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Editorial

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
sehr geehrte Damen und Herren!

Im Geschäftsjahr 2014/15 ist das operative Geschäft zufriedenstellend verlaufen, und dank einer guten Entwicklung des Cash Flow konnten wir unsere Nettoverschuldung deutlich reduzieren (siehe hier).

Die strukturellen Themenstellungen für den Energiemarkt sind aber weiterhin aufrecht. So ist aufgrund der Verwerfungen auf den Großhandelsmärkten vor allem ein rentabler Einsatz von Gaskraftwerken weiterhin nicht möglich. Es entwickeln sich aber zusehends neue Marktmechanismen, in denen die Bereitstellung von Kraftwerksreserven berücksichtigt wird. Die EVN stellt ihre Gaskraftwerke bereits seit 2011 als Reserve für den süddeutschen Raum zur Verfügung und wird dies auch weiterhin tun (siehe hier).

In Südosteuropa schreitet die Öffnung der Strommärkte weiter voran. Dabei werden in Bulgarien die Geschäftskunden bereits sukzessive in den liberalisierten Markt übergeführt, während die Haushalts- und Gewerbekunden noch zu regulierten Preisen beliefert werden. In Mazedonien erfolgt die Liberalisierung schrittweise für einzelne Kundengruppen, jeweils in Abhängigkeit von ihrem Jahresstromverbrauch. In beiden Ländern hat sich die EVN bereits mit eigenen Liefer- und Handelsgesellschaften positioniert, um am liberalisierten Markt teilnehmen zu können.(siehe Revision und Risikomanagement der EVN bzw. Erzeugung)

Im internationalen Projektgeschäft haben wir im Geschäftsjahr 2014/15 eine Einigung mit der Stadt Moskau bezüglich der Natriumhypochloritanlage gefunden. Die Anlage wurde an das städtische Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen veräußert und im März erfolgreich in Betrieb genommen. Nach diesem Schritt werden wir uns in diesem Bereich nun wieder auf neue Projekte konzentrieren (siehe hier).

Die Investitionsstrategie der EVN sieht einen klaren Fokus auf den Heimmarkt Niederösterreich vor. Innerhalb von vier Jahren soll hier 1 Mrd. Euro in die Bereiche Netzinfrastruktur, erneuerbare Energie und Wasserversorgung fließen. Der Hauptschwerpunkt liegt dabei auf Netzinvestitionen, um das erhöhte Einspeisevolumen aus erneuerbarer Erzeugung transportieren und die Netzstabilität gewährleisten zu können. Oberstes Ziel ist bei alldem die Gewährleistung der Versorgungssicherheit für unsere Kunden. Im Bereich Windkraft haben wir zuletzt den Windpark Prottes-Ollersdorf mit einer Leistung von 37 MW fertiggestellt. Damit verfügt die EVN über eine Kapazität von 250 MW zur Erzeugung von Windstrom und kommt ihrem Ausbauziel von 300 MW immer näher. In der Wasserversorgung sind wir laufend dabei, unsere Leitungsnetze in den Ballungsräumen zu verstärken. Gleichzeitig errichten wir Naturfilteranlagen zur natürlichen Reduktion der Wasserhärte, um den steigenden Anforderungen der Kunden an die Wasserqualität zu entsprechen. Zwei solcher Anlagen konnten bereits in Betrieb genommen werden, eine weitere Anlage befindet sich derzeit in Bau..

Die Energiewirtschaft befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Altbewährte Prinzipien scheinen nicht mehr zu gelten, neue Geschäftsmodelle etablieren sich, und neue Wettbewerber werden aktiv. Die EVN hat sich vor diesem Hintergrund in den vergangenen Monaten intensiv mit Szenarien und Optionen für die künftige Unternehmensentwicklung befasst. Deshalb möchten wir das Thema Zukunft in diesem Ganzheitsbericht ganz in den Mittelpunkt rücken. Dazu beschreiben wir den Prozess, den wir durchlaufen haben, um mögliche Zukunftsszenarien zu erarbeiten. In weiterer Folge beschäftigen wir uns dann näher mit jenen Szenarien, die wir für wahrscheinlich halten, und zeigen mögliche Antworten der EVN auf (siehe hier).

Unterschrift Layr Unterschrift Szyszkowitz

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr
Sprecher des Vorstands

Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA
Mitglied des Vorstands


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