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30. Finanzinstrumente

Der Zusammenhang zwischen Klassen und Kategorien sowie die Zuordnung der Bilanzpositionen zu den Klassen wird in der folgenden Übersicht dargestellt:

Die in die Pflichtumtauschanleihe eingebetteten Derivate waren bis zur Fälligkeit der Anleihe in der Konzern-Bilanz in der Position kurzfristige Rückstellungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten enthalten (zu Details im Zusammenhang mit der Pflichtumtauschanleihe siehe Anmerkung 23, Pflichtumtauschanleihe). Aufgrund ihres besonderen Charakters und der unterschiedlichen Bewertung wurden die eingebetteten Derivate separat einer eigenen Klasse zugeordnet. Der Besserungsschein (CVR) wurde ebenfalls aufgrund seines Charakters und der unterschiedlichen Bewertung getrennt von seiner Bilanzposition einer eigenen Klasse zugeordnet.

BEWERTUNG VON FINANZINSTRUMENTEN

Die Buchwerte der Finanzinstrumente, gegliedert nach Kategorien, betrugen zum 31. Dezember:

in Mio € 2011 2010
1 Es bestehen keine Finanzinstrumente, die beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft wurden.
Kredite und Forderungen 3.428 2.950
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 10.574 9.977
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte1 44 11
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten1 77 174
Keiner Kategorie zugeordnet 68 311

in Mio € 2011 2010
1 Es bestehen keine Finanzinstrumente, die beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft wurden.
Kredite und Forderungen 3.428 2.950
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 10.574 9.977
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte1 44 11
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten1 77 174
Keiner Kategorie zugeordnet 68 311

Ermittlung der Marktwerte von Finanzinstrumenten

Im Folgenden werden die wesentlichen Methoden und Annahmen erläutert, die bei der Ermittlung der Marktwerte von Finanzinstrumenten angewendet werden:

Flüssige Mittel werden zu ihrem Nominalwert angesetzt, der dem Marktwert entspricht.

Für die kurzfristigen Finanzinstrumente, wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige Finanzverbindlichkeiten, stellt der Nominalwert den Buchwert dar, der aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente eine angemessene Schätzung des Marktwerts ist.

Die Marktwerte der wesentlichen langfristigen Finanzinstrumente werden anhand vorhandener Marktinformationen ermittelt. Finanzinstrumente, für die Kursnotierungen verfügbar sind, werden mit den zum Bilanzstichtag aktuellen Kursnotierungen bewertet. Der Marktwert der anderen langfristigen Finanzinstrumente ergibt sich als Barwert der entsprechenden zukünftigen Zahlungsströme. Für die Ermittlung dieser Barwerte werden die am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze und Kreditmargen des Fresenius-Konzerns berücksichtigt. Der Marktwert des von Fresenius Medical Care an die Renal Advantage Partners, LLC gewährten Darlehens basiert auf signifikanten nicht-beobachtbaren Werten vergleichbarer Instrumente. Die Marktwerte der Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen werden auf Basis von signifikanten nichtbeobachtbaren Werten berechnet.

Derzeit gibt es keinen Hinweis auf eine mögliche Wertminderung der Finanzforderungen des Fresenius-Konzerns. Daher sind die Wertberichtigungen auf Kreditausfälle von Finanzforderungen unwesentlich.

Die Buchwerte der in die Pflichtumtauschanleihe eingebetteten Derivate und des Besserungsscheins (CVR) entsprachen deren Marktwerten. Die Pflichtumtauschanleihe wurde am 14. August 2011 fällig. Die eingebetteten Derivate waren mit Marktwerten zu bewerten, die auf Grundlage eines Black-Scholes Modells ermittelt wurden. Der Besserungsschein (CVR) wurde an der US-Börse gehandelt und war daher bis zum 31. Dezember 2010 mit dem aktuellen Börsenkurs zu bewerten. Im 1. Quartal 2011 wurde die Börsennotierung der Besserungsscheine (CVR) aufgrund des Auslaufens der zugrundeliegenden Vereinbarung eingestellt und sie sind wertlos verfallen.

