Suchergebnisse zu 
Logo

Fresenius Medical Care

Die komplizierten Wechselwirkungen und Begleiterscheinungen, die das Versagen der Niere im Körper zur Folge hat, werden immer besser erforscht. Parallel zu den medizinischen Erkenntnissen wachsen auch die technologischen Möglichkeiten, Patienten zu therapieren. Für die Forschung und Entwicklung von Fresenius Medical Care bedeutet das: Wir wollen neue Erkenntnisse zügig in marktreife Weiter- und Neuentwicklungen umsetzen und so entscheidend dazu beitragen, Patienten immer schonender, sicherer und individueller behandeln zu können.

Mit zunehmendem Alter wächst unter Dialysepatienten auch die Häufigkeit von Begleiterkrankungen, z. B. von schweren Herz- und Gefäßleiden. Diese stellen sich typischerweise ein, wenn der Körper als Folge des Nierenversagens dauerhaft durch Überwässerung belastet ist. Daher nehmen die Begleiterscheinungen einen immer breiteren Raum in unserer Entwicklungsarbeit ein – in Form von Diagnose- und Therapiesystemen, die über die eigentliche Dialyse hinausgehen.

Ein weiterer Fokus unserer Forschung und Entwicklung sind Heimtherapien – die Peritonealdialyse, die Heimhämodialyse und langfristig auch die tragbare künstliche Niere – sowie die damit verbundenen Technologien und Produkte. Denn eine Behandlung zu Hause gewährt geeigneten Patienten nicht nur größere Freiheiten in der Gestaltung ihres Lebensalltags, sie entlastet auch die Kapazitäten der Dialysekliniken und ermöglicht Menschen in Gebieten mit schwacher Gesundheitsinfrastruktur überhaupt erst den Zugang zu einer Behandlung.

Angesichts des steigenden Kostendrucks im Gesundheitswesen müssen Innovationen immer auch bezahlbar sein. Eine hochwertige Behandlung ist zugleich kosteneffizient, wenn sie Risiken und Komplikationen minimiert und dadurch Zusatzkosten, etwa für Krankenhausaufenthalte, vermeidet. Unsere Forschung und Entwicklung arbeitet gezielt an Produkten und Dienstleistungen, die unsere Kunden dabei unterstützen, Patienten in hoher Qualität und zugleich zu bezahlbaren Kosten zu versorgen.

Verschiedene Schwerpunkte unserer Arbeit sind nachfolgend näher ausgeführt:

Wir arbeiten im Rahmen eines kontinuierlichen Produktverbesserungsprozesses gezielt daran, das Risiko zu minimieren, dass Patienten durch einen technischen Fehler oder durch menschliches Versagen zu Schaden kommen. Ein seltenes, aber besonders gefährliches Risiko ist der Blutverlust während der Dialyse – etwa durch Leckagen im Blutschlauch system oder wenn sich die Fixierung der Nadel löst, die den Gefäßzugang des Patienten mit dem Blutschlauchsystem verbindet. Der Blutverlust kann dann unvermittelt eintreten und innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen. Fresenius Medical Care hat deshalb ein neues Sicherheitssystem auf der Grundlage einer innovativen Software entwickelt: den Venous Needle Disconnect (VND). Dieses System ist in der Lage, extrakorporale Drucksignale intelligent auszuwerten: Es kann gewöhnliche Störgrößen als solche erkennen und bei poten ziell gefährdenden, feinen Druckunregelmäßigkeiten – z. B. durch das Verrutschen der Nadel, Leckagen oder abgeknickte Blutschlauchsegmente – mit einem Alarm reagieren, der die notwendigen Sicherheitsreaktionen des Dialysegeräts aktiviert. Der VND ist eine wichtige Innovation, dank derer ein auftretender Blutverlust besser erkannt werden kann. Dennoch wird sich auch durch diese Innovation das Risiko eines Blutverlusts nicht vollständig vermeiden lassen; es kann jedoch minimiert werden, indem VND mit dem Wetness Detector kombiniert wird. Wir sind überzeugt, mit dem neuen System eine besonders zuverlässige Technologie entwickelt zu haben, zu der es unserem Erachten nach bislang im Dialysemarkt keine vergleichbare Alternative gibt.

Seit November 2011 werden diese Funktionen unter dem Namen Venous Access Monitoring (VAM) mit einer speziellen Software für das Hämodialyse-Therapiesystem 5008 in den Markt eingeführt. Diese Softwareversion umfasst auch die Schnittstelle für den Anschluss eines Wetness Detectors am Gefäßzugang des Patienten. Der Wetness Detector ist ein Sensor, der auf Feuchtigkeit reagiert, sobald Blut am Gefäßzugang austritt. VAM hat sich in umfangreichen klinischen Tests mit rund 40.000 Hämodialysebehandlungen als erfolgreich erwiesen.

Einen Fortschritt haben wir auch im Bereich Dialysatoren mit dem FX CorDiax Dialysator erreicht, der im Juni 2011 eingeführt wurde. Er enthält die besonders leistungsstarke Helixone® plus-Membran. Diese filtert Giftstoffe mit mittlerer Molekülgröße und niedrigem Molekulargewicht wie Phosphat selektiv aus dem Blut heraus und verringert somit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zugleich sorgt die Membran dafür, dass für den Patienten wertvolle Stoffe wie der lebenswichtige Blutbestandteil Albumin nicht mit ausgeschwemmt werden.

