Ertragslage
In einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld hat MLP eine robuste Umsatzentwicklung gezeigt. Im ersten Halbjahr 2009 gingen die Gesamterlöse lediglich auf 231,4 Mio. € zurück (282,2 Mio. €), nachdem im Vorjahreszeitraum die letztmalige Erhöhung der geförderten Beiträge zur Riester-Rente rund 40 Mio. € beigetragen hatte.
Gesamterlöse (in Mio. €)
Neben zahlreichen regulatorischen Änderungen sind die Rahmenbedingungen derzeit vor allem dadurch gekennzeichnet, dass private und institutionelle Kunden Anlageentscheidungen vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise in die Zukunft verschieben. Wir haben unsere Kunden intensiv beraten und uns im Wettbewerbsvergleich gut behauptet.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank von 35,8 Mio. € auf 5,9 Mio. €. Dieser Wert beinhaltet Sonderausgaben in Höhe von 3,4 Mio. €, die als Folge der Beteiligung von Swiss Life einmalig für kapitalmarktrelevante Beratungsleistungen angefallen sind. Hinzu kommt eine einmalige Belastung aus Restrukturierungen bei den Tochterunternehmen Feri und TPC von rund 1,1 Mio. € im zweiten Quartal. Aufgrund einer Steuernachzahlung kam es in den fortzuführenden Geschäftsbereichen zu einem Verlust von –0,1 Mio. € (17,4 Mio. €).
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT, in Mio. €)
Kurzfristige Anlagen und Risikoschutz im Fokus vieler Kunden
Zahlreiche Kunden konzentrieren sich derzeit auf liquiditätsorientierte Anlagen wie Tagesgeld oder den Ausbau ihres Risikoschutzes. Dies zeigt sich unter anderem in der Sachversicherung, in der die Erlöse nach einem Anstieg zwischen April und Juni zum Halbjahr mit 18,7 Mio. € (18,8 Mio. €) auf Vorjahresniveau liegen. Ebenso stabil entwickelte sich die Krankenversicherung mit Erlösen von 22,8 Mio. € (22,8 Mio. €). Deutlich an Bedeutung gewonnen hat auch die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, die in die Altersvorsorge-Erlöse einfließt.
Zurückhaltend zeigen sich Kunden dagegen in den kapitalmarktnahen Bereichen, vor allem bei mittel- und langfristigen Anlagen. Vor diesem Hintergrund sanken die Erlöse im Vermögensmanagement um 20 % auf 33,1 Mio. € (41,5 Mio. €). Darin spiegeln sich – neben einer gedämpften Nachfrage von privaten und institutionellen Kunden sowohl beim Tochterunternehmen Feri als auch bei MLP – niedrigere erfolgsabhängige Vergütungen und eine geringere Risikoneigung der Kunden wider. Die Altersvorsorge lag bei 123,0 Mio. € nach 150,6 Mio. € in 2008. Über sämtliche Beratungssparten hinweg betrugen die Provisionserlöse 203,5 Mio. € (241,2 Mio. €). Die Erlöse aus dem Zinsgeschäft sanken aufgrund des niedrigeren Zinsniveaus um 11 % von 19,4 Mio. € auf 17,3 Mio. €.
Assets under Management legen deutlich zu
Im ersten Halbjahr legten die vermittelten Jahresbeiträge in der privaten Krankenversicherung aufgrund eines gestiegenen Interesses nach der Einführung des Gesundheitsfonds von 21,3 Mio. € auf 23,8 Mio. € zu. In der Altersvorsorge ging die Beitragssumme des Neugeschäfts auf 1,9 Mrd. € (3,0 Mrd. €) zurück, nachdem der Vorjahreszeitraum entscheidend durch die so genannte Riester-Treppe geprägt war. Mit 10 % entfiel dabei ein gestiegener Anteil auf den Geschäftsbereich betriebliche Altersversorgung (Gesamtjahr 2008: 8 %). Zulegen konnte MLP auch bei den Assets under Management, die eine wichtige Grundlage für die künftige Entwicklung im Vermögensmanagement bilden. Sie stiegen um 4 % auf 11,7 Mrd. € (31.3.2009: 11,2 Mrd. €).
Erfolgreiche Neukundengewinnung
Zwischen April und Juni hat MLP insgesamt 8.500 Kunden gewonnen. Die Gesamtkundenzahl stieg damit auf 777.000. Die Beraterzahl betrug 2.405 (31.3.2009: 2.435).
Entwicklung der Aufwendungen
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft, die weitgehend variabel sind, haben sich in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres um 18,9 % auf 72,7 Mio. € verringert.