Die im Wesentlichen aus Zinsswaps und Devisentermingeschäften bestehenden Derivate werden wie folgt bewertet: Bei Zinsswaps erfolgt die Bewertung durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze. Für die Ermittlung der Marktwerte von Devisentermingeschäften wird der kontrahierte Terminkurs mit dem Terminkurs des Bilanzstichtags für die Restlaufzeit des jeweiligen Kontraktes verglichen. Der daraus resultierende Wert wird unter Berücksichtigung aktueller Marktzinssätze der entsprechenden Währung auf den Bilanzstichtag diskontiert.

In die Ermittlung der Marktwerte der als Verbindlichkeiten bilanzierten Derivate wird das eigene Kreditrisiko einbezogen. Für die Bewertung der als Vermögenswerte bilanzierten Derivate wird das Kreditrisiko der Vertragspartner berücksichtigt.

Marktwerte der Finanzinstrumente

In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte sowie die Marktwerte der Finanzinstrumente des Fresenius-Konzerns zum 31. Dezember dargestellt:

  2011 2010
in Mio € Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
Flüssige Mittel 635 635 769 769
Zum Buchwert bilanzierte Vermögenswerte 3.428 3.427 2.950 2.950
Zum Buchwert bilanzierte Verbindlichkeiten 10.627 10.874 10.031 10.259
Zum Marktwert bilanzierte Verbindlichkeiten 18 18 133 133
Zum Marktwert bilanzierte Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen 317 317 209 209
Derivate zu Sicherungszwecken - 212 - 212 - 225 - 225

  2011 2010
in Mio € Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
Flüssige Mittel 635 635 769 769
Zum Buchwert bilanzierte Vermögenswerte 3.428 3.427 2.950 2.950
Zum Buchwert bilanzierte Verbindlichkeiten 10.627 10.874 10.031 10.259
Zum Marktwert bilanzierte Verbindlichkeiten 18 18 133 133
Zum Marktwert bilanzierte Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen 317 317 209 209
Derivate zu Sicherungszwecken - 212 - 212 - 225 - 225

Die zum Marktwert bilanzierten derivativen und nicht-derivativen Finanzinstrumente werden entsprechend der dreistufigen Fair-Value-Hierarchie aufgeteilt. Die Marktwert-Berechnung von Derivaten zu Sicherungszwecken basiert auf signifikanten sonstigen beobachtbaren Werten, sie sind daher entsprechend der definierten Fair-Value-Hierarchiestufen als Level 2 klassifiziert. Die in die Pflichtumtauschanleihe eingebetteten Derivate wurden ebenfalls als Level 2 klassifiziert. Die Bewertung des Besserungsscheins (CVR) basierte bis zum 31. Dezember 2010 auf den aktuellen Börsenkursen, daher wurde er als Level 1 klassifiziert. Die Klasse der zum Marktwert bilanzierten Verbindlichkeiten bestand aus den eingebetteten Derivaten und dem Besserungsschein (CVR) und wurde daher in ihrer Gesamtheit der niedrigeren Hierarchiestufe Level 2 zugeordnet. Zum 31. Dezember 2011 bestand diese Klasse aufgrund des Verfalls des Besserungsscheins (CVR) und der Fälligkeit der Pflichtumtauschanleihe nicht mehr. Die Bewertung der Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen erfolgt zu signifikanten nicht-beobachtbaren Werten, sie sind daher als Level 3 klassifiziert.

MARKTWERTE DER DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTE


  31. Dezember 2011 31. Dezember 2010
in Mio € Vermögenswerte Verbindlichkeiten Vermögenswerte Verbindlichkeiten
1 Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate und Devisenkontrakte aus Derivaten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung bilden die Klasse Derivate zu Sicherungszwecken.
Zinssicherungsgeschäfte (kurzfristig) 0 103 - 43
Zinssicherungsgeschäfte (langfristig) 0 60 1 115
Devisenkontrakte (kurzfristig) 9 39 8 49
Devisenkontrakte (langfristig) 1 5 5 2
Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate1 10 207 14 209
         
