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Gesamtaussage und mittelfristiger Ausblick

Die Aussichten des Fresenius-Konzerns für die kommenden Jahre schätzen wir weiterhin als positiv ein. Wir arbeiten fortwährend daran, unsere Kosten zu optimieren, unsere Kapazitäten anzupassen, um unsere Patienten und Kunden verlässlich versorgen und beliefern zu können, sowie unseren Produktmix zu verbessern. Wir erwarten, dass diese Aktivitäten zu Ergebnisverbesserungen führen. Ferner ergeben sich gute Wachstumschancen für Fresenius vor allem aus folgenden Faktoren:

  • Das stetige Wachstum der Märkte, in denen wir tätig sind: Hier sieht Fresenius sehr gute Chancen, von dem hohen Bedarf an Gesundheitsversorgung zu profitieren. Dieser resultiert aus der älter werdenden Bevölkerung und dem technischen Fortschritt, wird aber auch getrieben durch die noch unzureichende Versorgung in den Entwicklungs- und Schwellenländern. So bieten sich für uns in Ländern Asiens und Lateinamerikas, aber auch in Osteuropa überdurchschnittliche und nachhaltige Wachstumschancen. Mit der Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden sich mit der Zeit auch entsprechende Vergütungsstrukturen und funktionierende Gesundheitssysteme etablieren. Wir werden unsere lokalen Geschäftsaktivitäten in diesen Regionen stärken und sukzessive weitere Produkte aus unserem Portfolio in diesen Märkten einführen.
  • Die Entwicklung innovativer Produkte und Therapien: Diese bietet uns Chancen, unsere Marktposition in den Regionen weiter auszubauen. Dabei spielen neben der Innovationskraft Qualität, Verlässlichkeit und die ein fache Handhabung unserer Produkte und Therapien eine entscheidende Rolle. So wäre bei Fresenius Medical Care langfristig z. B. die Entwicklung von tragbaren künstlichen Nieren denkbar, auch wenn die Forschungsvorhaben dazu noch am Anfang stehen. Bei Fresenius Kabi arbeiten wir an der Entwicklung neuer generischer Produkte, um diese nach Auslauf der Patente der Originalpräparate auf den Markt bringen zu können.
  • Die Ausweitung der regionalen Präsenz: Vor allem in den stark wachsenden Märkten in der Region Asien-Pazifik, in Lateinamerika und in Osteuropa sehen wir weiteres Potenzial, unsere Marktanteile zu erhöhen. So bieten sich u. a. in China, dem bevölkerungsreichsten Land der Erde, langfristig ausgezeichnete Wachstumschancen, zum einen im Bereich der Ernährungs- und Infusionstherapie bei Fresenius Kabi, die bereits eine führende Marktposition in diesem Land erreicht hat, aber auch bei Fresenius Medical Care auf dem Gebiet der Dialyse.
    Wir setzen ebenso darauf, sukzessive Produkte und Therapien aus unserem bestehenden Portfolio in Ländern ein zuführen, in denen wir noch nicht über ein umfassendes Sortiment verfügen. So bietet uns APP Pharmaceuticals im Unternehmensbereich Fresenius Kabi eine Plattform, Produkte aus dem existierenden Portfolio in den USA einzuführen.
  • Der Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts: Hier ergeben sich für Fresenius Helios Chancen im deutschen Krankenhausmarkt durch die weitere Privatisierung öffentlicher Kliniken. Grundlegend neue Chancen könnten sich u. a. für Fresenius Medical Care ergeben. Ob und in welcher Form privatwirtschaftliche Unternehmen Dialysebehandlungen anbieten können, hängt von dem jeweiligen Gesundheitssystem eines Landes und dessen rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Für Fresenius Medical Care bieten sich Chancen, neue Märkte zu erschließen oder Marktanteile auszubauen, wenn ein Land sich für private Dialyseanbieter öffnet oder die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Anbietern zulässt. Sollten sich z. B. in Japan die Rahmenbedingungen für den Betrieb von Dialysekliniken für privatwirtschaftlich tätige Unternehmen ändern, ergäben sich für Fresenius Medical Care hieraus neue Absatzmöglichkeiten, da Japan einer der größten Dialysemärkte der Welt ist. Deutschland ist – gemessen an der Zahl der Dialysepatienten – der fünftgrößte Markt der Welt. Mit unseren Produkten sind wir hier führend. Dialysekliniken werden zwar überwiegend von niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern oder gemeinnützigen Organisationen betrieben, seit einigen Jahren kann die Gesellschaft jedoch Dialysedienstleistungen im Rahmen von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) anbieten. Fresenius Medical Care versteht sich als Partner der Kunden beim Aufbau von neuen Versorgungsstrukturen im deutschen Gesundheitswesen und wird sich bietende Gelegenheiten wahrnehmen, um das Geschäft durch ein solches Engagement langfristig zu stärken. Ende des Jahres 2011 war Fresenius Medical Care an zehn MVZ beteiligt (2010: acht).
  • Selektive Akquisitionen: Neben gutem organischem Wachstum als Basis unseres Geschäfts werden wir auch künftig die Chancen nutzen, über kleine und mittlere Akquisitionen zu wachsen, um unsere Produktpalette zu erweitern und die regionale Präsenz zu stärken.

Darüber hinaus nehmen wir leistungswirtschaftliche Chancen wahr, die sich aus dem operativen Geschäft durch Kostenmanagement und Effizienzsteigerungen ergeben. Dazu zählen u. a. ein weiter optimierter Beschaffungsprozess und eine kosteneffiziente Produktion. Unsere Beschaffungsprozesse richten wir immer stärker global aus, um von zusätzlichen Synergien zu profitieren.

Akquisitionen, im Wesentlichen der Erwerb von APP Pharmaceuticals, haben im Jahr 2008 zu deutlich höheren Finanzverbindlichkeiten des Konzerns mit entsprechenden Effekten auf das Zinsergebnis geführt. Inzwischen haben wir die Verschuldungskennziffern des Konzerns deutlich verbessert. Die Kennziffer Netto-Finanzverbindlichkeiten/EBITDA (Verschuldungsgrad) betrug 2,8 per 31. Dezember 2011. Wir erwarten, dass diese Kennzahl aufgrund der angekündigten Akquisitionen am Jahresende 2012 bei ≤3,0 liegt.

Die Prognose berücksichtigt alle zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bekannten Ereignisse, die unsere Geschäftsentwicklung im Jahr 2012 und darüber hinaus beeinflussen könnten. Wesentliche Risiken werden im Risikobericht erläutert. Wie in der Vergangenheit setzen wir alles daran, unsere Ziele zu erreichen und – wenn möglich – zu übertreffen.

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