Ertragslage
Wirtschafts- und Finanzkrise belastet Ergebnisentwicklung
Auf Neunmonatsbasis gingen die Gesamterlöse um 15 % auf 345,3 Mio. € (406,1 Mio. €) zurück, nachdem im Vorjahreszeitraum die letztmalige Erhöhung der geförderten Beiträge zur Riester-Rente rund 40 Mio. € beigetragen hatte. Das EBIT sank aufgrund der Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise von 39,2 Mio. € auf 12,9 Mio. €. Dieser Wert beinhaltet Sonderausgaben in Höhe von 2,9 Mio. €, die im ersten Halbjahr als Folge der Beteiligung von Swiss Life einmalig für kapitalmarktrelevante Beratungsleistungen angefallen sind. Hinzu kommen einmalige Belastungen aus Restrukturierungen bei Tochterunternehmen von rund 1,7 Mio. €. Der Überschuss aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen beträgt 5,0 Mio. € (18,8 Mio. €).
Gesamterlöse (in Mio. €)
Unter nach wie vor schwierigen Rahmenbedingungen hat sich das Geschäft von MLP im dritten Quartal belebt. So stiegen die Gesamterlöse gegenüber dem zweiten Quartal um 8 % auf 113,9 Mio. € (Q2 2009: 105,9 Mio. €). Im Vergleich zum Vorjahresquartal, das noch deutlich weniger von der tief greifenden Wirtschafts- und Finanzkrise geprägt war, gingen die Gesamterlöse erwartungsgemäß leicht zurück (Q3 2008: 123,8 Mio. €). Gleichzeitig hat sich die Ertragslage von MLP deutlich verbessert: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) hat sich zwischen Juli und September mit 7,1 Mio. € sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vergleichswert aus dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Der Überschuss aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen stieg ebenfalls um mehr als 100 %.
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT, in Mio. €)
Steigende Provisionserlöse in der Kranken- und Sachversicherung
Die Umsatzerlöse weisen im dritten Quartal Zuwächse in den Feldern Kranken- und Sachversicherung sowie Finanzierung aus. Da sich weiterhin viele Kunden auf den Ausbau ihres Risikoschutzes konzentrieren, stiegen die Erlöse in der Sachversicherung im Vergleich zum Vorjahr um 25 % auf 3,5 Mio. € (Q3 2008: 2,8 Mio. €), in der Krankenversicherung legten sie auf 10,4 Mio. € zu (Q3 2008: 10,2 Mio. €). In der Finanzierung stiegen die Provisionserlöse um 40 % auf 3,5 Mio. € (Q3 2008: 2,5 Mio. €). Dabei profitierte MLP von einem gestiegenen Interesse der Kunden am Erwerb einer Immobilie.
Sowohl in der Altersvorsorge als auch dem Vermögensmanagement zeigt sich weiterhin die Zurückhaltung vieler Kunden bei mittel- bis langfristigen Anlagen. Allerdings weisen beide Sparten eine steigende Tendenz auf: In der Altersvorsorge stiegen die Erlöse im Vergleich zum zweiten Quartal von 60,1 Mio. € auf 65,1 Mio. € (Q3 2008: 70,8 Mio. €), im Vermögensmanagement legten sie von 15,9 Mio. € zwischen April und Juni auf 18,7 Mio. € im dritten Quartal zu (Q3 2008: 19,4 Mio. €).
Entwicklung der Aufwendungen
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft haben sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres im Wesentlichen analog zu den Provisionserlösen um 15,7 % auf 109,9 Mio. € ermäßigt.
Bedingt durch das allgemein gesunkene Zinsniveau sind sowohl die Erlöse aus dem Zinsgeschäft als auch die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft deutlich von 30,1 Mio. € auf 24,8 Mio. € bzw. von –15,9 Mio. € auf –9,9 Mio. € zurückgegangen. Das Zinsergebnis konnten wir dabei steigern. Es belief sich auf 14,9 Mio. € (14,2 Mio. €).