Zinssicherungsgeschäfte (kurzfristig) 0 0 0 2
Zinssicherungsgeschäfte (langfristig) 0 3 0 0
Devisenkontrakte (kurzfristig)1 43 58 10 34
Devisenkontrakte (langfristig)1 1 1 1 7
In die Pflichtumtauschanleihe eingebettete Derivate (kurzfristig) 0 0 0 111
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 44 62 11 154

  31. Dezember 2011 31. Dezember 2010
in Mio € Vermögenswerte Verbindlichkeiten Vermögenswerte Verbindlichkeiten
1 Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate und Devisenkontrakte aus Derivaten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung bilden die Klasse Derivate zu Sicherungszwecken.
Zinssicherungsgeschäfte (kurzfristig) 0 103 - 43
Zinssicherungsgeschäfte (langfristig) 0 60 1 115
Devisenkontrakte (kurzfristig) 9 39 8 49
Devisenkontrakte (langfristig) 1 5 5 2
Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate1 10 207 14 209
         
Zinssicherungsgeschäfte (kurzfristig) 0 0 0 2
Zinssicherungsgeschäfte (langfristig) 0 3 0 0
Devisenkontrakte (kurzfristig)1 43 58 10 34
Devisenkontrakte (langfristig)1 1 1 1 7
In die Pflichtumtauschanleihe eingebettete Derivate (kurzfristig) 0 0 0 111
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 44 62 11 154

Derivative Finanzinstrumente werden in jeder Berichtsperiode zum Marktwert bewertet, demzufolge entsprechen die Buchwerte zum Bilanzstichtag den Marktwerten.

Auch Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung, also Derivate, für die kein Hedge-Accounting angewendet wird, werden ausschließlich zur Absicherung von wirtschaftlichen Risiken eingesetzt und nicht für Spekulationszwecke abgeschlossen.

Die Derivate zu Sicherungszwecken wurden in der Konzern-Bilanz unsaldiert unter den sonstigen Vermögenswerten in Höhe von 54 Mio € und den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 266 Mio € ausgewiesen.

Der kurzfristig fällige Teil der Zinssicherungsgeschäfte und der Devisenkontrakte, der in der vorhergehenden Tabelle als Vermögenswert bzw. Verbindlichkeit gezeigt ist, wird in der Konzern-Bilanz unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten bzw. unter den kurzfristigen Rückstellungen und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Der als Vermögenswert bzw. als Verbindlichkeit ausgewiesene langfristig fällige Teil ist in den sonstigen langfristigen Vermögenswerten bzw. in den langfristigen Rückstellungen und sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten enthalten. Die in die Pflichtumtauschanleihe eingebetteten Derivate waren bis zur Fälligkeit der Anleihe in der Konzern-Bilanz in den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Erfolgswirksame Effekte der Finanzinstrumente

Die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten betrafen Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 216 Mio € sowie Transaktionen in Fremdwährung in Höhe von -6 Mio €. Des Weiteren bestanden Erträge aus der Marktbewertung des Besserungsscheins (CVR) in Höhe von 5 Mio € und Aufwendungen aus der Marktbewertung der in die Pflichtumtauschanleihe eingebetteten Derivate in Höhe von 100 Mio €. Die Zinserträge in Höhe von 56 Mio € resultierten im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Darlehen an verbundene Unternehmen. Die Zinsaufwendungen in Höhe von 587 Mio € resultierten im Wesentlichen aus Finanzverbindlichkeiten.

EFFEKT DER ALS SICHERUNGSINSTRUMENTE DESIGNIERTEN DERIVATE AUF DIE GESAMTERGEBNISRECHNUNG


  2011
in Mio € im Other Comprehensive Income (Loss) angesetzte Erträge/Aufwendungen (effektiver Teil) Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) (effektiver Teil) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge/Aufwendungen
1 Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge/Aufwendungen bestehen ausschließlich aus dem ineffektiven Anteil.
Zinssicherungsgeschäfte - 60 - 14 - 7
Devisenkontrakte - 31 4 -
Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate1 - 91 - 10 - 7
Devisenkontrakte     - 7
Als Fair Value Hedges klassifizierte Derivate     - 7
Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate - 91 - 10 - 14