Unser Zinsergebnis konnten wir von 9,1 Mio. € auf 9,8 Mio. € verbessern. Dabei haben sich die Erlöse aus dem Zinsgeschäft von 19,4 Mio. € auf 17,3 Mio. € verringert. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft sind überproportional zurückgegangen. Während sie sich im Vergleichszeitraum auf 10,3 Mio. € beliefen, mussten wir im Berichtszeitraum nur noch 7,5 Mio. € aufwenden.
Die Fixkosten konnten wir im ersten Halbjahr um 1% leicht verringern. Sie lagen insgesamt bei 145,4 Mio. €. Dabei ist der Personalaufwand akquisitionsbedingt, durch allgemeine Gehaltssteigerungen und einmalige Restrukturierungsaufwendungen (1,1 Mio. €) um 6,9 % auf 57,0 Mio. € gestiegen. Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen sind deutlich von 10,3 Mio. € auf 8,8 Mio. € zurückgegangen. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen verzeichneten wir einen deutlichen Rückgang um 4,2 % auf 79,7 Mio. €. Unser im Februar 2009 initiiertes Kostensenkungsprogramm zeigte im zweiten Quartal bereits eine positive Wirkung. Bereinigt um die einmaligen Restrukturierungsaufwendungen bei den Tochterunternehmen Feri und TPC von 1,1 Mio. € sowie um akquisitionsbedingte Kosten reduzierte MLP zwischen April und Juni die Fixkosten um 14,4% auf 65,8 Mio. € (76,9 Mio. €). MLP hatte angekündigt, die Fixkosten bis Ende 2010 um insgesamt 34 Mio. € zu senken. Davon entfallen 24 Mio. € auf das Jahr 2009 und weitere 10 Mio. € auf das Folgejahr. Kosteneinsparungen haben wir unter anderem bei den Beratungskosten, den Aufwendungen für Schulungen und Seminare sowie für Werbemaßnahmen erreicht.
Unser Finanzergebnis konnten wir im ersten Halbjahr 2009 deutlich verbessern. Belief sich dieses im Vorjahreszeitraum noch auf –8,9 Mio. €, erreichten wir im Berichtszeitraum –2,1 Mio. €. Im Wesentlichen ist diese Verbesserung auf eine geringer als im Vorjahr ausgefallene Dividendenzahlung an die Minderheitenaktionäre der Feri Finance AG zurückzuführen. Diese belief sich im ersten Quartal 2009 nur auf 2,4 Mio. € (7,8 Mio. €).
Der Ertragsteueraufwand erreichte in der Berichtsperiode 3,9 Mio. €. Er lag damit über dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (Ergebnis vor Steuern). Für den ungewöhnlich hohen Steueraufwand sind zwei Sondereffekte maßgeblich. Die Dividendenzahlung an die Minderheitenaktionäre der Feri Finance AG im ersten Quartal wird nicht als steuerlich anerkannter Aufwand gewertet. Darüber hinaus haben wir im zweiten Quartal nach dem Abschluss einer steuerlichen Betriebsprüfung für die Jahre 2002 bis 2006 eine Rückstellung für Steuernachzahlungen in Höhe von 1,4 Mio. € gebucht.
Insgesamt erzielten wir damit ein Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen nach Steuern von -0,1 Mio. € (17,4 Mio. €).
Ergebnisentwicklung fortzuführende Geschäftsbereiche
| Alle Angaben in Mio. € | 1. Halbjahr 2009 | 1. Halbjahr 2008 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Gesamterlöse | 231,4 | 282,2 | –18,0 % |
| EBIT | 5,9 | 35,8 | –83,5 % |
| EBIT-Marge | 2,5 % | 12,7 % | – |
| Finanzergebnis | –2,1 | –8,9 | 76,4 % |
| EBT | 3,8 | 26,9 | –85,9 % |
| EBT-Marge | 1,6 % | 9,5 % | – |
| Ertragsteuern | –3,9 | –9,5 | –58,9 % |
| Überschuss aus fortzuführenden Geschäftsbereichen | –0,1 | 17,4 | –100,6 % |
| Netto-Marge | -0,04 % | 6,2 % | – |
Das Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen belief sich im ersten Halbjahr auf –6,0 Mio. € (–3,1 Mio. €).
Im zweiten Quartal 2009 betrug der Verlust nach Steuern in den aufgegebenen Geschäftsbereichen
–4,6 Mio. € (–1,2 Mio. €); auf Konzernebene ergibt sich damit ein Defizit von
Insgesamt mussten wir für die Berichtsperiode einen Konzernverlust in Höhe von -6,2 Mio. € (14,3 Mio. €) ausweisen. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beläuft sich damit auf -0,06 € (0,15 €). Das verwässerte Ergebnis je Aktie erreicht -0,06 € (0,14 €).
