Suchergebnisse zu 
Logo

1. Grundlagen

I. KONZERNSTRUKTUR

Fresenius ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung von Patienten. Weitere Arbeitsfelder sind der Betrieb von Krankenhäusern sowie Engineering- und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen. Neben den Tätigkeiten der Muttergesellschaft Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg v. d. Höhe, verteilten sich die operativen Aktivitäten im Geschäftsjahr 2011 auf folgende rechtlich eigenständige Unternehmensbereiche (Teilkonzerne):

  • Fresenius Medical Care
  • Fresenius Kabi
  • Fresenius Helios
  • Fresenius Vamed

Fresenius Medical Care ist der weltweit führende Anbieter von Dialyseprodukten und Dialysedienstleistungen zur lebensnotwendigen medizinischen Versorgung von Patienten mit chronischem Nierenversagen. In 2.898 eigenen Dialysekliniken betreut Fresenius Medical Care 233.156 Patienten.

Fresenius Kabi ist ein weltweit tätiger Anbieter von Infusionstherapien, intravenös zu verabreichenden generischen Arzneimitteln, klinischer Ernährung sowie den dazugehörigen medizintechnischen Produkten zur Applikation. Die Produkte werden im Krankenhaus sowie bei der ambulanten medizinischen Versorgung von chronisch und kritisch Kranken eingesetzt. In Europa ist Fresenius Kabi Marktführer in Infusionstherapien und klinischer Ernährung, in den USA zählt das Unternehmen im Bereich der intravenös zu verabreichenden generischen Arzneimittel zu den führenden Anbietern.

Fresenius Helios ist einer der größten deutschen privaten Krankenhausbetreiber.

Fresenius Vamed bietet international Engineering- und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen an.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2011 betrug der Anteil der Fresenius SE & Co. KGaA am stimmberechtigten Kapital der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC-AG & Co. KGaA) 30,74 % und am gesamten gezeichneten Kapital der FMC-AG & Co. KGaA 30,34 %. Die persönlich haftende Gesellschafterin der FMC-AG & Co. KGaA, die Fresenius Medical Care Management AG, ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Fresenius SE & Co. KGaA. Daher wird die FMC-AG & Co. KGaA zu 100 % im Fresenius-Konzernabschluss konsolidiert. Die Beteiligungen an den Leitungsgesellschaften der Unternehmensbereiche Fresenius Kabi (Fresenius Kabi AG) sowie Fresenius Helios und Fresenius Vamed (gehalten über die Fresenius ProServe GmbH) betrugen zum 31. Dezember 2011 unverändert 100 %. Über die Fresenius ProServe GmbH ist die Fresenius SE & Co. KGaA zu 100 % an der HELIOS Kliniken GmbH sowie zu 77 % an der VAMED AG beteiligt. Daneben hält die Fresenius SE & Co. KGaA Beteiligungen an Gesellschaften, die die Holdingfunktionen hinsichtlich Immobilien, Finanzierung und Versicherung wahrnehmen, sowie an der Fresenius Netcare GmbH, die Dienstleistungen im Bereich der Informationstechnik anbietet, und der Fresenius Biotech Beteiligungs GmbH.

Die Berichtswährung im Fresenius-Konzern ist der Euro. Aus Gründen der Übersichtlichkeit erfolgt die Darstellung der Beträge überwiegend in Millionen Euro. Beträge, die aufgrund der vorzunehmenden Rundungen unter 1 Mio € fallen, wurden mit „–“ gekennzeichnet.

II. RECHTSFORMWECHSEL DER FRESENIUS SE IN EINE KOMMANDITGESELLSCHAFT AUF AKTIEN UND UMWANDLUNG DER VORZUGSAKTIEN IN STAMMAKTIEN

Die Hauptversammlung der Fresenius SE hatte am 12. Mai 2010 den Beschluss gefasst, die Fresenius SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) mit dem Namen Fresenius SE & Co. KGaA formwechselnd umzuwandeln. Damit verbunden war die Umwandlung sämtlicher stimmrechtsloser Vorzugsaktien in stimmberechtigte Stammaktien. Dem Rechtsformwechsel sowie der Aktienumwandlung stimmten die Vorzugsaktionäre im Wege eines Sonderbeschlusses zu.

Mit Eintragung im Handelsregister des Amtsgerichts Bad Homburg v. d. H. am 28. Januar 2011 wurde der Rechtsformwechsel in die Fresenius SE & Co. KGaA wirksam. Gemäß dem Hauptversammlungsbeschluss erhielten die Vorzugsaktionäre für jede Vorzugsaktie an der Fresenius SE eine Stammaktie an der Fresenius SE & Co. KGaA; die Stammaktionäre erhielten für jede Stammaktie an der Fresenius SE eine Stammaktie an der Fresenius SE & Co. KGaA. Der rechnerische Anteil jeder Stückaktie am Grundkapital sowie die Höhe des Grundkapitals blieben unverändert. Der Rechtsformwechsel der Fresenius SE in eine KGaA hatte weder die Auflösung der Gesellschaft noch die Gründung einer neuen juristischen Person zur Folge. Die rechtliche und wirtschaftliche Identität der Gesellschaft blieben erhalten.

Die Rechtsform der KGaA ermöglicht es Fresenius, die Vorteile einer einheitlichen Aktienstruktur zu verwirklichen, ohne dass der Einfluss der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, die vor dem Rechtsformwechsel rund 58 % der Stammaktien der Fresenius SE hielt, verloren geht. Komplementärin der Fresenius SE & Co. KGaA ist die Fresenius Management SE, eine Europäische Gesellschaft, an der die Else Kröner-Fresenius-Stiftung zu 100 % beteiligt ist. Das Recht der Else Kröner-Fresenius-Stiftung zur Stellung der Komplementärin ist an einen Anteil am Grundkapital der Fresenius SE & Co. KGaA von mehr als 10 % geknüpft.

Die einzelnen Auswirkungen des Rechtsformwechsels werden im Detail in den jeweiligen Anmerkungen erläutert.

Die Eintragung des Rechtsformwechsels im Handelsregister war endgültig möglich geworden, nachdem sich das Unternehmen im Wege eines Prozessvergleichs mit Aktionären geeinigt hat, die Klagen gegen dieses Vorhaben erhoben hatten.

III. GRUNDLAGE DER DARSTELLUNG

Der beigefügte Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den US-amerikanischen Rechnungslegungsgrundsätzen, den „United States Generally Accepted Accounting Principles“ (US-GAAP), aufgestellt.

Die Fresenius SE & Co. KGaA erfüllt als kapitalmarktorientiertes Mutterunternehmen mit Sitz in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union ihre Pflicht, den Konzernabschluss nach den „International Financial Reporting Standards“ (IFRS) unter Anwendung von § 315a Handelsgesetzbuch (HGB) aufzustellen und zu veröffentlichen. Gleichzeitig veröffentlicht der Fresenius-Konzern den auf freiwilliger Basis nach US-GAAP aufgestellten Konzernabschluss.

Zur Verbesserung der Lesbarkeit sind verschiedene Positionen der Konzern-Bilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese sind im Konzern-Anhang gesondert angegeben, um den Adressaten des Konzernabschlusses weitere Informationen zur Verfügung zu stellen.

Die Konzern-Bilanz ist nach der Fristigkeit der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gegliedert. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

IV. ZUSAMMENFASSUNG DER WESENTLICHEN BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

a) Konsolidierungsgrundsätze

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch die Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen, neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbs. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden sowie Anteile anderer Gesellschafter mit ihren Zeitwerten angesetzt. Ein verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Firmenwert aktiviert und mindestens einmal jährlich einer Prüfung auf Werthaltigkeit unterzogen.

Die Konsolidierung von assoziierten Unternehmen (über die die Fresenius SE & Co. KGaA einen maßgeblichen Einfluss ausübt, auch wenn sie weniger als 50 % der Stimmrechtsanteile hält) erfolgt nach der Equity-Methode. Nicht als assoziierte Unternehmen eingestufte Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bilanziert.

