme des 37-MW-Windparks Prottes-Ollersdorf
    - Vollbetrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum und des Windparks Prellenkirchen
    - Produktion aus Windenergie um 25,6 % gesteigert
    - Deutlich stärkerer Einsatz der thermischen Kraftwerke zur Netzstabilisierung
  • Wertminderungen in Österreich und Deutschland belasten Ergebnis
  • Gesteigertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern

Entwicklung der Erzeugung

Im Segment Erzeugung wurde die Stromproduktion im Geschäftsjahr 2014/15 um 369 GWh bzw. 9,9 % auf 4.089 GWh gesteigert. Dabei stieg die thermische Erzeugung in den Wärmekraftwerken um 230 GWh bzw. 10,5 % auf 2.416 GWh, und auch die Erzeugung aus erneuerbarer Energie lag mit 1.673 GWh um 139 GWh bzw. 9,1 % über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Die Kraftwerke Theiß und Korneuburg standen wie schon in den beiden vorangegangenen Jahren auch im Winter 2014/15 als Reservekapazität für den süddeutschen Raum zur Verfügung. Im Berichtszeitraum wurde zudem ein Vertrag zur Bereitstellung von Reservekapazität im Ausmaß von 775 MW für den süddeutschen Raum für das Winterhalbjahr 2016/17 unterzeichnet. Damit werden die Kraftwerke durchgehend bis einschließlich des Winterhalbjahres 2017/18 bereitstehen. Im Geschäftsjahr 2014/15 erfolgten mehr als 80 Abrufe der Kraftwerke der EVN zur Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland.

Im Steinkohlekraftwerk Dürnrohr lag die Produktion unter dem Vorjahresniveau. Hauptverantwortlich dafür waren temporäre Stillstände aufgrund der aktuellen Marktverwerfungen, die die Wirtschaftlichkeit der Stromproduktion in konventionellen Kraftwerken derzeit stark beeinträchtigen. Der Vollbetrieb des im Dezember 2013 in Betrieb gegangenen Kraftwerks Duisburg-Walsum führte in Summe jedoch zu einem Anstieg der thermischen Produktion im Jahresvergleich. Trotz der wasserarmen Sommermonate konnte auch die Produktion aus Wasserkraft dank des regenreichen Frühjahrs um 1,9 % gesteigert werden. Die Erzeugung aus Windkraftanlagen nahm insbesondere aufgrund der Inbetriebnahme des 37-MWWindparks Prottes-Ollersdorf und des Vollbetriebs des im Vorjahr ans Netz gegangenen Windparks Prellenkirchen um 25,6 % zu.

In der Berichtsperiode konnten auf Konzernebene 25,3 % (Vorjahr: 22,7 %) des abgesetzten Stroms durch eigene Produktion abgedeckt werden; in Österreich und Deutschland lag dieser Wert bei 60,2 % (Vorjahr: 55,2 %). Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromproduktion auf Konzernebene lag bei 43,1 % (Vorjahr: 42,5 %).

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse des Segments haben sich im Geschäftsjahr 2014/15 um 25,6 Mio. Euro bzw. 13,7 % auf 213,1 Mio. Euro erhöht. Neben höheren verfügbaren Produktionskapazitäten sowie einem verbesserten Wind- und Wasserdargebot wirkten sich vor allem Erlöse aus der Lieferung von Regelenergie und dem Engpassmanagement durch Abrufe des österreichischen Übertragungsnetzbetreibers sowie Erlöse aus der Bereitstellung von Reservekapazitäten zur Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum positiv auf die Umsatzentwicklung aus.

Operativer Aufwand

Der operative Aufwand erhöhte sich in der Berichtsperiode um 4,6 Mio. Euro bzw. 4,0 % auf 119,7 Mio. Euro. Während der Vollbetrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum sowie der Einsatz der Gaskraftwerke zur Netzstabilisierung zu einer Erhöhung der Einsatzkosten für Energieträger führte, konnten Optimierungsmaßnahmen in der Betriebsführung der thermischen Kraftwerke diesen Anstieg nahezu kompensieren.