  2011
in Mio € im Other Comprehensive Income (Loss) angesetzte Erträge/Aufwendungen (effektiver Teil) Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) (effektiver Teil) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge/Aufwendungen
1 Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge/Aufwendungen bestehen ausschließlich aus dem ineffektiven Anteil.
Zinssicherungsgeschäfte - 60 - 14 - 7
Devisenkontrakte - 31 4 -
Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate1 - 91 - 10 - 7
Devisenkontrakte     - 7
Als Fair Value Hedges klassifizierte Derivate     - 7
Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate - 91 - 10 - 14

  2010
in Mio € im Other Comprehensive Income (Loss) angesetzte Erträge/Aufwendungen (effektiver Teil) Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) (effektiver Teil) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge/Aufwendungen
1 Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge/Aufwendungen bestehen ausschließlich aus dem ineffektiven Anteil.
Zinssicherungsgeschäfte - 25 - 8 1
Devisenkontrakte - 7 - 9 - 1
Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate1 - 32 - 17 0
Devisenkontrakte     - 24
Als Fair Value Hedges klassifizierte Derivate     - 24
Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate - 32 - 17 - 24

  2010
in Mio € im Other Comprehensive Income (Loss) angesetzte Erträge/Aufwendungen (effektiver Teil) Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) (effektiver Teil) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge/Aufwendungen
1 Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge/Aufwendungen bestehen ausschließlich aus dem ineffektiven Anteil.
Zinssicherungsgeschäfte - 25 - 8 1
Devisenkontrakte - 7 - 9 - 1
Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate1 - 32 - 17 0
Devisenkontrakte     - 24
Als Fair Value Hedges klassifizierte Derivate     - 24
Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate - 32 - 17 - 24

EFFEKT DER DERIVATE OHNE BILANZIELLE SICHERUNGSBEZIEHUNG AUF DIE GESAMTERGEBNISRECHNUNG


  in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge/Aufwendungen
in Mio € 2011 2010
Zinssicherungsgeschäfte 3 -
Devisenkontrakte 43 - 97
In die Pflichtumtauschanleihe eingebettete Derivate - 100 - 90
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - 54 - 187

  in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge/Aufwendungen
in Mio € 2011 2010
Zinssicherungsgeschäfte 3 -
Devisenkontrakte 43 - 97
In die Pflichtumtauschanleihe eingebettete Derivate - 100 - 90
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - 54 - 187

Den in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträgen aus als Fair Value Hedges klassifizierten Derivaten und aus Devisenkontrakten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung stehen in entsprechender Höhe in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen aus den zugehörigen Grundgeschäften gegenüber.

Der Fresenius-Konzern erwartet innerhalb der nächsten zwölf Monate die erfolgswirksame Erfassung von Aufwendungen aus Devisenkontrakten aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) in Höhe von insgesamt 9 Mio € (netto). Aus Zinssicherungsgeschäften erwartet der Fresenius-Konzern innerhalb der nächsten zwölf Monate die erfolgswirksame Erfassung von Zinsaufwendungen in Höhe von 55 Mio €, die im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit anfallen.

Die Erträge und Aufwendungen aus Devisenkontrakten und den jeweiligen Grundgeschäften verteilen sich in der Gewinn- und Verlustrechnung auf die Positionen Umsatzkosten, Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten und Zinsergebnis. Die erfolgswirksam erfassten Erträge und Aufwendungen aus Zinssicherungsgeschäften werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsergebnis ausgewiesen. Das sonstige Finanzergebnis umfasst die Erträge und Aufwendungen aus der bis zum 14. August 2011 vorgenommenen Bewertung der in die Pflichtumtauschanleihe eingebetteten Derivate (siehe Anmerkung 10, Sonstiges Finanzergebnis).