Alle wesentlichen konzerninternen Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten werden gegenseitig aufgerechnet. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen in das Anlage- und Vorratsvermögen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Auf konsolidierungsbedingte temporäre Unterschiede werden latente Steuern gebildet.

Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen werden in der Konzern-Bilanz als Position zwischen den Verbindlichkeiten und dem Eigenkapital ausgewiesen. Anteile anderer Gesellschafter ohne Put-Optionen werden als Ausgleichsposten für Anteile konzernfremder Gesellschafter am konsolidierungspflichtigen Kapital angesetzt. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die den konzernfremden Gesellschaftern zustehenden Gewinne und Verluste separat ausgewiesen. Die Anteile anderer Gesellschafter ohne Put-Optionen von kürzlich erworbenen Gesellschaften werden zum Marktpreis bewertet.

b) Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss umfasst alle wesentlichen Unternehmen, die unter der rechtlichen oder tatsächlichen Kontrolle der Fresenius SE & Co. KGaA stehen. Darüber hinaus bezieht der Fresenius-Konzern Zweckgesellschaften (Variable Interest Entities – VIEs) in den Konzernabschluss ein, wenn der Fresenius-Konzern als Meistbegünstigter betrachtet wird.

Fresenius Medical Care geht verschiedene Vereinbarungen mit bestimmten Dialysekliniken und einer Distributionsgesellschaft ein, die Management-Dienstleistungen, Finanzierungen und die Lieferung von Produkten umfassen. Da die Kliniken und die Distributionsgesellschaft ein negatives Eigenkapital aufweisen bzw. nicht in der Lage sind, sich selbst zu finanzieren, unterstützt Fresenius Medical Care ihre Geschäftstätigkeit finanziell durch die Vergabe von Darlehen.

Neben der Verzinsung der Darlehen erhält Fresenius Medical Care als Ausgleich für die Finanzierung Exklusivverträge für die Lieferung von Produkten, einen Anspruch auf einen Anteil am Gewinn, sofern einer erwirtschaftet wird, sowie ein Vorkaufsrecht, sollten die Eigentümer das Geschäft oder die Vermögenswerte verkaufen. Diese Kliniken und die Distributionsgesellschaft sind VIEs, bei denen Fresenius Medical Care als Meistbegünstigte bestimmt wurde, und müssen daher voll konsolidiert werden. Sie erwirtschafteten im Jahr 2011 bzw. 2010 einen Umsatz von rund 140 Mio € (195 Mio US$) bzw. 100 Mio € (133 Mio US$). Fresenius Medical Care gewährte diesen VIEs Darlehen und Kredite in Höhe von 114 Mio € (148 Mio US$) im Jahr 2011 bzw. 83 Mio € (111 Mio US$) im Jahr 2010. Im Zusammenhang mit diesen VIEs hat Fresenius Medical Care im Jahr 2011 Vermögenswerte in Höhe von 168 Mio € (217 Mio US$), Verbindlichkeiten in Höhe von 125 Mio € (162 Mio US$) und Eigenkapital in Höhe von 43 Mio € (55 Mio US$) konsolidiert. Im Jahr 2010 wurden 130 Mio € (174 Mio US$) Vermögenswerte, 89 Mio € (119 Mio US$) Verbindlichkeiten und 41 Mio € (55 Mio US$) Eigenkapital konsolidiert. Der Anteil anderer Gesellschafter an den konsolidierten VIEs wird zum 31. Dezember 2011 unter den Anteilen anderer Gesellschafter in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Fresenius Vamed engagiert sich für einen begrenzten längerfristigen Zeitraum in eigens für diesen Zweck gegründeten Projektgesellschaften zur Errichtung und Betreibung von Thermen, von denen einige als VIEs zu qualifizieren sind. Basierend auf Cashflow-Analysen aller beteiligten Parteien ist Fresenius Vamed dabei jedoch nicht die Meistbegünstigte. Die Projektgesellschaften erwirtschafteten im Jahr 2011 rund 78 Mio € Umsatz (2010: 54 Mio €). Die VIEs finanzieren sich im Wesentlichen durch Fremdkapital, Genussrechte und Investitionszuschüsse. Der Wert der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Verbindung mit den VIEs ist unwesentlich. Fresenius Vamed leistete an die VIEs neben den vertraglich vereinbarten keine weiteren Zahlungen. Aufgrund bestehender vertraglicher Regelungen ist aus heutiger Sicht aus diesen VIEs kein nennenswertes Verlustrisiko erkennbar.

Der Konzernabschluss umfasste im Jahr 2011 neben der Fresenius SE & Co. KGaA 163 (2010: 144) deutsche und 1.094 (2010: 972) ausländische Unternehmen.

Der Konsolidierungskreis hat sich wie folgt verändert:

  Deutschland Ausland Gesamt
31. Dezember 2010 144 972 1.116
Zugänge 20 159 179
davon gegründet 4 45 49
davon erworben 9 100 109
Abgänge 1 37 38
davon ausgeschieden 1 17 18
davon verschmolzen 0 20 20
31. Dezember 2011 163 1.094 1.257

  Deutschland Ausland Gesamt
31. Dezember 2010 144 972 1.116
Zugänge 20 159 179
davon gegründet 4 45 49
davon erworben 9 100 109
Abgänge 1 37 38
davon ausgeschieden 1 17 18
davon verschmolzen 0 20 20
31. Dezember 2011 163 1.094 1.257

Nach der Equity-Methode wurden 19 Gesellschaften (2010: 17) bilanziert.

Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes der Fresenius SE & Co. KGaA mit Sitz in Bad Homburg v. d. H. wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und beim Unternehmensregister hinterlegt.

Folgende vollkonsolidierte deutsche Konzerngesellschaften machten im Geschäftsjahr 2011 von der Befreiungsvorschrift der §§ 264 Abs. 3 bzw. 264b HGB Gebrauch:

Name der Gesellschaft Sitz
Konzern/Sonstiges  
Fresenius Biotech GmbH Gräfelfing
Fresenius Biotech Beteiligungs GmbH Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co. Objekt Friedberg KG Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co. Objekt St. Wendel KG Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co. Objekt Schweinfurt KG Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Netcare GmbH Bad Homburg v. d. H.
Fresenius ProServe GmbH Bad Homburg v. d. H.
FPS Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. Reichenbach KG Bad Homburg v. d. H.
ProServe Krankenhaus Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG München
Fresenius Kabi  
CFL GmbH Frankfurt am Main
Fresenius HemoCare GmbH Bad Homburg v. d. H.
Fresenius HemoCare Beteiligungs GmbH Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Kabi AG Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Kabi Deutschland GmbH Bad Homburg v. d. H.
Hosped GmbH Friedberg
MC Medizintechnik GmbH Alzenau
V. Krütten Medizinische Einmalgeräte GmbH Idstein
Fresenius Helios  
D.i.a.-Solution GmbH Erfurt
HELIOS Agnes Karll Krankenhaus GmbH Bochum
HELIOS Care GmbH Berlin
HELIOS Catering GmbH Berlin
HELIOS Kids in Pflege GmbH Geesthacht
HELIOS Klinik Dresden-Wachwitz GmbH Dresden
HELIOS Klinik Geesthacht GmbH Geesthacht
HELIOS Klinik Lengerich GmbH Lengerich
HELIOS Kliniken GmbH Berlin
HELIOS Kliniken Breisgau-Hochschwarzwald GmbH Müllheim
HELIOS Kliniken Leipziger Land GmbH Borna
HELIOS Klinikum Bad Saarow GmbH Bad Saarow
HELIOS Klinikum Erfurt GmbH Erfurt
HELIOS Klinikum Wuppertal GmbH Wuppertal
HELIOS Privatkliniken GmbH Bad Homburg v. d. H.
HELIOS Schlossbergklinik Oberstaufen GmbH Oberstaufen
HELIOS Service GmbH Berlin
HELIOS Versorgungszentren GmbH Berlin
HELIOS Versorgungszentrum Bad Saarow GmbH Bad Saarow
HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen GmbH Plauen
HUMAINE Kliniken GmbH Berlin
Poliklinik am HELIOS Klinikum Buch GmbH Berlin
Senioren- und Pflegeheim Erfurt GmbH Erfurt
St. Josefs-Hospital GmbH Bochum

