DE   /   EN

Trends – Thesen – Szenarien

Doch wohin ist die Reise konkret gegangen, wohin hat der Weg über Trends, Thesen und Handlungsoptionen letztlich geführt? Andrea Edelmann: „Wir sind iterativ, also in mehreren Schleifen, vorgegangen und haben uns dabei so ziemlich der aktuellsten Methoden bedient, die derzeit verfügbar sind. Im Wesentlichen war dies eine Kombination aus der Szenario-Methode mit Trendanalyse und dem Design-Thinking-Ansatz.“

Für die am Beginn stehende umfangreiche Recherche von Trends und Einflussfaktoren wurden Interviews mit rund 50 Führungskräften und Experten der EVN sowie 40 externen Fachleuten aus diversen Bereichen geführt. Auch die Ergebnisse des EVN Trend Monitors – einer internen Web-Plattform zur strukturierten Erfassung aktueller Trends – und der Group Conference „SmartEVN 2013“ flossen ein. Ergebnis war eine Liste von zwölf stark verdichteten und nach Ansicht des Teams für die EVN besonders relevanten Themen, darunter etwa die zunehmende Digitalisierung, die Entwicklung von Smart Utilities, die anhaltende Urbanisierung und Mobilitätsveränderung, die Betonung des Aspekts der Nachhaltigkeit in Produktion und Ressourceneinsatz, die rasante Innovation und Technologieentwicklung sowie die Veränderung der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Methoden des EVN Zukunftslabors

Die Teams des EVN Zukunftslabors nutzten in ihrer Arbeit aktuelle Methoden der strategischen Planung – darunter die Szenario-Methode und den Design-Thinking-Ansatz. Immerhin ging es darum, konkrete und vor allem realistische Zukunftsszenarien zu entwerfen und entsprechende Lösungsansätze für den EVN Konzern zu entwickeln.

Szenario-Methode – Bereit für die Zukunft

Ziel der Szenario-Methode ist es, mögliche alternative Entwicklungen der Zukunft – also „Szenarien“ – zu definieren, die als Grundlage für strategische Entscheidungen und Handlungsoptionen dienen sollen. Den Ausgangspunkt bildet dabei ein „Trendszenario“ – eine Entwicklung, die aus aktueller Sicht plausibel erscheint. Rund um dieses Trendszenario werden alternative Szenarien entworfen, die positive ebenso wie negative Entwicklungen abbilden. Diskontinuitäten und Brüche innerhalb dieses Bündels aus Szenarien dienen als Basis für weitere Optionen zukünftiger Entwicklungen, die aus aktueller Sicht nicht zu erwarten, aber dennoch denkbar sind. Schließlich werden alle Szenarien auf ihre Plausibilität überprüft. Aus diesen „robusten“ Szenarien werden schließlich Handlungsoptionen für verschiedene Akteure abgeleitet. Entscheidungsträger können sich so aktiv auf potenzielle Entwicklungen der Zukunft einstellen.

Design Thinking – Auf der Suche nach einfachen Antworten

„Ein Problem darf kompliziert sein, seine Lösungen nicht“, lautet ein zentraler Leitgedanke des Design-Thinking-Ansatzes, der zur Problemlösung in vielen Bereichen – von der Politik bis hin zur Forschung – angewendet wird. Design Thinking kombiniert kreative und analytische Verfahren, die von interdisziplinären Teams angewendet werden. Dabei wird ein Problem ganzheitlich und bis ins kleinste Detail analysiert. Oft ergibt sich schon daraus ein entsprechender Lösungsansatz.

Das auf dieser Grundlage anschließend entwickelte Bündel an Thesen gliederte sich in die Themenfelder Ökonomie, Ökologie, Technik, Gesellschaft und Politik. „Die Thesen verstanden sich als Aussagen über die Zukunft auf Basis der zuvor aufgezeigten Trends und deren Kombinationen“, erläutert Andrea Edelmann: „Jeder aus dem Team musste insgesamt zehn Thesen formulieren. In Summe ergab das deutlich mehr als 100 Thesen mit einer erheblichen Bandbreite.“ Und sie nennt gleich einige Beispiele: „Der Bogen reichte von ‚Der Kunde erzeugt zunehmend selbst Energie’ über ‚Public- Private-Partnership-Modelle gewinnen an Bedeutung’ bis hin zu ‚Der Zugang zu sauberem Wasser wird zum Luxus’.“

Die nächste Aufgabe bestand nun darin, diese Thesen zu gruppieren und in Szenarien zusammenzufassen. Roman Igelspacher, Experte für Energiewirtschaft in der EVN: „Die Szenarien sollten die Welt abbilden, wie sie in zehn Jahren unter Berücksichtigung der von uns formulierten Thesen aussehen könnte. Wir haben dafür zunächst jene Thesen zusammengefasst, die für uns intuitiv zusammenpassten. Daraus ergaben sich auch bereits durchaus plausible Szenarien. Um uns aber nicht nur auf unser Bauchgefühl zu verlassen, ließen wir noch einen Cross Check durch eine Peer Group anhand der bewährten Szenario-Methode folgen.“ Als Peer Group dienten dabei die so genannten „Trendscouts“, die den EVN Trend Monitor laufend betreuen und dadurch mit der Thematik vertraut sind. Ihr Cross Check bringt ein eindeutiges Ergebnis: „Er hat unsere Szenarien bestätigt und zu einer weiteren Schärfung beigetragen“, so Andrea Edelmann.

Quickfinder 

Zuletzt besuchte Seiten