MARKTRISIKO

Allgemeines

Aus der internationalen Geschäftstätigkeit in zahlreichen Währungen ergeben sich für den Fresenius-Konzern Risiken aus Wechselkursschwankungen. Zur Finanzierung seiner Geschäftstätigkeit emittiert der Fresenius-Konzern Anleihen und Geldmarktpapiere und vereinbart mit Banken im Wesentlichen langfristige Darlehen und Schuldscheindarlehen. Daraus können sich für den Fresenius-Konzern Zinsrisiken aus variabler Verzinsung und Kursrisiken für Bilanzpositionen mit fixer Verzinsung ergeben.

Zur Steuerung der Zins- und Währungsrisiken tritt der Fresenius-Konzern im Rahmen der vom Vorstand festgelegten Limite in bestimmte Sicherungsgeschäfte mit Banken ein, die ein hohes Rating aufweisen. Der Fresenius-Konzern schließt derivative Finanzinstrumente nicht für spekulative Zwecke ab.

Der Fresenius-Konzern führt seine Aktivitäten auf dem Gebiet der derivativen Finanzinstrumente grundsätzlich unter Kontrolle einer zentralen Abteilung durch. Der Fresenius-Konzern hat dazu in Anlehnung an einschlägige Normen aus dem Bankenbereich Richtlinien für die Risikobeurteilung und die Kontrolle über den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten festgelegt. Diese Richtlinien regeln insbesondere eine klare Trennung der Verantwortlichkeiten in Bezug auf Handel, Abwicklung, Buchhaltung und Kontrolle. Risikolimits werden kontinuierlich beobachtet und gegebenenfalls wird der Umfang der Sicherungsgeschäfte entsprechend angepasst.

Zur Quantifizierung der Zins- und Währungsrisiken definiert der Fresenius-Konzern für die einzelnen Risikopositionen jeweils einen Richtwert (Benchmark) auf Basis erzielbarer bzw. tragfähiger Sicherungskurse. In Abhängigkeit von den jeweiligen Richtwerten werden dann Sicherungsstrategien vereinbart und in der Regel in Form von Mikro-Hedges umgesetzt.

Das Jahresergebnis des Konzerns wurde nur unwesentlich durch die Ineffektivität von Sicherungsgeschäften beeinflusst, da die Kontraktspezifikationen der Zins- und Devisenkontrakte weitgehend mit den Parametern der entsprechenden Risikopositionen übereinstimmten.

Derivative Finanzinstrumente

Management des Währungsrisikos

Für die Finanzberichterstattung ist der Euro Berichtswährung. Daher beeinflussen Translationsrisiken aus der Änderung von Wechselkursen zwischen dem Euro und den lokalen Währungen, in denen die Jahresabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften erstellt werden, das im Konzernabschluss ausgewiesene Jahresergebnis und die Darstellung der finanziellen Lage.

Daneben gibt es Transaktionsrisiken einzelner Konzerngesellschaften, die sich vor allem aus in fremder Währung fakturierten Einkäufen, Verkäufen, Engineering- und Dienstleistungen ergeben. Insbesondere werden die in den in- und ausländischen Werken des des Fresenius-Konzerns hergestellten Produkte an die Tochtergesellschaften in den verschiedenen Ländern geliefert und grundsätzlich in der Währung der Produktionsstätte fakturiert. Aus diesen Transaktionen resultiert der wesentliche Teil der Transaktionsrisiken. Für diese konzerninternen Lieferungen und Leistungen sind vor allem der Euro, der US-Dollar und der Yen die jeweilige Fakturierungswährung. Dadurch sind die Tochtergesellschaften von Wechselkursänderungen zwischen den Fakturierungswährungen und den Währungen betroffen, in denen sie ihre lokalen Geschäftstätigkeiten durchführen. Ausschließlich zur Sicherung der bestehenden oder zu erwartenden Transaktionsrisiken setzt der Fresenius-Konzern Devisentermingeschäfte und in unwesentlichem Umfang Devisenoptionen ein. Im Zusammenhang mit Darlehen in Fremdwährung tätigt der Fresenius-Konzern in der Regel Devisenswapgeschäfte. Dadurch wird sichergestellt, dass aus diesen Darlehen keine Wechselkursrisiken entstehen.