Name der Gesellschaft Sitz
Konzern/Sonstiges  
Fresenius Biotech GmbH Gräfelfing
Fresenius Biotech Beteiligungs GmbH Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co. Objekt Friedberg KG Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co. Objekt St. Wendel KG Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co. Objekt Schweinfurt KG Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Netcare GmbH Bad Homburg v. d. H.
Fresenius ProServe GmbH Bad Homburg v. d. H.
FPS Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. Reichenbach KG Bad Homburg v. d. H.
ProServe Krankenhaus Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG München
Fresenius Kabi  
CFL GmbH Frankfurt am Main
Fresenius HemoCare GmbH Bad Homburg v. d. H.
Fresenius HemoCare Beteiligungs GmbH Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Kabi AG Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Kabi Deutschland GmbH Bad Homburg v. d. H.
Hosped GmbH Friedberg
MC Medizintechnik GmbH Alzenau
V. Krütten Medizinische Einmalgeräte GmbH Idstein
Fresenius Helios  
D.i.a.-Solution GmbH Erfurt
HELIOS Agnes Karll Krankenhaus GmbH Bochum
HELIOS Care GmbH Berlin
HELIOS Catering GmbH Berlin
HELIOS Kids in Pflege GmbH Geesthacht
HELIOS Klinik Dresden-Wachwitz GmbH Dresden
HELIOS Klinik Geesthacht GmbH Geesthacht
HELIOS Klinik Lengerich GmbH Lengerich
HELIOS Kliniken GmbH Berlin
HELIOS Kliniken Breisgau-Hochschwarzwald GmbH Müllheim
HELIOS Kliniken Leipziger Land GmbH Borna
HELIOS Klinikum Bad Saarow GmbH Bad Saarow
HELIOS Klinikum Erfurt GmbH Erfurt
HELIOS Klinikum Wuppertal GmbH Wuppertal
HELIOS Privatkliniken GmbH Bad Homburg v. d. H.
HELIOS Schlossbergklinik Oberstaufen GmbH Oberstaufen
HELIOS Service GmbH Berlin
HELIOS Versorgungszentren GmbH Berlin
HELIOS Versorgungszentrum Bad Saarow GmbH Bad Saarow
HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen GmbH Plauen
HUMAINE Kliniken GmbH Berlin
Poliklinik am HELIOS Klinikum Buch GmbH Berlin
Senioren- und Pflegeheim Erfurt GmbH Erfurt
St. Josefs-Hospital GmbH Bochum

c) Ausweis

Der Ausweis bestimmter Positionen des Konzernabschlusses 2010 wurde dem Ausweis im Jahr 2011 angepasst.

d) Rechnungslegung in Hochinflationsländern

Aufgrund der Inflationsentwicklung in Venezuela wenden die dort operierenden Tochtergesellschaften der Fresenius Medical Care seit dem 1. Januar 2010 die „Financial Accounting Standards Board Accounting Standards Codification“ Topic 830, Foreign Currency Matters, an. Alle sich aus der Neubewertung der Vermögenswerte und Schulden ergebenden Gewinne und Verluste wurden im Jahr 2010 ergebniswirksam erfasst.

e) Grundsätze der Umsatzrealisierung

Umsätze aus Dienstleistungen werden in Höhe derjenigen Beträge realisiert, mit deren Erzielung aufgrund bestehender Erstattungsvereinbarungen mit Dritten gerechnet werden kann. Die Realisierung erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem die Dienstleistung erbracht und die damit zusammenhängenden Produkte geliefert wurden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Kunde zur Zahlung verpflichtet.

Umsätze aus Produktlieferungen werden zu dem Zeitpunkt realisiert, in dem das wirtschaftliche Eigentum auf den Käufer übergeht; entweder zum Zeitpunkt der Lieferung, bei Annahme durch den Kunden oder zu einem anderen Zeitpunkt, der den Eigentumsübergang eindeutig definiert. Da die Rücksendung von Produkten untypisch ist, wird dafür keine Abgrenzung gebildet. Falls eine Rücksendung von Waren erfolgt, werden die Umsätze, die Umsatzkosten und die Forderungen entsprechend vermindert. Die Umsatzerlöse sind abzüglich Skonti, Preisnachlässen und Rabatten ausgewiesen.

Im Unternehmensbereich Fresenius Vamed erfolgt die Umsatzrealisierung für die langfristigen Fertigungsaufträge bei Erfüllung der Anwendungsvoraussetzungen entsprechend dem Projektfortschritt (Percentage-of-Completion-Method – PoC-Methode). Der Fertigstellungsgrad wird dabei entweder auf Basis des Verhältnisses der bereits angefallenen Kosten zum geschätzten gesamten Kostenvolumen des Vertrags, der vertraglich vereinbarten Meilensteine oder des Leistungsfortschritts bestimmt. Gewinne aus der PoC-Methode werden nur dann realisiert, wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrags verlässlich ermittelt werden kann.

Jede Umsatzsteuer, die von einer staatlichen Behörde erhoben wird, wird netto ausgewiesen; ebenso wird der Umsatz abzüglich der Steuer dargestellt.

f) Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur bilanziell erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Die Zuwendung wird bei Gewährung zunächst passiviert und im Zeitpunkt der tatsächlichen Verwendung (Anschaffung eines Anlagegutes) mit den Anschaffungskosten des Gutes verrechnet. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden erfolgswirksam behandelt und grundsätzlich in den Perioden verrechnet, in denen die Aufwendungen anfallen, die durch die Zuwendungen kompensiert werden sollen.

g) Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Forschung ist die eigenständige und planmäßige Suche mit der Aussicht, zu neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen zu gelangen. Entwicklung ist die technische und kommerzielle Umsetzung von Forschungsergebnissen. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen werden bei ihrer Entstehung als Aufwand erfasst.

h) Außerplanmäßige Abschreibungen

Der Fresenius-Konzern prüft die Buchwerte seines Sachanlagevermögens und seiner immateriellen Vermögenswerte sowie seiner sonstigen langfristigen Vermögenswerte auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf, wenn Ereignisse oder Veränderungen darauf hindeuten, dass der Buchwert dieser Vermögenswerte nicht werthaltig ist. Die Werthaltigkeit dieser Vermögenswerte wird durch einen Vergleich zwischen dem Buchwert und den diesen Vermögenswerten direkt zurechenbaren undiskontierten zukünftigen Zahlungsströmen überprüft. Falls für die Vermögenswerte Abwertungsbedarf besteht, wird eine Abwertung auf den niedrigeren Marktwert vorgenommen. Der Fresenius-Konzern nutzt zur Ermittlung des Marktwerts das Discounted-Cashflow-Verfahren oder – sofern angemessen – andere Bewertungsverfahren. Vermögenswerte, die zum Verkauf bestimmt sind, werden mit dem Buchwert oder dem niedrigeren Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung bilanziert. Für diese Vermögenswerte werden keine weiteren planmäßigen Abschreibungen vorgenommen.

i) Aktivierte Zinsen

Der Fresenius-Konzern aktiviert Zinsen, sofern sie dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zuzuordnen sind. In den Geschäftsjahren 2011 bzw. 2010 wurden Zinsen in Höhe von jeweils 4 Mio €, basierend auf einem durchschnittlichen Zinssatz von 4,12 % bzw. 4,90 %, aktiviert.

j) Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden für zukünftige Auswirkungen ermittelt, die sich aus den temporären Differenzen zwischen den im Konzernabschluss zugrunde gelegten Werten für die Aktiva und Passiva und den steuerlich angesetzten Werten ergeben. Außerdem werden latente Steuern auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Die aktiven latenten Steuern enthalten auch Forderungen auf Steuerminderungen, die sich aus der mit hinreichender Sicherheit erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge ergeben. Die Werthaltigkeit latenter Steueransprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen bzw. deren Nutzbarkeit wird aufgrund der Ergebnisplanung des Fresenius-Konzerns sowie konkret umsetzbarer Steuerstrategien beurteilt.

