Voraussichtliche Geschäftsentwicklung
Gute Marktposition als unabhängiges, ganzheitliches Beratungshaus
Die unabhängige und ganzheitliche Beratungsphilosophie unseres Hauses und die konsequente Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells hin zu einem ganzheitlichen Beratungshaus haben uns im deutschen Finanzdienstleistungsmarkt zu einem bevorzugten Partner von anspruchsvollen Kunden werden lassen. Wir wollen diesen Erfolgsweg fortsetzen und unsere Position als führender unabhängiger Finanz- und Vermögensberater für Akademiker und andere anspruchsvolle Kunden weiter festigen. Wesentliche Änderungen der Geschäftspolitik planen wir aus heutiger Sicht in den beiden kommenden Geschäftsjahren nicht. Nach den getroffenen Entscheidungen, für unsere operativen Einheiten in Österreich und den Niederlanden jeweils eine neue Eigentümerstruktur zu suchen (siehe auch Strategie und Nachtragsbericht), konzentrieren wir uns zukünftig auf unseren Heimatmarkt Deutschland.
Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise lässt keine konkrete Prognose zu
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir die Auswirkungen der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise bereits deutlich in unserer Geschäftsentwicklung gespürt. MLP ist nicht direkt von der Krise betroffen. Insbesondere unsere Liquiditätssituation und unsere Kapitalbasis sind sehr gut. Allerdings hat die Krise bei unseren Kunden ab der zweiten Jahreshälfte eine deutliche Zurückhaltung bei langfristigen Investitionsentscheidungen bewirkt. Davon waren unsere Bereiche Altersvorsorge, Finanzierung und Vermögensmanagement betroffen. Ob die Finanzmarktkrise bereits ihren Tiefpunkt erreicht hat, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilen. Weitere Turbulenzen auf den Finanz- und Kapitalmärkten mit den entsprechenden negativen Auswirkungen auf die konjunkturelle Lage können nicht ausgeschlossen werden. Angesichts der sehr pessimistischen Konjunkturerwartungen für Deutschland für die Jahre 2009 und 2010 und dem prognostizierten deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit rechnen wir insbesondere für das laufende Geschäftsjahr mit einer weiteren Zurückhaltung der Kunden bei langfristigen Investitionsentscheidungen. Dies betrifft bei uns vor allem die Bereiche Altersvorsorge, Vermögensmanagement und Finanzierung. Eine konkrete Prognose zur Entwicklung der Gesamterlöse und des Ergebnisses ist deshalb derzeit nicht möglich. Mit der gebotenen Vorsicht sind wir aber verhalten optimistisch für 2009 und wollen uns besser entwickeln als der Markt.
MLP wird gestärkt aus der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise hervorgehen
Mit unserem einzigartigen Geschaftsmodell und unserer guten Positionierung im deutschen Finanzdienstleistungsmarkt sehen wir mittel- bis langfristig gute Chancen, von den sich durch die Finanzmarktkrise beschleunigten Veranderungen im Markt profitieren zu konnen.
Um diesem Ziel naher zu kommen, werden wir uns im Geschaftsjahr 2009 auf drei Punkte konzentrieren:
- konsequente Ausschöpfung unseres Erlöspotenzials
- externes Wachstum durch die aktive Teilnahme an der Branchenkonsolidierung
- Kostendisziplin - Masnahmenpaket zur Kostensenkung
Unsere gute Positionierung im Markt und unser bestehender Kundenstamm bieten uns die Möglichkeit, trotz pessimistischer Konjunkturerwartungen unser Geschäft beispielsweise in der betrieblichen Altersvorsorge oder in der Kundengruppe junge Akademiker zu forcieren. Der Bedarf an zusätzlicher privater und betrieblicher Altersvorsorge ist unbestritten.
Externes Wachstum geplant
Durch die in den vergangenen Jahren verstärkte Regulierung des Vermittlermarktes erwarten wir eine Konsolidierung in der Branche. Diese wird durch die aktuelle Finanzund Wirtschaftskrise weiter beschleunigt. Durch die Akquisitionen der TPC-Gruppe und des unabhängigen Finanzvermittlers ZSH haben wir bereits aktiv an der Konsolidierung teilgenommen. Wir werden den Markt weiterhin aufmerksam beobachten und weitere Akquisitionen tätigen, wenn das Akquisitionsziel zu unserem Geschäftsmodell passt, wir durch die Akquisition Synergien heben können und wenn der Preis betriebswirtschaftlich vertretbar ist.
Kostensenkung von 34 Mio. € geplant
Neben diesen inhaltlichen Schwerpunkten haben wir ein Kostensenkungsprogramm initiiert. Wir planen dabei, unsere Fixkostenbasis (Personalaufwand, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen) bis zum Ende des Jahres 2010 von rund 314 Mio. € um 34 Mio. € auf 280 Mio. € zu senken. Im Jahr 2009 werden wir zunächst rund 12 Mio. € einsparen und durch den Wegfall von einmaligen Aufwendungen im Jahr 2008 die Kosten um weitere 12 Mio. € senken. Im Geschäftsjahr 2010 werden wir die Kosten um weitere rund 10 Mio. € reduzieren. Im Wesentlichen planen wir, die Kostensenkungen im Bereich der administrativen Aufwendungen, bei den externen Beratungskosten und durch die Optimierung bestehender Prozesse zu erreichen.
Die beiden anderen Aufwandspositionen (Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft und dem Zinsgeschäft) in unserer Gewinn- und Verlustrechnung sind im Wesentlichen variable Kosten, die sich entsprechend der Entwicklung der Umsätze in den jeweiligen Bereichen entwickeln sollten.
Geplante Senkung der Fixkostenbasis um 34 Mio. € bis Ende 2010
Finanzergebnis wird sich verbessern
Für unser Finanzergebnis erwarten wir im laufenden Geschäftsjahr eine deutliche Verbesserung. Im vergangenen Geschäftsjahr fiel die Dividendenzahlung an die Minderheitsaktionäre der Feri Finance AG mit 7,8 Mio. € (2,2 Mio. €) aufgrund des Verkaufs einer Tochtergesellschaft der Feri Finance AG deutlich höher aus als in der Vergleichsperiode. Nach –9,5 Mio. € im Geschäftsjahr 2008 wird das Finanzergebnis in den kommenden Jahren zwar immer noch negativ ausfallen, sich aber im mittleren einstelligen Millionenbereich bewegen.
Wir rechnen für die Jahre 2009 und 2010 mit einer Steuerquote für den Konzern zwischen 33 % und 35 %.
Dividendenvorschlag 0,28 € je Aktie
Es entspricht unserer Unternehmenspolitik, unsere Aktionäre angemessen am Erfolg zu beteiligen. Dividendenzahlungen erfolgen je nach Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie nach dem zukünftigen Barmittelbedarf. Da unsere Kapitalausstattung und unsere Liquidität hervorragend sind, schlagen Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung am 16. Juni 2009 eine Dividende in Höhe von 0,28 € je Aktie vor. Dies entspricht einer Dividendensumme von 30,2 Mio. € und damit einer Ausschüttungsquote von rund 100 % bezogen auf das Ergebnis der fortzuführenden Geschäftsbereiche. Für die Zukunft streben wir eine nachhaltige Ausschüttungsquote von rund 60 % an.