Typisch für das chronische Nierenversagen ist eine dauerhafte Überwässerung der Patienten, weil der Körper überschüssige Flüssigkeit nicht mehr auf natürlichem Weg ausscheiden kann. Rund ein Viertel der Hämodialysepatienten ist permanent in einem kritischen Maß überwässert. Problematisch ist diese Überwässerung deshalb, weil sie häufig zu Herz- und Gefäßerkrankungen führt. Zudem kann sie die Wirksamkeit von Medikamenten, die gegen Begleiterkrankungen des Nierenversagens verabreicht werden, verringern.

Mit dem neuen Analysegerät Crit-Line können Veränderungen des Flüssigkeitsgehalts im Körper während der Behandlung exakt gemessen werden. Crit-Line misst außerdem den Prozentsatz der roten Blutkörperchen (Hämatokritwert) und ermittelt die prozentuale Veränderung des Blutvolumens während der Dialyse – nichtinvasiv in Laborqualität. Die Analyseergebnisse werden anschließend auf den Monitor des Geräts übertragen. So kann das medizinische Personal sicherstellen, dass dem Körper genau die richtige Menge Flüssigkeit entzogen wird. Hierdurch lässt sich die Überwässerung und dadurch auch die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems sowie Bluthochdruck reduzieren, ohne dass unerwünschte Begleitsymptome auftreten.

Crit-Line unterstützt zusätzlich die Behandlung von Anämie bei Nierenpatienten: Die Bestimmung der Hämatokritwerte ist auch für die Anpassung der EPO-Dosis verwendbar, sodass keine weiteren Blutentnahmen notwendig sind.

Auf der „ASN Renal Week“, dem jährlichen Treffen der amerikanischen Gesellschaft für Nephrologie, haben wir im November 2011 ein neues Therapiesystem speziell für die Heim-Hämodialyse auf dem US-amerikanischen Markt präsentiert: die 2008K@home. Das System ist eines von nur zwei Geräten für die Heimhämodialyse mit FDA-Zulassung im gesamten nordamerikanischen Markt. Die Behandlung kann mit der neuen 2008K@home sehr individuell an die medizinischen Erfordernisse des Patienten angepasst werden. Die behandelnden Ärzte haben die Möglichkeit, einen Behandlungsplan ganz nach dem Lebensstil des Patienten anzubieten. Die 2008K@home ist speziell für die Heim-Hämodialyse ausgelegt. Sie ist kleiner als vergleichbare Geräte in Dialysekliniken. Zudem wurde die Benutzeroberfläche stark vereinfacht, sodass Patienten die Geräte intuitiv bedienen können und Schritt für Schritt durch die Grundeinstellung und den gesamten Behandlungsvorgang geführt werden. Die 2008K@home enthält auch eine neue Alarmfunktion: den Wetness Detector, mit der ein Signal ertönt, sobald eine Leckage am Gefäßzugang auftritt, die – wenn sie unbemerkt bleibt – tödlich sein könnte. Im laufenden Geschäftsjahr planen wir, an weiteren Produktoptimierungen unserer 2008-Serie zu arbeiten.

Ein weiterer Forschungs- und Entwicklungsansatz ist es, Therapiesysteme und Softwarelösungen zu integrieren. Diese sollen zum einen die therapeutische Leistung der Dialyse, zum anderen deren Erfassung und Kontrolle verbessern und so nicht nur zu einer höheren Behandlungsqualität führen, sondern auch zu einem effizienteren Einsatz personeller, medizinischer und finanzieller Ressourcen. Ein Beispiel dafür ist unser neues Hämodialysegerät 2008T. Dieses verfügt als erstes zugelassenes Hämodialysegerät auf dem US-amerikanischen Markt über eine integrierte Softwareplattform für die Eingabe und Verwaltung von klinischen Behandlungsdaten direkt am Behandlungsplatz. Das neue Modul soll Ärzte und Klinikpersonal dabei unterstützen, die Daten effizient und zeitnah zu erfassen und das klinische Daten- und Qualitätsmanagement weiter zu verbessern. Die 2008T lässt sich an verschiedene Datenmanagementsysteme anschließen. Das Pflegepersonal erhält damit erstmals direkt am Behandlungsplatz Zugriff sowohl auf die Dialysetherapiedaten als auch auf Daten des medizinischen Informationssystems. Diese wurden bislang in unterschiedlichen Quellen erfasst und gespeichert. Somit können nun die Behandlung und die Therapiepläne unmittelbar individuell angepasst werden. An einer Infusionspumpe für intravenös zu verabreichende Eisenpräparate als Modul speziell für die 2008T arbeiten wir im laufenden Geschäftsjahr weiter. Die Pumpe soll dem Klinikpersonal die genaue Dosierung und Verabreichung des Eisenpräparats erleichtern und dadurch die Sicherheit für die Patienten weiter erhöhen.

Lesen Sie weiter:
Fresenius Kabi

QUICKFINDER

Verlauf

Tools