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt der temporären Differenzen gelten bzw. verabschiedet sind. Zukünftig geltende Steuersätze, die zum Abschlussstichtag noch nicht verabschiedet wurden, werden folglich nicht berücksichtigt.

Die Werthaltigkeit des Buchwerts eines latenten Steueranspruchs wird an jedem Bilanzstichtag überprüft. Grundlage für die Beurteilung der Werthaltigkeit latenter Steuern ist die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, dass eine aktive latente Steuer in Zukunft tatsächlich realisierbar ist bzw. sich passive latente Steuern in Zukunft umkehren. Die Realisierung aktiver latenter Steuern hängt von der Erzielung eines steuerpflichtigen Gewinns in den Perioden ab, in denen sich die zeitlichen Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz umkehren. Hierbei werden die Umkehrung bestehender passiver latenter Steuern und der erwartete zukünftige steuerpflichtige Gewinn berücksichtigt.

Ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein ausreichend zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, um den latenten Steueranspruch entweder zum Teil oder insgesamt zu nutzen, nicht mehr gegeben, wird der Buchwert des latenten Steueranspruchs in diesem Umfang wertberichtigt. Wertberichtigungen werden zu dem Zeitpunkt und in dem Umfang wieder aufgehoben, in dem es wahrscheinlich wird, dass ein ausreichend zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird.

k) Unsichere Steuervorteile

Für den Ansatz und die Bewertung von Steuervorteilen, die im Rahmen von Steuererklärungen angesetzt worden sind oder angesetzt werden sollen, ist eine Zwei-Stufen-Prüfung vorgesehen. Der Fresenius-Konzern muss überprüfen, ob eine Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 % gegeben ist. Diese Entscheidung berücksichtigt die sachlichen Gegebenheiten des Steuervorteils und erfolgt unter Beachtung sämtlicher damit verbundener Berufungs- und Gerichtsverfahren. Wenn das Eintrittswahrscheinlichkeitskriterium erfüllt ist, erfolgt die Bewertung des unsicheren Steuervorteils in der größtmöglichen Höhe, die eine Eintrittswahrscheinlichkeit von mehr als 50 % aufweist.

l) Ergebnis je Stammaktie und je Vorzugsaktie

Das Ergebnis je Stammaktie ergibt sich aus dem Konzernergebnis geteilt durch den gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Anzahl von Stammaktien. Das verwässerte Ergebnis je Aktie enthält die Auswirkung aller Optionsrechte, indem sie behandelt werden, als hätten sich die entsprechenden Aktien während des Geschäftsjahres im Umlauf befunden. Die durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten auszugleichenden Ansprüche im Rahmen der Fresenius- bzw. Fresenius Medical Care-Aktienoptionspläne können zu einem Verwässerungseffekt führen. Im Vorjahr ergab sich das Ergebnis je Stammaktie aus dem Konzernergebnis abzüglich des Vorzugsbetrags der Vorzugsaktien, geteilt durch den gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Anzahl von Stammaktien und Vorzugsaktien. Zur Ermittlung des Ergebnisses je Vorzugsaktie wurde der Vorzugsbetrag zum Ergebnis je Stammaktie hinzugerechnet.

Die in Verbindung mit dem Rechtsformwechsel vorgenommene Umwandlung von Vorzugsaktien in Stammaktien hat zur Folge, dass ab dem Geschäftsjahr 2011 die Verwässerungseffekte nur noch auf Stammaktien berechnet werden.

m) Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel enthalten Barmittel und kurzfristige liquide Anlagen mit einer Fälligkeit von ursprünglich bis zu drei Monaten (Termingelder und Wertpapiere).

n) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu Nominalwerten abzüglich Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen angesetzt. Die Schätzung der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen basiert hauptsächlich auf dem Zahlungsverhalten in der Vergangenheit sowie der Berücksichtigung der Altersstruktur und der Vertragspartner. In gewissen zeitlichen Abständen werden Veränderungen im Zahlungsverhalten überprüft, um die Angemessenheit der Wertberichtigungen sicherzustellen.

o) Vorräte

In den Vorräten sind diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse), die sich in der Herstellung für den Verkauf befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die im Rahmen der Herstellung oder Erbringung von Dienstleistungen verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe).

Die Vorräte werden entweder zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten (ermittelt nach der Durchschnittskosten- bzw. Fifo-Methode) oder zum niedrigeren Marktpreis angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen einbezogen.

p) Sachanlagevermögen

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Wesentliche Verbesserungen der Vermögenswerte über ihren ursprünglichen Zustand hinaus werden aktiviert. Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen, die nicht zu einer Verlängerung der Nutzungsdauer führen, werden aufwandswirksam behandelt. Abschreibungen werden nach der linearen Methode über die geschätzte Nutzungsdauer der Vermögenswerte vorgenommen, die für Gebäude und Einbauten zwischen 3 und 50 Jahren (im gewogenen Durchschnitt 16 Jahre) und für technische Anlagen und Maschinen zwischen 2 und 15 Jahren (im gewogenen Durchschnitt 11 Jahre) liegt.

q) Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer

Im Fresenius-Konzern werden immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer, wie z. B. Patente, Produkt- und Vertriebsrechte, Verträge über Wettbewerbsverzichte, Technologie sowie Lizenzen zur Fertigung, Distribution und zum Verkauf von Arzneimitteln, über die jeweilige Restnutzungsdauer linear auf ihren Restwert abgeschrieben und auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin überprüft (siehe Anmerkung 1. IV h, Außerplanmäßige Abschreibungen). Die Nutzungsdauer für Patente, Produkt- und Vertriebsrechte liegt zwischen 5 und 20 Jahren. Verträge über Wettbewerbsverzichte mit einer bestimmten Nutzungsdauer haben eine Nutzungsdauer zwischen 2 und 25 Jahren und eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 8 Jahren. Managementverträge mit einer bestimmten Nutzungsdauer haben eine Nutzungsdauer zwischen 5 und 40 Jahren. Für Technologie liegt die bestimmte Nutzungsdauer bei 15 Jahren. Lizenzen zur Fertigung, Distribution und zum Verkauf von Arzneimitteln werden abgeschrieben anhand des vertraglich festgelegten Lizenzzeitraums und der jährlich geschätzten Absatzmenge des Lizenzproduktes. Alle anderen immateriellen Vermögenswerte werden über ihre jeweilige geschätzte Nutzungsdauer zwischen 3 und 15 Jahren abgeschrieben.

Dauerhafte Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.

r) Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer

Der Fresenius-Konzern identifizierte immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer, weil es aufgrund einer Analyse aller relevanten Faktoren keine vorhersehbare Begrenzung der Periode gibt, in der die Vermögenswerte voraussichtlich Netto-Cashflows für den Konzern generieren werden. Die Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden, wie z. B. Markennamen und bestimmte Managementverträge, erfolgt getrennt vom Firmenwert. Der Ansatz erfolgt zu Anschaffungskosten. Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich und unterjährig bei Eintritt bestimmter Ereignisse auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin überprüft (Impairment Test).

