Ertragslage
MLP ist mit einer stabilen Erlösentwicklung ins Jahr gestartet. Nachdem im Vergleichszeitraum die Erhöhung der geförderten Beiträge zur Riester-Rente („Riester-Treppe“) rund ein Viertel zu den Umsätzen beigetragen hatte, gingen die Gesamterlöse im ersten Quartal 2009 lediglich um 19% auf 125,5 Mio. € zurück (155,9 Mio. €). Als Folge der Beteiligung von Swiss Life und den damit verbundenen Auswirkungen sind außerordentliche und einmalige Kosten von rund 3,3 Mio. € für rechtliche und kapitalmarktrelevante Beratungsleistungen angefallen. Bereinigt um diesen Sondereffekt betrug das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 6,8 Mio. € (25,1 Mio. €).
Gesamterlöse (in Mio. €)
Bei unseren Kunden besteht durch die tief greifende Finanz- und Wirtschaftskrise ein hoher Beratungsbedarf, gleichzeitig hat sich aber die Zurückhaltung beim Abschluss lang laufender Verträge im ersten Quartal fortgesetzt. MLP hat sich gegen ein sehr schwieriges Marktumfeld gestemmt und sich gut geschlagen.
Die jährliche Ausschüttung an die Minderheitsaktionäre des Tochterunternehmens Feri Finance AG hat das Finanzergebnis im ersten Quartal wie geplant um 2,4 Mio. € gemindert. Damit lag der Überschuss in den fortzuführenden Geschäftsbereichen bei 0,3 Mio. € (8,7 Mio. €). Nochmals gesteigert hat MLP seine Finanzkraft - die liquiden Mittel stiegen auf 216,4 Mio. € (31.12.2008: 210,1 Mio. €). Gerade unter den derzeitigen Rahmenbedingungen profitieren wir von unserer finanziellen Stärke. Unsere hervorragende Kapitalbasis bietet uns umfangreiche Spielräume, auch im Hinblick auf die anstehende Branchenkonsolidierung.
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT, in Mio. €)
Erfolgreiche Entwicklung in der Krankenversicherung
Nach der Einführung des Gesundheitsfonds bildete die private Krankenversicherung im ersten Quartal einen vertrieblichen Schwerpunkt. Gegenüber dem Vorjahr legten die Erlöse in dieser Sparte um 20% auf 13,7 Mio. € (11,4 Mio. €) zu. Ähnlich wie im zweiten Halbjahr 2008 waren die kapitalmarktnahen Bereiche von MLP maßgeblich von der Finanzkrise geprägt. Anstelle langfristiger Vermögensanlagen entschieden sich Kunden vielfach für kurzfristige Sparformen. Vor diesem Hintergrund fielen die Erlöse aus dem Vermögensmanagement um 16% von 20,5 Mio. € auf 17,2 Mio. €. Die Altersvorsorge lag mit 62,9 Mio. € ebenfalls unter dem Vorjahr (87,5 Mio. €). Nach der so genannten Riester-Treppe im Vorjahresquartal erwarten wir 2009 in der Altersvorsorge die gewohnte Konzentration der Erlöse auf das Jahresende. Über sämtliche Beratungssparten hinweg lagen die Provisionserlöse bei 111,6 Mio. € (138,7 Mio. €). Leicht rückläufig waren auch die Erlöse aus dem Zinsgeschäft, die im ersten Quartal aufgrund des niedrigeren Zinsniveaus auf 9,2 Mio. € (10,0 Mio. €) sanken.
Assets under Management gegen den Markttrend stabil
Die erfreuliche Entwicklung in der Krankenversicherung zeigt sich auch im Neugeschäft. Aufgrund der deutlichen Vorteile haben sich viele gesetzlich Versicherte für einen Wechsel in die private Krankenversicherung entschieden, so dass die vermittelten Jahresbeiträge von 11,8 auf 13,3 Mio. € stiegen. Das Neugeschäft in der Altersvorsorge liegt mit einer vermittelten Beitragssumme von 0,9 Mrd. € (1,9 Mrd. €) auf dem Niveau des Jahres 2007; mit 11% entfiel dabei ein deutlich gestiegener Anteil auf den jungen Geschäftsbereich betriebliche Altersversorgung (Gesamtjahr 2008: 8%). Stabil entwickelten sich die Assets under Management mit 11,2 Mrd. € (31.12.2008: 11,4 Mrd. €) - obwohl alle maßgeblichen Aktienindizes auch im ersten Quartal deutliche Verluste hinnehmen mussten.