Zum 31. Dezember 2011 betrug das Nominalvolumen aller Devisengeschäfte 3.955 Mio €. Der Abschluss dieser Devisenkontrakte erfolgte zur Absicherung von Transaktionsrisiken aus dem operativen Geschäft und im Zusammenhang mit Darlehen in fremder Währung. Der überwiegende Teil der Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Transaktionsrisiken aus dem operativen Geschäft wurde als Cashflow Hedge bilanziert, während Devisengeschäfte im Zusammenhang mit Darlehen in Fremdwährung teilweise als Fair Value Hedge bilanziert werden. Die Marktwerte der Cashflow Hedges und der Fair Value Hedges betrugen -35 Mio € bzw. 1 Mio €.

Der effektive Teil der Marktwertänderungen von Devisenterminkontrakten, die als Cashflow Hedges für geplante Wareneinkäufe und -verkäufe bestimmt und geeignet sind, wird erfolgsneutral im Eigenkapital (kumuliertes Other Comprehensive Income (Loss)) abgegrenzt. Diese Beträge werden in der Folgezeit zeitgleich mit den Ergebniswirkungen der entsprechenden Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung als Umsatzkosten oder als Teil der Vertriebs- und Verwaltungskosten erfasst.

Der Fresenius-Konzern hatte zum 31. Dezember 2011 Devisenkontrakte mit einer maximalen Laufzeit von 47 Monaten im Bestand.

Für die Abschätzung und Quantifizierung der Transaktionsrisiken in fremder Währung betrachtet der Fresenius-Konzern die mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Zahlungsströme der nächsten drei Monate als relevante Bemessungsgrundlage für die Durchführung einer Sensitivitätsanalyse. Für diese Analyse wird unterstellt, dass sich alle Wechselkurse, in denen der Konzern zum Stichtag offene Währungspositionen hatte, um 10 % negativ ändern. Durch Multiplikation der ermittelten ungesicherten Risikopositionen mit diesem Faktor ergibt sich ein maximal möglicher negativer Einfluss der Transaktionsrisiken auf die Ertragslage des Konzerns in Höhe von 9 Mio €.

Management des Zinsrisikos

Die Zinsrisiken des Konzerns erwachsen im Wesentlichen aus den Geld- und Kapitalmarkttransaktionen des Fresenius-Konzerns zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit.

Der Fresenius-Konzern setzt Zinsswaps und in geringem Umfang Zinsoptionen ein, um sich gegen das Risiko steigender Zinssätze abzusichern. Diese Zinsderivate sind überwiegend als Cashflow Hedges designiert und werden abgeschlossen, um Zahlungen aus variabel verzinslichen Verbindlichkeiten in fixe Zinszahlungen umzuwandeln sowie im Hinblick auf die Aufnahme zukünftiger Verbindlichkeiten. Die US-Dollar Zinsswaps mit einem Nominalvolumen von 3.850 Mio US$ (2.976 Mio €) und einem Marktwert von -174 Mio US$ (-134 Mio €) laufen zu verschiedenen Terminen in den Jahren 2012 bis 2014 aus. Die Euro Zinsswaps mit einem Nominalvolumen von 966 Mio € und einem Marktwert von -32 Mio € werden zwischen den Jahren 2012 und 2016 fällig. Der durchschnittliche Zinssatz für die US-Dollar Zinsswaps beträgt 3,45 % und für die Euro Zinsswaps 3,19 %.

Die aus den Swap-Vereinbarungen resultierenden Zinsverbindlichkeiten und Zinsforderungen werden abgegrenzt und als Anpassung des Zinsaufwands zum jeweiligen Bilanzstichtag erfasst. In einzelnen Fällen können im Bereich der Zinssicherungsgeschäfte außerplanmäßige Tilgungen oder die Neuverhandlung von gesicherten Grundgeschäften zur Auflösung (De-Designation) der bis dahin bestehenden Sicherungsbeziehung führen. Die betroffenen Sicherungsgeschäfte werden ab diesem Zeitpunkt erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet.