Zur jährlichen Durchführung des Impairment Tests von Firmenwerten hat der Fresenius-Konzern einzelne sogenannte Berichtseinheiten (Reporting Units) festgelegt und deren Buchwerte durch Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich vorhandener Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, bestimmt. Eine Berichtseinheit wird in der Regel eine Ebene unter der Segmentebene nach Regionen oder rechtlichen Einheiten festgelegt. Im Segment Fresenius Medical Care wurden vier Berichtseinheiten ermittelt (Europa, Lateinamerika, Asien-Pazifik und Nordamerika). Im Segment Fresenius Kabi gibt es eine Berichtseinheit für die Region Nordamerika und eine Berichtseinheit für das Geschäft außerhalb Nordamerikas. Das Segment Fresenius Helios besteht entsprechend der regionalen Organisationsstruktur aus sieben Berichtseinheiten, die durch einen Zentralbereich gesteuert werden. Das Segment Fresenius Vamed setzt sich aus zwei Berichtseinheiten zusammen (Projekt- und Servicegeschäft). Mindestens einmal jährlich wird der Zeitwert jeder Berichtseinheit mit deren Buchwert verglichen. Der Zeitwert einer Berichtseinheit wird unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens, basierend auf den erwarteten Zahlungsmittelzuflüssen (Cashflows) der Berichtseinheiten, ermittelt. Falls der Zeitwert der Berichtseinheit niedriger ist als der Buchwert, wird die Differenz zuerst beim Firmenwert der Berichtseinheit als außerplanmäßige Abschreibung berücksichtigt.

Um die Werthaltigkeit von einzeln abgrenzbaren immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer zu beurteilen, vergleicht der Fresenius-Konzern die Zeitwerte dieser immateriellen Vermögenswerte mit ihren Buchwerten. Der beizulegende Zeitwert eines immateriellen Vermögenswerts wird unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens oder – sofern angemessen – anderer Methoden ermittelt.

Die Werthaltigkeit der in der Konzern-Bilanz enthaltenen Firmenwerte und der sonstigen einzeln abgrenzbaren immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer war gegeben. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte waren daher in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 nicht erforderlich.

Ergibt sich aus der Kaufpreisallokation ein negativer Unterschiedsbetrag (Badwill), ist dieser nach nochmaliger Überprüfung der Wertansätze sofort ergebniswirksam zu erfassen.

s) Leasing

Gemietete Sachanlagen, die wirtschaftlich auf Basis von Chancen und Risiken dem Fresenius-Konzern zuzurechnen sind (Finanzierungsleasing), werden zum Zeitpunkt des Zugangs zu Barwerten der Leasingzahlungen bilanziert, soweit die Marktwerte nicht niedriger sind. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Ist ein späterer Eigentumsübergang des Leasinggegenstandes unsicher und liegt keine günstige Kaufoption vor, wird die Laufzeit des Leasingvertrags zugrunde gelegt, sofern diese kürzer ist. Liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden die Sachanlagen außerplanmäßig abgeschrieben.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen werden in Höhe des Barwerts der zukünftigen Leasingraten passiviert und als Finanzverbindlichkeit ausgewiesen.

Vermietete Sachanlagen, die der Fresenius-Konzern bilanziert, werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über die Leasingdauer linear auf den erwarteten Restwert abgeschrieben.

t) Finanzinstrumente

Finanzinstrumente sind alle Verträge, die einen finanziellen Vermögenswert bei der einen Gesellschaft und eine finanzielle Verbindlichkeit oder ein Eigenkapitalinstrument bei einer anderen Gesellschaft begründen. Folgende Kategorien (abgeleitet aus International Accounting Standard 39, Financial Instruments: Recognition and Measurement) sind für den Fresenius-Konzern relevant: Kredite und Forderungen, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten sowie zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten/Vermögenswerte. Weitere Kategorien sind im Fresenius-Konzern in unwesentlichem Umfang oder gar nicht vorhanden. Der Fresenius-Konzern teilt die Finanzinstrumente ihrem Charakter nach in folgende Klassen ein: flüssige Mittel, zum Buchwert bilanzierte Vermögenswerte, zum Buchwert bilanzierte Verbindlichkeiten, Derivate zu Sicherungszwecken sowie zum Marktwert bilanzierte Verbindlichkeiten und zum Marktwert bilanzierte Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen.

Der Zusammenhang zwischen den Klassen und den Kategorien sowie die Überleitung zur Konzern-Bilanz ist in Anmerkung 30, Finanzinstrumente, in tabellarischer Form dargestellt.

Der Fresenius-Konzern kann dazu verpflichtet werden, die Anteile, die andere Gesellschafter an einigen seiner Tochtergesellschaften halten, zu erwerben. Diese Verpflichtung basiert auf Put-Optionen und kann im Ermessen der anderen Gesellschafter innerhalb eines festgelegten Zeitraums ausgeübt werden. Bei Ausübung dieser Put-Optionen wäre der Fresenius-Konzern dazu verpflichtet, sämtliche oder Teile der Anteile der anderen Gesellschafter zum geschätzten Marktwert zu erwerben. Zur Ermittlung dieser Marktwerte setzt der Fresenius-Konzern den höheren Wert aus Netto-Buchwert und Gewinnmultiplikatoren an, wobei die Gewinnmultiplikatoren auf historischen Gewinnen, dem Entwicklungsstadium des zugrunde liegenden Geschäfts und anderen Faktoren beruhen. In Abhängigkeit von den Marktgegebenheiten können die geschätzten Marktwerte der Anteile anderer Gesellschafter schwanken und die in den finalen Verpflichtungen implizierten Gewinnmultiplikatoren für die Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen erheblich von den derzeitigen Schätzungen abweichen.

Derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen Devisenterminkontrakte und Zinsswaps, werden als Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Marktwert in der Konzern-Bilanz ausgewiesen. Die Marktwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente, die als Fair Value Hedges klassifiziert werden, und der dazugehörigen gesicherten Grundgeschäfte werden periodengerecht ergebniswirksam erfasst. Der effektive Teil der Marktwertänderungen der als Cashflow Hedges klassifizierten Finanzinstrumente wird bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäfts erfolgsneutral im Eigenkapital (kumuliertes Other Comprehensive Income (Loss)) ausgewiesen (siehe Anmerkung 30, Finanzinstrumente). Der ineffektive Teil von Cashflow Hedges wird in der laufenden Periode ergebniswirksam gebucht. Die Marktwertveränderungen der Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung, also Derivate für die kein Hedge-Accounting angewendet wird, werden periodengerecht ergebniswirksam erfasst.

u) Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zum Barwert bzw. zum Wert der Güter und Dienstleistungen, die für die Verpflichtung erbracht werden, bewertet. Bei kurzfristigen Verbindlichkeiten erfolgt die Passivierung in der Regel in Höhe des Rückzahlungsbetrags.

v) Rechtskosten

Der Fresenius-Konzern ist im normalen Geschäftsablauf in Rechtsstreitigkeiten, Gerichtsverfahren, Verwaltungsverfahren und Ermittlungen hinsichtlich verschiedenster Aspekte seiner Geschäftstätigkeit involviert. Der Fresenius-Konzern analysiert regelmäßig entsprechende Informationen und bildet die erforderlichen Rückstellungen für möglicherweise aus solchen Verfahren resultierende Verbindlichkeiten einschließlich der geschätzten Rechtsberatungskosten. Für diese Analysen nutzt der Fresenius-Konzern sowohl seine interne Rechtsabteilung als auch externe Ressourcen. Die Bildung einer Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten richtet sich nach der Wahrscheinlichkeit eines für den Fresenius-Konzern nachteiligen Ausgangs und der Möglichkeit, einen Verlustbetrag sinnvoll schätzen zu können.