Kennzahlen - Erzeugung 2014/152013/14
+/–
absolut in %
2012/131)
Energiewirtschaftliche KennzahlenGWh
Stromerzeugung 4.0893.7203699,93.021
davon erneuerbare Energie 1.6731.5341399,11.637
davon Wärmekraftwerke 2.4162.18623010,51.384
FinanzkennzahlenMio. EUR
Außenumsatz 52,733,719,056,539,0
Innenumsatz 160,4153,86,64,375,3
Gesamtumsatz 213,1187,525,613,7114,3
Operativer Aufwand –119,7–115,1–4,6–4,0–78,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
 –24,6–38,914,236,6–45,0
EBITDA 68,733,635,2–9,1
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
 –79,2–86,77,5–27,9
Operatives Ergebnis (EBIT) –10,5–53,142,68,6–37,0
Finanzergebnis –18,2–25,37,180,3–12,5
Ergebnis vor Ertragsteuern –28,7–78,449,763,4–49,5
Gesamtvermögen 1.157,21.218,2–61,0–5,01.139,9
Gesamtschulden 959,11.034,7–75,6–7,3891,5
Investitionen2) 54,488,9–34,5–38,874,4

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 14,2 Mio. Euro bzw. 36,6 %, lag mit –24,6 Mio. Euro aber weiterhin im negativen Bereich. Maßgeblich verantwortlich dafür war die Beteiligung an der Verbund Innkraftwerke GmbH, für die auf Basis der aktuellen Annahmen zur zukünftigen Strompreisentwicklung im vierten Quartal 2014/15 eine Wertminderung durchgeführt werden musste.

Operatives Ergebnis

Per Saldo ergab sich für den Berichtszeitraum ein positives EBITDA in Höhe von 68,7 Mio. Euro, das um 35,2 Mio. Euro über jenem des Vorjahres lag. Die Abschreibungen inklusive der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen verringerten sich um 7,5 Mio. Euro bzw. 8,6 % auf 79,2 Mio. Euro, während die laufenden Abschreibungen aufgrund des erstmaligen Vollbetriebs des Kraftwerks Duisburg- Walsum über eine gesamte Geschäftsperiode sowie der Inbetriebnahme der Windparks Prellenkirchen und Prottes-Ollersdorf höher ausfielen. Für das Kraftwerk Dürnrohr mussten bereits im ersten Halbjahr 2014/15 Wertminderungen in Höhe von 17,0 Mio. Euro vorgenommen werden. Sie ergaben sich überwiegend aus künftig erwarteten erhöhten Instandhaltungs- und Betriebskosten infolge der Schließung eines Kraftwerksblocks von Verbund am gemeinsamen Standort Dürnrohr mit April 2015. In Summe lagen die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen, die sich aus der weniger günstigen Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung ergaben, mit –24,5 Mio. Euro um 11,5 Mio. Euro bzw. 31,9 % unter dem Vorjahreswert. Das EBIT betrug für das abgelaufene Geschäftsjahr –10,5 Mio. Euro und erhöhte sich damit um 42,6 Mio. Euro bzw. 80,3 %.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis für das Geschäftsjahr 2014/15 belief sich auf –18,2 Mio. Euro und lag damit um 7,1 Mio. Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres. Hauptfaktoren dafür waren rückläufige Finanzverbindlichkeiten und das allgemeine Zinsniveau. Das Ergebnis vor Ertragsteuern verbesserte sich von zuvor –78,4 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2014/15 um 49,7 Mio. Euro bzw. 63,4 % auf –28,7 Mio. Euro.

Investitionen

Das Investitionsvolumen des Segments verringerte sich in der Berichtsperiode um 34,5 Mio. Euro bzw. 38,8 % auf 54,4 Mio. Euro. Der Vorjahreswert hatte noch Investitionen für die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum enthalten. Die im Berichtszeitraum erfolgten Investitionen entfielen nahezu vollständig auf Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie. So wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr der Windpark Prottes- Ollersdorf mit einer Kapazität von 37 MW eröffnet, womit die EVN nun insgesamt 16 Windparks mit einer Gesamterzeugungskapazität von 250 MW betreibt.

Ausblick

Die weiterhin niedrigen oder negativen Spreads zwischen den Kosten der Primärenergie und den Großhandelspreisen für Strom führen zu geringen Einsatzzeiten in der thermischen Erzeugung. Diese wird hauptsächlich für Ausgleichsenergie und Engpass-Management eingesetzt. Durch den Wegfall der Einmaleffekte aus der Bewertung ist im Geschäftsjahr 2015/16 von einer Verbesserung des Ergebnisses auszugehen. Das Ausmaß wird von der tatsächlichen Anzahl der Abrufe der thermischen Erzeugungsanlagen zur Netzstabilisierung abhängen. Ein positiver Ergebniseffekt sollte aus dem ganzjährigen Betrieb des Windparks Prottes-Ollersdorf resultieren.

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