Zur Analyse der Auswirkungen von Änderungen der für Fresenius relevanten Referenzzinsen auf die Ertragslage des Konzerns wird der Anteil der Finanzverbindlichkeiten ermittelt, der originär zu variablen Sätzen verzinst wird und nicht durch den Einsatz von Zinsswaps oder Zinsoptionen gegen einen Anstieg der Referenzzinsen gesichert ist. Für den auf diese Weise ermittelten Teil der Finanzverbindlichkeiten wird unterstellt, dass die Referenzzinssätze am Berichtsstichtag jeweils einheitlich um 0,5 % höher gewesen wären als sie tatsächlich waren. Der daraus folgende zusätzliche jährliche Zinsaufwand wird zu dem Konzernergebnis ins Verhältnis gesetzt. Diese Analyse ergibt, dass ein Anstieg der für den Fresenius-Konzern relevanten Referenzzinssätze um 0,5 % einen Einfluss auf das Konzernergebnis und das Eigenkapital der Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA von weniger als 1 % hätte.

KREDITRISIKO

Der Fresenius-Konzern ist in Bezug auf Finanzinstrumente dem Risiko ausgesetzt, dass Vertragspartner ihre Leistungsverpflichtungen nicht erfüllen. Im Hinblick auf derivative Finanzinstrumente wird jedoch erwartet, dass die Vertragspartner ihren Verpflichtungen nachkommen, da es sich bei diesen um Banken handelt, die ein hohes Rating aufweisen. Das maximale Kreditrisiko aus Derivaten ergibt sich aus der Summe der Derivate mit einem zum Bilanzstichtag positiven Marktwert. Am 31. Dezember 2011 bestand kein Kreditrisiko aus Zinsderivaten. Das maximale Kreditrisiko der Währungsderivate betrug 54 Mio €. Das maximale Kreditrisiko aus nicht-derivativen Finanzinstrumenten entspricht dem Gesamtwert aller Forderungen. Das Management des Fresenius-Konzerns analysiert zur Kontrolle dieses Kreditrisikos die Altersstruktur der Forderungen. Zu Details im Zusammenhang mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Wertberichtigungen wird auf Anmerkung 14, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verwiesen.

LIQUIDITÄTSRISIKO

Das Liquiditätsrisiko ist definiert als das Risiko, dass eine Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Mittels eines effektiven Working-Capital- und Cash-Managements sowie einer vorausschauenden Evaluierung von Refinanzierungsalternativen steuert das Management des Fresenius-Konzerns die Liquidität des Konzerns. Das Management des Fresenius-Konzerns ist davon überzeugt, dass die bestehenden Kreditfazilitäten sowie die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit und aus sonstigen kurzfristigen Finanzierungsquellen zur Deckung des vorhersehbaren Liquiditätsbedarfs der Gesellschaft ausreichen (siehe Anmerkung 21, Darlehen und aktivierte Leasingverträge).

Die folgende Tabelle zeigt die künftigen nicht-diskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungen (inklusive Zinsen) aus finanziellen Verbindlichkeiten sowie die Marktwerte der Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen und die Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente:

in Mio € bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre länger als 5 Jahre
1 Zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten wurden auf Basis der zuletzt vor dem 31. Dezember 2011 fixierten Zinssätze ermittelt.
Langfristige Darlehen und aktivierte Leasingverträge (inkl. Forderungsverkaufsprogramm)1 1.979 3.833 78
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 182 0 0
Anleihen 256 3.020 2.218
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 807 0 0
Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen 83 113 121
Derivative Finanzinstrumente 200 69 0
Gesamt 3.507 7.035 2.417

in Mio € bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre länger als 5 Jahre
1 Zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten wurden auf Basis der zuletzt vor dem 31. Dezember 2011 fixierten Zinssätze ermittelt.
Langfristige Darlehen und aktivierte Leasingverträge (inkl. Forderungsverkaufsprogramm)1 1.979 3.833 78
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 182 0 0
Anleihen 256 3.020 2.218
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 807 0 0
Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen 83 113 121
Derivative Finanzinstrumente 200 69 0
Gesamt 3.507 7.035 2.417

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