Die Erhebung einer Klage oder die formelle Geltendmachung eines Anspruchs bzw. die Bekanntgabe einer solchen Klage oder der Geltendmachung eines Anspruchs bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Rückstellung zu bilden ist.

w) Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen für Steuern und sonstige Verpflichtungen werden gebildet, wenn eine gegenwärtige Verpflichtung resultierend aus einem Ereignis der Vergangenheit gegenüber Dritten besteht, die künftige Zahlung wahrscheinlich ist und der Betrag zuverlässig geschätzt werden kann.

Die Steuerrückstellungen enthalten neben der Berechnung für das laufende Jahr auch Verpflichtungen für frühere Jahre.

x) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Fresenius-Konzern bilanziert die Unterdeckung seiner leistungsorientierten Pensionspläne, die sich aus der Differenz zwischen den Pensionsverpflichtungen und dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens ergibt, als eine Rückstellung. Änderungen des Finanzierungsstatus nach Steuern werden in dem Jahr, in dem sie entstehen, im kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) erfasst. Diese Änderungen setzen sich zusammen aus ungetilgten versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten, ungetilgtem früherem Dienstzeitaufwand oder anderen Kosten, die nicht als Bestandteile der Veränderung des Pensionsaufwands berücksichtigt wurden. In den Folgejahren werden die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste und der Dienstzeitaufwand früherer Jahre bei Realisierung im Pensionsaufwand berücksichtigt.

y) Kosten der Fremdkapitalaufnahme

Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Aufnahme von Fremdkapital anfallen, werden separat von den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen und über die Laufzeit der zugrunde liegenden Schulden ergebniswirksam verteilt.

z) Aktienoptionspläne

Der Fresenius-Konzern wendet im Rahmen des Standards zur aktienbasierten Vergütung die modifizierte prospektive Überleitungsmethode an. Entsprechend dieser Überleitungsmethode sind in den Jahren 2010 und 2011 Personalaufwendungen für aktienbasierte Vergütungen, die nach dem 1. Januar 2006 gewährt wurden, entstanden. Diese basieren auf dem Marktwert am Tag der Gewährung. 

aa) Selbstversicherungsprogramme

Über das Versicherungsprogramm für Berufs-, Produkt- und allgemeine Haftpflichtrisiken sowie für Pkw-Schäden und Arbeitnehmer-Entschädigungsansprüche trägt die in Nordamerika ansässige größte Tochtergesellschaft der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC-AG & Co. KGaA) die Risiken hinsichtlich Berufshaftpflichtrisiken teilweise selbst. Die Absicherung aller anderen eingetretenen Schadensfälle übernimmt die FMC-AG & Co. KGaA bis zu einer festgesetzten Schadenshöhe selbst. Wird diese überschritten, treten andere externe Versicherungen ein. Die im Geschäftsjahr bilanzierten Verbindlichkeiten stellen Schätzungen von zukünftigen Zahlungen für die gemeldeten sowie für die bereits entstandenen, aber noch nicht gemeldeten Schadensfälle dar. Die Schätzungen basieren auf historischen Erfahrungen und gegenwärtigem Anspruchsverhalten. Diese Erfahrungen beziehen sowohl die Anspruchshäufigkeit (Anzahl) als auch die Anspruchshöhe (Kosten) ein und werden zur Schätzung der bilanzierten Beträge mit Erwartungen hinsichtlich einzelner Ansprüche kombiniert.

bb) Fremdwährungsumrechnung

Die Berichtswährung ist der Euro. Grundsätzlich werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der ausländischen Tochtergesellschaften zum Mittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Erträge und Aufwendungen werden mit dem Durchschnittskurs umgerechnet. Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital (kumuliertes Other Comprehensive Income (Loss)) erfasst. Außerdem werden Umrechnungsdifferenzen von bestimmten konzerninternen Fremdwährungsdarlehen, die als Anlage mit Eigenkapitalcharakter betrachtet werden, ebenfalls als Währungsumrechnungsdifferenz im Eigenkapital erfasst.

Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen und anderen konzerninternen Fremdwährungsdarlehen, sofern sie nicht Eigenkapitalcharakter haben, werden als allgemeine Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2011 resultierten aus dieser Umrechnung nur unwesentliche Verluste.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

  Stichtagskurs1 Durchschnittskurs
  31. Dez. 2011 31. Dez. 2010 2011 2010
1 Mittelkurs am Bilanzstichtag
US-Dollar je € 1,2939 1,3362 1,3920 1,3259
Pfund Sterling je € 0,8353 0,8608 0,8679 0,8581
Schwedische Kronen je € 8,9120 8,9655 9,0298 9,5387
Chinesische Renminbi Yuan je € 8,1588 8,8220 8,9960 8,9729
Japanische Yen je € 100,20 108,65 110,96 116,32

  Stichtagskurs1 Durchschnittskurs
  31. Dez. 2011 31. Dez. 2010 2011 2010
1 Mittelkurs am Bilanzstichtag
US-Dollar je € 1,2939 1,3362 1,3920 1,3259
Pfund Sterling je € 0,8353 0,8608 0,8679 0,8581
Schwedische Kronen je € 8,9120 8,9655 9,0298 9,5387
Chinesische Renminbi Yuan je € 8,1588 8,8220 8,9960 8,9729
Japanische Yen je € 100,20 108,65 110,96 116,32

cc) Fair-Value-Hierarchie

Die dreistufige Fair-Value-Hierarchie nach „Financial Accounting Standards Board Accounting Standards Codification“ Topic 820, Fair Value Measurements and Disclosures, gliedert die zum Marktwert bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten basierend auf den Daten, die für die Marktwertermittlung herangezogen werden. Level 1 umfasst demnach beobachtbare Daten, wie quotierte Marktpreise auf aktiven Märkten. Level 2 werden alle am Markt direkt oder indirekt beobachtbaren Preisdaten zugeordnet, die nicht quotierte Marktpreise in aktiven Märkten darstellen. Level 3 stellen alle nicht-beobachtbaren Werte dar, für die keine oder nur wenige Marktdaten zur Verfügung stehen und die deshalb die Entwicklung von unternehmenseigenen Annahmen erforderlich machen. Die Fair-Value-Hierarchie findet Anwendung in Anmerkung 25, Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie in Anmerkung 30, Finanzinstrumente.

dd) Verwendung von Schätzungen

Die Erstellung eines Konzernabschlusses nach US-GAAP macht Schätzungen und Annahmen durch die Unternehmensleitung erforderlich, die die Höhe der Aktiva und Passiva, die Angabe von Eventualforderungen und -verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie die Höhe der Erträge und Aufwendungen des Berichtszeitraums beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

ee) Forderungsmanagement

Die Gesellschaften des Fresenius-Konzerns führen laufend Überprüfungen der finanziellen Lage ihrer Kunden durch und verlangen von diesen bei der Lieferung von Produkten und der Erbringung von Serviceleistungen üblicherweise keine Sicherheiten. Etwa 17 % bzw. 18 % der erwirtschafteten Umsätze des Fresenius-Konzerns im Jahr 2011 bzw. 2010 unterlagen den Regularien der staatlichen Gesundheitsprogramme in den USA, Medicare und Medicaid und werden von US-Regierungsbehörden verwaltet.

ff) Neu angewendete Verlautbarungen

Im Geschäftsjahr 2011 wurden die US-GAAP zugrunde gelegt, die verpflichtend bzw. freiwillig vorzeitig auf Geschäftsjahre anzuwenden sind, die am 1. Januar 2011 beginnen.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden keine für die Geschäftstätigkeit des Fresenius-Konzerns wesentlichen neuen Standards erstmals angewendet.

gg) Noch nicht angewendete neue Verlautbarungen

Das „Financial Accounting Standards Board“ (FASB) hat die folgenden für den Fresenius-Konzern relevanten neuen Rechnungslegungsvorschriften herausgegeben, die frühestens für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2012 anzuwenden sind:

Im Dezember 2011 verabschiedete das FASB Accounting Standards Update 2011-11 (ASU 2011-11), FASB Accounting Standards Codification (ASC) Topic 210, Balance Sheet – Disclosures about Offsetting Assets and Liabilities. Gemäß dieser Änderung sollen Brutto- und Nettobeträge der in der Bilanz saldierten Finanzinstrumente sowie Beträge für Finanzinstrumente, die Gegenstand von Globalverrechnungsverträgen und ähnlichen Aufrechnungsvereinbarungen sind, veröffentlicht werden. ASU 2011-11 ist für Geschäftsjahre und deren Zwischenabschlüsse anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Der Fresenius-Konzern untersucht zurzeit die Auswirkungen des Standards auf den Konzernabschluss.

