Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse
Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise
Unser Geschäftsverlauf im Jahr 2008 zeigte insbesondere in der zweiten Jahreshälfte deutliche Spuren der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Turbulenzen an den Kapitalmärkten und die Unsicherheit der Kunden über die weitere konjunkturelle Entwicklung ließen viele Anleger und Firmenkunden bei langfristigen Investitionsentscheidungen zögern. Bei MLP führte dies insbesondere in den Bereichen Altersvorsorge, Vermögensmanagement und Finanzierung zu deutlichen Umsatz- und damit auch Ergebnisrückgängen. In den genannten Bereichen sind unsere Umsätze um insgesamt 30,8 Mio. € zurückgegangen, was unser Ergebnis (EBIT) um circa 19 Mio. € negativ beeinflusst hat. Im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge mussten wir darüber hinaus einen unerwarteten Verlust unserer Tochtergesellschaft TPC-Group in Höhe von 3,3 Mio. € hinnehmen. Hier haben Firmenkunden aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise Projekte in der betrieblichen Altersvorsorge überraschend verschoben.
In der sich ab dem dritten Quartal 2008 dramatisch verschärfenden Finanz- und Wirtschaftskrise sehen wir den Hauptgrund darin, dass wir unsere zu Anfang des Jahres 2008 gemachte Prognose nach dem dritten Quartal revidieren mussten. Ursprünglich sind wir davon ausgegangen, dass wir unsere Gesamterlöse moderat steigern und mindestens eine EBIT-Marge von 16 % erzielen könnten.
Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen
Neben dieser dramatischen Änderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich auch das regulatorische Umfeld in unserer Branche im abgelaufenen Geschäftsjahr stark verändert. Die im Jahr 2008 in Kraft getretenen Änderungen des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) haben einerseits begrüßenswerterweise die Rechte der Kunden weiter gestärkt. Allerdings führten die gestiegenen Informationspflichten und die zusätzlichen Transparenzanforderungen zu einmaligen Umstellungskosten und machten Investitionen insbesondere in unsere IT-Infrastruktur notwendig. An einmaligen Aufwendungen zur Umsetzung der neuen Regeln sind rund 6 Mio. € angefallen.
Sondereffekte belasten Ergebnis
Zwei weitere Sondereffekte hatten im letzten Jahr einen wesentlichen Einfluss auf unser Ergebnis. Aufgrund der schlechteren Marktlage bei Gewerbeimmobilien mussten wir eine Wertminderung auf ein fremdvermietetes Büro- und Verwaltungsgebäude in Höhe von 2,5 Mio. € vornehmen. Zusätzlich haben wir eine Verbindlichkeit für mögliche Steuernachzahlungen in Höhe von 3,8 Mio. € bilden müssen, da sich die Rechtslage zu unseren Ungunsten verändert hat.
Sondereffekte belasten EBIT
Durch die vierte und letzte Stufe der steuerlich geförderten Beiträge zur Riester-Rente wies unser Geschäftsverlauf in 2008 eine saisonale Besonderheit auf. Die Erhöhung der Beiträge wurde von den Kunden im ersten Quartal 2008 durchgeführt, was einen positiven Einfluss auf unser Geschäft in der Altersvorsorge hatte.
Ende 2007 wurde einer unserer Mitbewerber von einem Versicherungskonzern übernommen. MLP ist damit der einzig verbleibende unabhängige Finanzberater mit einer bundesweiten Präsenz. Dieses Alleinstellungsmerkmal stärkt unsere Wettbewerbsposition.