Zwischen Januar und März hat MLP insgesamt 6.600 Neukunden gewonnen. Die Gesamtkundenzahl stieg inklusive des übernommenen Finanzmaklers ZSH auf 773.000. Die Beraterzahl legte auf 2.435 zu (31.12.2008: 2.413).
Entwicklung der Aufwendungen
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft haben sich aufgrund des Rückgangs der Provisionserlöse ebenfalls deutlich verringert. Sie beliefen sich im ersten Quartal 2009 nur noch auf 41,5 Mio. € (55,7 Mio. €). Unser Zinsergebnis war mit 4,6 Mio. € nahezu auf dem Niveau des ersten Quartals 2008 (4,8 Mio. €). Dabei sind die Erlöse aus dem Zinsgeschäft aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus von 10,0 Mio. € auf 9,2 Mio. € zurückgegangen. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft sind um 11,5% auf 4,6 Mio. € gesunken.
Der Personalaufwand hat sich in der Berichtsperiode akquisitionsbedingt und durch allgemeine Gehaltssteigerungen sowie Personalaufbau um 2,7 Mio. € auf 28,9 Mio. € erhöht. Die Abschreibungen sind planmäßig von 5,0 Mio. € auf 4,4 Mio. € zurückgegangen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich von 38,7 Mio. € auf 42,7 Mio. € erhöht. Hierin enthalten sind einmalige Aufwendungen in Höhe von 3,3 Mio. €, die im Zuge der Beteiligung der Swiss Life und den damit verbundenen Auswirkungen vor allem für rechtliche und kapitalmarktrelevante Beratungsleistungen angefallen sind. Ein weiterer Grund für den Anstieg sind gestiegene EDV-Kosten.
Unser Finanzergebnis konnten wir im ersten Quartal deutlich verbessern. Nach –8,1 Mio. € im ersten Quartal 2008 belief sich das Finanzergebnis im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf –1,5 Mio. €. Im Wesentlichen ist diese Verbesserung auf eine geringer als im Vorjahr ausgefallene Dividendenzahlung an die Minderheitenaktionäre der Feri Finance AG zurückzuführen. Diese belief sich im ersten Quartal 2009 nur auf 2,4 Mio. € (7,8 Mio. €).
Für Ertragsteuern mussten wir in der Berichtsperiode 1,7 Mio. € (8,3 Mio. €) aufwenden. Hierbei ist zu beachten, dass die Dividendenzahlung an die Minderheitenaktionäre der Feri Finance AG nicht als steuerlich anerkannter Aufwand gewertet wird.
Das Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen hat sich leicht von –1,9 Mio. € auf -1,4 Mio. € verbessert. Hierin zeigen wir im Wesentlichen unsere Geschäftsaktivitäten in Österreich und den Niederlanden, für die wir eine neue Eigentümerstruktur suchen.
Insgesamt mussten wir damit einen Konzernverlust in Höhe von 1,2 Mio. € (im Vorjahr Konzerngewinn in Höhe von 6,7 Mio. €) ausweisen. Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie beläuft sich auf -0,01 € (0,07 €).
Ergebnisentwicklung fortzuführende Geschäftsbereiche
| Alle Angaben in Mio. € | 1. Quartal 2009 | 1. Quartal 2008 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Gesamterlöse | 125,5 | 155,9 | –19,5 % |
| EBIT | 3,4 | 25,1 | –86,5 % |
| EBIT-Marge | 2,7 % | 16,1 % | – |
| Finanzergebnis | –1,5 | –8,1 | 81,5 % |
| EBT | 2,0 | 17,0 | –88,2 % |
| EBT-Marge | 1,6 % | 10,9 % | – |
| Ertragsteuern | –1,7 | 8,3 | –79,5 % |
| Überschuss aus fortzuführenden Gechäftsbereichen |
0,3 | 8,7 | –97,7 % |
| Netto-Marge | 0,2 | 5,6 | – |