Im Juli 2011 verabschiedete das FASB Accounting Standards Update 2011-07 (ASU 2011-07), FASB ASC Topic 954, Health Care Entities – Presentation and Disclosure of Patient Service Revenue, Provision for Bad Debts and the Allowance for Doubtful Accounts for Certain Health Care Entities. Die Änderungen gemäß ASU 2011-07 haben zum Ziel, die Transparenz der Netto-Umsatzerlöse sowie Wertberichtigungen für von Unternehmen des Gesundheitswesens durchgeführte Behandlungen für die Abschlussadressaten zu erhöhen. Die Änderungen zielen auf Unternehmen des Gesundheitswesens ab, die wesentliche Umsatzerlöse aus der Behandlung von Patienten erzielen und diese direkt nach Erbringung der Leistung ansetzen, ohne die Patienten auf deren Zahlungsfähigkeit hin zu überprüfen. ASU 2011-07 fordert, dass die für eventuelle Zahlungsunfähigkeiten gebildeten Wertberichtigungen auf Forderungen direkt von den Umsatzerlösen aus den Behandlungen (abzüglich vertraglicher Wertberichtigungen und Rabatte) abzuziehen sind und somit die gebildete Rückstellung für die Wertberichtigungen auf Forderungen nicht mehr als betrieblicher Aufwand ausgewiesen wird, sondern als abzugsfähiger Betrag von den Umsatzerlösen. Darüber hinaus verlangt ASU 2011-07 erweiterte Angaben zu den Grundsätzen zur Umsatzrealisierung und der Bewertung von ausstehenden Forderungen der Unternehmen des Gesundheitswesens. Des Weiteren fordert ASU 2011-07 sowohl Angaben zu den Umsatzerlösen aus Behandlungen (abzüglich vertraglicher Wertberichtigungen und Rabatte) als auch qualitative und quantitative Informationen über Änderungen der Wertberichtigungen. Die von ASU 2011-07 geforderten Angaben sind für alle Perioden und Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 15. Dezember 2011 beginnen. Die Angaben sind verpflichtend für öffentliche Unternehmen. Eine frühere Anwendung ist gestattet. Die Änderungen des ASU 2011-07 müssen rückwirkend für alle dargestellten Perioden angewendet werden. Der Fresenius-Konzern wendet die Vorgaben von ASU 2011-07 seit 1. Januar 2012 an. Der Fresenius-Konzern erwartet aufgrund der Erstanwendung dieses Standards eine Minderung der Umsatzerlöse um etwa 161 Mio € im Jahr 2011 mit einer entsprechenden Reduzierung der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten.

Im Juli 2011 verabschiedete das FASB Accounting Standards Update 2011-06 (ASU 2011-06), FASB ASC Topic 720, Other Expenses – Fees Paid to the Federal Government by Health Insurers. Die Änderungen gemäß ASU 2011-06 befassen sich mit dem Ansatz und dem Ausweis der einkommensabhängigen Gebühren, die durch den „Health Care and Educational Affordability Reconciliation Act“ erlassen wurden. Die Änderungen fordern, dass ein Unternehmen für das Kalenderjahr, in dem es Krankenversicherungen anbietet und somit verpflichtet ist die Gebühr zu zahlen, die anfallende Gebühr sofort schätzt und diese in voller Höhe ausweist. Dementsprechend hat das Unternehmen eine Abgrenzung zu bilden, die linear abzuschreiben ist, es sei denn eine andere Art der planmäßigen Abschreibung spiegelt die Zahlung der Gebühr über das Kalenderjahr besser wider. Zusätzlich sagen die Änderungen aus, dass die Gebühr nicht die Kriterien von Akquisitionskosten erfüllt. Die von ASU 2011-06 geforderten Angaben sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2013 beginnen, sobald die Einführung der Gebühr wirksam wird. Der Fresenius-Konzern wird ASU 2011-06 zum 1. Januar 2014 anwenden.

Im Juni 2011 verabschiedete das FASB Accounting Standards Update 2011-05 (ASU 2011-05), FASB ASC Topic 220, Comprehensive Income – Presentation of Comprehensive Income. Die Änderungen gemäß ASU 2011-05 erfordern, dass alle Elemente der Gesamtergebnisrechnung entweder in einer fortgeführten Gesamtergebnisrechnung gezeigt werden oder in zwei gesonderten aber aufeinanderfolgenden Tabellen. Im Zwei-Tabellen-Ansatz weist die erste Tabelle das Ergebnis nach Ertragsteuern und dessen Bestandteile aus. Die darauffolgende zweite Tabelle zeigt das Other Comprehensive Income, die Bestandteile des Other Comprehensive Income und das Gesamtergebnis. Die von ASU 2011-05 geforderten Angaben sind rückwirkend für alle Perioden und Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 15. Dezember 2011 beginnen. Eine frühere Anwendung ist gestattet. Der Fresenius-Konzern erfüllt bereits die geänderten Anforderungen des ASU 2011-05, da er schon zwei gesonderte aber aufeinanderfolgende Tabellen für die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Gesamtergebnisrechnung darstellt.

Im Mai 2011 verabschiedete das FASB Accounting Standards Update 2011-04 (ASU 2011-04), FASB ASC Topic 820, Fair Value Measurement – Amendments to Achieve Common Fair Value Measurement and Disclosure Requirements in U.S. GAAP and IFRSs. Die Neuerungen gemäß ASU 2011-04 führen zu einer Vereinheitlichung der Fair Value Bewertungen und Offenlegungsvorschriften nach US-GAAP und IFRS. Die Neuerungen klären die Anwendung des Konzepts der bestmöglichen Nutzung und des der untergeordneten Bewertungsmaßnahme als auch die Bewertung zum Marktwert eines im Eigenkapital klassifizierten Instruments des berichterstattenden Unternehmens. Des Weiteren stellt der Standard die Offenlegungsvorschriften der Fair Value Bewertung klar. ASU 2011-04 ändert außerdem die Bewertungs- und Offenlegungsvorschriften sowohl im Zusammenhang mit der Fair Value Bewertung von Finanzinstrumenten, die innerhalb eines Portfolios verwaltet werden als auch im Zusammenhang mit der Behandlung von Agien und Disagien bei der Fair Value Bewertung. Des Weiteren weitet der Standard die Offenlegungsvorschriften der Fair Value Bewertung aus. Die von ASU 2011-04 geforderten Angaben sind für Perioden und Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 15. Dezember 2011 beginnen. Eine frühere Anwendung ist für öffentliche Unternehmen nicht gestattet. Der Fresenius-Konzern wird ASU 2011-04 ab dem 1. Januar 2012 anwenden.

In der Regel übernimmt der Fresenius-Konzern neue Rechnungslegungsvorschriften nicht vor dem Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung.

