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Geschäftsbericht 2008
3. Platz im MDAX

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Weltwirtschaft im Sog der Finanzmarktkrise

Die sich in der zweiten Jahreshälfte dramatisch zuspitzende Krise auf den internationalen Finanzmärkten hatte auch erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Aufgrund der guten Konjunktur bis zur Jahresmitte konnten die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zwar immer noch Wachstum erzielen. Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) lag das Weltwirtschaftswachstum im vergangenen Jahr auf einem Niveau von 3,4 %. Vor dem Hintergrund der hohen Verschuldung der amerikanischen Privathaushalte und dem damit einhergehenden gedämpften amerikanischen Konsumwachstum erreichte das US-amerikanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur ein Plus von 1,1 %. Dagegen zeigte sich die Wirtschaftsleistung in Ländern wie China oder Indien vergleichsweise widerstandsfähig: China erreichte ein BIP-Wachstum von 9,0 % und Indien verzeichnete eine Steigerung des Wirtschaftswachstums um 7,3 %.

Diese Zahlen täuschen aber über die tatsächliche Dramatik der Situation hinweg. Ausgelöst durch die immensen Verluste an den Kapitalmärkten und die teilweise Existenz bedrohende Krise der Finanzwirtschaft ging das Vertrauen der Konsumenten und der Unternehmen in eine weitere positive Konjunkturentwicklung dramatisch zurück. Die Folge davon war ein in seiner Geschwindigkeit auch von Experten nicht erwarteter Rückgang der Nachfrage. Dies hatte in einigen Branchen, beispielsweise der Automobilindustrie, weitere dramatische Folgen. Absatzeinbußen im vierten Quartal von bis zu 30 % in einzelnen Märkten führten zu Produktionsdrosselung mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Zulieferindustrie und die Beschäftigungssituation. Die gesamten Auswirkungen der Krise auf die Entwicklung der Weltkonjunktur werden sich erst in den kommenden Jahren zeigen (siehe auch Prognosebericht).

Rezession kommt in deutscher Realwirtschaft an

In Deutschland setzte die Finanzkrise dem Wirtschaftswachstum der Vorjahre ein vorübergehendes Ende. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte im zweiten Halbjahr 2008; das Bruttoinlandsprodukt erreichte im Gesamtjahr trotzdem noch ein Wachstum von 1,3 %. Auch der Arbeitsmarkt blieb bis Jahresende 2008 noch von negativen Impulsen aus der Finanzkrise verschont. Die Arbeitslosenquote ging im Gesamtjahr von 8,1 % auf 7,4 % zurück.

Wirtschaftswachstum in Deutschland (in %)

Wirtschaftswachstum in Deutschland (in %) (Balkengrafik)
Die Zielkundengruppe von MLP, Akademiker und andere anspruchsvolle Kunden, die in der Regel gut ausgebildete Arbeitnehmer sind, haben auf dem Arbeitsmarkt deutlich bessere Chancen als geringer qualifizierte Menschen: Akademiker sind weniger von Arbeitslosigkeit bedroht und erhalten höhere Gehälter als geringer qualifizierte Personengruppen. Die Erwerbsquote, diese bezeichnet den Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung gleichen Alters, liegt bei Akademikern in einem Alter ab Mitte 30 bis etwa zum 60. Lebensjahr bei rund 90 %.

Sparquote in Deutschland steigt weiter

Daneben haben sich 2008 mit rund 1.542 Mrd. € weder die verfügbaren Einkommen noch das Kaufverhalten der Bürger negativ verändert. Die Lohnerhöhungen der Vorperioden, die gesunkene Inflation und die im Vergleich zum Jahresanfang niedrigeren Energieund Kraftstoffpreise stützten die Kaufbereitschaft der Bürger bis ins Weihnachtsgeschäft hinein. Die Konsumausgaben wiesen im Jahresverlauf sogar eine leicht steigende Tendenz auf. Gleichzeitig haben die Deutschen ihre Sparleistung gegenüber dem vergangenen Jahr, vermutlich auch aufgrund der negativen Erwartungen für die Zukunft ausgelöst durch die Finanzkrise, nochmals um 0,2 %-Punkte gesteigert. Die Menschen haben 11 % ihres verfügbaren Einkommens angelegt. Dies entspricht einer durchschnittlichen Sparleistung von 180 € pro Bundesbürger und Monat. Allerdings ist nach wie vor festzustellen, dass die Menschen kurzfristige Sparformen tendenziell längerfristigen Anlageformen vorziehen. Dieses Verhalten wurde durch die Finanzmarktkrise noch verstärkt. Die erlittenen Verluste und die Diskussion über die Sicherheit einzelner Anlageformen veranlasste viele Anleger, Gelder aus volatilen in vermeintlich sichere, aber langfristig renditeschwächere Anlageformen umzuschichten (siehe auch Branchenentwicklung Vermögensmanagement).

Zukunftserwartungen wichtigster Einflussfaktor

Die Bundesbürger schauen relativ pessimistisch in die Zukunft. Nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erwarten die privaten Haushalte in Deutschland eine Rezession in 2009. Diese negativen Erwartungen haben sich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2008 im Nachfrageverhalten nach langfristigen Altersvorsorge- oder Vermögensmanagementkonzepten niedergeschlagen. Die Zukunftserwartungen unserer Kunden sind damit im dritten und vierten Quartal zum bestimmenden gesamtwirtschaftlichen Einflussfaktor auf unsere Geschäftsentwicklung geworden. Insbesondere in unserem umsatzstärksten und damit wichtigsten vierten Quartal hatte diese Entwicklung erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Gesamterlöse und damit auch auf unser Ergebnis im Gesamtjahr.

Gesamtaussage zur Auswirkung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass sich zwar die in normalen Jahren für unsere Geschäftsentwicklung wichtigen gesamtwirtschaftlichen Indikatoren wie die Konjunkturentwicklung, die Arbeitslosen- und die Sparquote sowie die Kaufkraft in Deutschland im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv entwickelt haben. Allerdings haben die Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die zukünftige Konjunkturentwicklung unsere Geschäftsentwicklung deutlich negativ beeinflusst und haben die positiven Aspekte bei weitem überlagert. Wie wir bereits zum Ende des dritten Quartals 2008 kommuniziert hatten, war die Finanzmarktkrise der Hauptgrund, warum wir unser selbst gestecktes Ziel einer Steigerung der Gesamterlöse nicht erreichen konnten.

Gesamtwirtschaftliche Einflussfaktoren auf die Geschäftsentwicklung von MLP

Einfluss auf die Geschäftsentwicklung von MLP in 2008
Erwartungen über zukünftige Konjunkturentwicklung (Finanz- und Wirtschaftskrise) – –
Geringere Arbeitslosenquote +
Anstieg der Sparquote +