V. KRITISCHE RECHNUNGSLEGUNGSGRUNDSÄTZE

Die folgenden Rechnungslegungsgrundsätze und -themen sind nach Meinung des Managements des Fresenius-Konzerns kritisch für den Konzernabschluss im gegenwärtigen ökonomischen Umfeld. Die Einflüsse und Beurteilungen sowie die Ungewissheiten, die auf sie einwirken, sind ebenfalls wesentlich für das Verständnis der jetzigen und künftigen operativen Ergebnisse des Fresenius-Konzerns.

a) Werthaltigkeit von Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer

Die immateriellen Vermögenswerte einschließlich der Firmenwerte, Produktrechte, Markennamen und Managementverträge tragen einen wesentlichen Teil zu der Bilanzsumme des Fresenius-Konzerns bei. Zum 31. Dezember 2011 bzw. 31. Dezember 2010 belief sich der Buchwert der Firmenwerte und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer, die nicht der planmäßigen Abschreibung unterliegen, auf 12.853 Mio € bzw. 11.641 Mio €. Dies entsprach jeweils 49 % der Bilanzsumme.

Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich auf einen erforderlichen Abschreibungsbedarf hin untersucht (Impairment Test) oder wenn Ereignisse eintreten oder Veränderungen darauf hindeuten, dass die Buchwerte dieser Vermögenswerte nicht mehr realisiert werden können.

Um eventuelle Wertminderungen dieser Vermögenswerte zu ermitteln, werden die Zeitwerte der Berichtseinheiten (Reporting Units) mit deren Buchwerten verglichen. Der Zeitwert der Berichtseinheiten wird durch Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens unter Einbeziehung der spezifischen gewichteten Gesamtkapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital – WACC) bestimmt. Zur Ermittlung der diskontierten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse wird eine Vielzahl von Annahmen getroffen. Diese betreffen insbesondere zukünftige Erstattungssätze und Verkaufspreise, die Anzahl der Behandlungen, Absatzmengen und Kosten. Zur Bestimmung der Zahlungsmittelzuflüsse werden in allen Berichtseinheiten das genehmigte Budget der nächsten drei Jahre sowie Projektionen für die Jahre vier bis zehn und entsprechende Wachstumsraten für alle nachfolgenden Jahre zugrunde gelegt. Diese Wachstumsraten liegen bei Fresenius Medical Care zwischen 0 % und 4 %, bei Fresenius Kabi bei 3 % sowie bei Fresenius Helios und Fresenius Vamed bei 1 %. Projektionen von bis zu zehn Jahren sind aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit und durch den weitgehend gleichförmigen und konjunkturunabhängigen Verlauf des Geschäfts des Fresenius-Konzerns möglich. Der Abzinsungsfaktor ermittelt sich aus dem WACC der jeweiligen Berichtseinheit. Im Jahr 2011 basierte der WACC der Fresenius Medical Care auf einer Basisrate von 6,27 %. Diese Basisrate wird für jede Berichtseinheit um die jeweiligen länderspezifischen Risikoraten angepasst. Im Jahr 2011 lagen die WACCs (nach Steuern) für die Berichtseinheiten der Fresenius Medical Care zwischen 6,27 % und 12,73 %. In den Segmenten Fresenius Kabi, Fresenius Helios und Fresenius Vamed lag der WACC (nach Steuern) bei 5,87 %, länderspezifische Anpassungen waren nicht erforderlich. Falls der beizulegende Zeitwert der Berichtseinheit niedriger ist als der Buchwert, wird die Differenz zuerst beim Firmenwert der Berichtseinheit als außerplanmäßige Abschreibung berücksichtigt. Ein Anstieg des WACC (nach Steuern) um 0,5 % hätte im Geschäftsjahr 2011 nicht zu einem Abschreibungsbedarf geführt.

Ein länger anhaltender Abschwung im Gesundheitswesen mit einem niedrigeren als erwarteten Anstieg der Erstattungsraten und/oder mit höheren als erwarteten Kosten für die Erbringung der Gesundheitsdienstleistungen könnte die Schätzungen des Fresenius-Konzerns der zukünftigen Cashflows bestimmter Länder oder Segmente negativ beeinflussen. Weiterhin könnten Veränderungen im makroökonomischen Umfeld den Abzinsungssatz beeinflussen. Die mögliche Folge wäre, dass die künftigen operativen Ergebnisse des Fresenius-Konzerns in wesentlichem Umfang negativ durch zusätzliche außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer beeinflusst werden.

b) Rechtliche Eventualverbindlichkeiten

Der Fresenius-Konzern ist in verschiedene Rechtsstreitigkeiten involviert, die sich aus der Geschäftstätigkeit ergeben. Der Ausgang dieser Rechtsangelegenheiten könnte einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Fresenius-Konzerns haben. Zu Einzelheiten wird auf Anmerkung 29, Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten, verwiesen.

Der Fresenius-Konzern analysiert regelmäßig entsprechende Informationen und bildet die erforderlichen Rückstellungen für möglicherweise aus solchen Verfahren resultierende Verbindlichkeiten einschließlich der geschätzten Rechtsberatungskosten. Für diese Analysen nutzt der Fresenius-Konzern sowohl seine interne Rechtsabteilung als auch externe Ressourcen. Die Bildung einer Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten richtet sich nach der Wahrscheinlichkeit eines für den Fresenius-Konzern nachteiligen Ausgangs und der Möglichkeit, einen Verlustbetrag sinnvoll schätzen zu können.

Die Erhebung einer Klage oder die formelle Geltendmachung eines Anspruchs bzw. die Bekanntgabe einer solchen Klage oder der Geltendmachung eines Anspruchs bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Rückstellung zu bilden ist.

c) Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind eine wesentliche Bilanzposition, und die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen bedürfen einer umfangreichen Schätzung und Beurteilung durch das Management. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen betrugen 3.234 Mio € bzw. 2.935 Mio € im Jahr 2011 bzw. 2010. Rund zwei Drittel der Forderungen stammen aus dem Unternehmensbereich Fresenius Medical Care und hier im Wesentlichen aus dem Bereich der Dialysedienstleistungen in Nordamerika.

Die größten Schuldner oder Schuldnergruppen an den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfielen zum 31. Dezember 2011 mit 14 % auf die US Medicare und Medicaid Gesundheitsprogramme sowie mit 12 % auf private Versicherungen in den USA. Darüber hinaus existieren aufgrund der internationalen und heterogenen Kundenstruktur im Fresenius-Konzern keinerlei Risikokonzentrationen in nennenswertem Ausmaß.

Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen betrugen 383 Mio € bzw. 317 Mio € zum 31. Dezember 2011 bzw. zum 31. Dezember 2010.

Die Umsätze werden in Höhe der erwarteten Erstattungsbeträge in Übereinstimmung mit den vertraglichen Vereinbarungen mit Dritten fakturiert. Die Bestimmung der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen basiert hauptsächlich auf dem Zahlungsverhalten in der Vergangenheit sowie der Berücksichtigung der Altersstruktur und der Vertragspartner. Der Fresenius-Konzern glaubt, dass diese Analysen zu einer sachlich begründeten Schätzung der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen führen. In gewissen Zeitabständen überprüft der Fresenius-Konzern Veränderungen im Zahlungsverhalten, um die Angemessenheit der Wertberichtigungen sicherzustellen.

Das Entstehen eines Forderungsrückstandes und Schwierigkeiten beim Einzug von Forderungen könnten eine Anhebung der Schätzung des Wertberichtigungsbedarfs auf zweifelhafte Forderungen erfordern. Solche zusätzlichen Aufwendungen für uneinbringliche Forderungen könnten die künftigen operativen Ergebnisse in wesentlichem Umfang negativ beeinflussen.

d) Selbstversicherungsprogramme

Über das Versicherungsprogramm für Berufs-, Produkt- und allgemeine Haftpflichtrisiken sowie für Pkw-Schäden und Arbeitnehmer-Entschädigungsansprüche trägt die in Nordamerika ansässige größte Tochtergesellschaft der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA die Risiken hinsichtlich Berufshaftpflichtrisiken teilweise selbst. Zu weiteren Details über die Rechnungslegungsgrundsätze für Selbstversicherungsprogramme siehe Anmerkung 1. IV aa, Selbstversicherungsprogramme.

Zurück zu:
Konzern-Anhang

QUICKFINDER

Verlauf

Tools