Durch unser im ersten Quartal 2009 initiiertes Kostensenkungsprogramm ist es uns bis zum Ende des dritten Quartals bereits gelungen, die Fixkosten von 221,2 Mio. € auf 212,9 Mio. € zu reduzieren. Die Personalaufwendungen sind akquisitionsbedingt, durch allgemeine Gehaltssteigerungen sowie durch einmalige Restrukturierungsaufwendungen (1,5 Mio. €) um 4,1 % auf 83,0 Mio. € gestiegen. Dabei zeigte sich in den Quartalen eine unterschiedliche Entwicklung. Während die Personalaufwendungen im ersten Halbjahr noch um 6,9 % gestiegen sind, konnten wir diese im dritten Quartal um 1,5 % senken (siehe auch Kapitel Personal). Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen sind deutlich um 11,6 % auf 13,0 Mio. € zurückgegangen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind ebenfalls deutlich gesunken. Erreichten diese in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 noch 126,8 Mio. €, so beliefen sie sich in der Berichtsperiode nur noch auf 116,8 Mio. €. Dies entspricht einem Rückgang um 7,9 %.
Kostensenkungsprogramm zeigt Wirkung
Werden die Fixkosten noch um einmalige Restrukturierungsaufwendungen bei Tochterunternehmen in Höhe von 1,7 Mio. € und um akquisitionsbedingte Kostensteigerungen (4,2 Mio. €) bereinigt, so ergibt sich eine Kostensenkung von 17,1 Mio. € oder 7,7 %. Damit liegen wir mit unseren geplanten Kostensenkungen im Plan. Wir beabsichtigen, bis zum Ende des Jahres 2010 die Fixkostenbasis um 34 Mio. € zu reduzieren. Davon entfallen 24 Mio. € auf das laufende Geschäftsjahr. In den ersten neun Monaten haben wir in nahezu allen Bereichen Kosteneinsparungen realisiert. Im Besonderen ist uns dies bei Aufwendungen für Schulungen und Seminare, den Beratungs- und Prüfungskosten und bei Aufwendungen für Repräsentationszwecke gelungen.
Unser Finanzergebnis konnten wir in der Berichtsperiode ebenfalls deutlich verbessern. Im Vorjahreszeitraum belief es sich noch auf –9,0 Mio. €. Im Berichtszeitraum verringerte es sich dagegen auf nur noch –1,1 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf eine geringer als im Vorjahr ausgefallene Dividendenzahlung an die Minderheitenaktionäre der Feri Finance AG (+5,5 Mio. €), höhere Zinserträge bedingt durch die gestiegene Liquidität (+0,8 Mio. €) und einen geringeren Zinsaufwand (+5,0 Mio. €) zurückzuführen.
Der Ertragsteueraufwand erreichte in der Berichtsperiode 6,9 Mio. € (11,3 Mio. €). Die Steuerquote ist von 37,6 % auf 58,1 % gestiegen. Hierfür sind zwei Sondereffekte maßgeblich. Die Dividendenzahlung an die Minderheitenaktionäre der Feri Finance AG wird nicht als steuerlich anerkannter Aufwand gewertet. Zusätzlich haben wir im zweiten Quartal 2009 nach dem Abschluss einer steuerlichen Betriebsprüfung für die Jahre 2002 bis 2006 eine Verbindlichkeit für Steuernachzahlungen in Höhe von 1,4 Mio. € gebucht.
Bis auf die bereits erwähnten Ausnahmen verlief die Entwicklung der Aufwendungen im dritten Quartal ähnlich wie in der gesamten Berichtsperiode.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2009 erzielten wir in den fortzuführenden Geschäftsbereichen einen Überschuss in Höhe von 5,0 Mio. € (18,8 Mio. €).
Das Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen (nähere Erläuterungen dazu finden sich im Anhang) belief sich im Berichtszeitraum auf –6,4 Mio. € (–4,1 Mio. €). Dadurch ergibt sich ein Konzernverlust in Höhe von 1,4 Mio. € (Konzerngewinn 14,8 Mio. €). Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie beläuft sich auf –0,01 € (0,15 €).
Q3: Deutliche Ergebnissteigerung
Durch die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen konnten wir im dritten Quartal trotz rückläufiger Gesamterlöse das Ergebnis deutlich verbessern. In den fortzuführenden Geschäftsbereichen erreichte das Ergebnis nach Steuern 5,1 Mio. € (1,4 Mio. €). Auch das Ergebnis aus den aufgegebenen Geschäftsbereichen fiel mit –0,4 Mio. € (–0,9 Mio. €) besser aus. Dadurch verbesserte sich auch das Konzernergebnis im dritten Quartal deutlich von 0,5 Mio. € auf 4,7 Mio. €.
Ergebnisentwicklung fortzuführende Geschäftsbereiche
| Alle Angaben in Mio. € | 9 Monate 2009 | 9 Monate 2008 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Gesamterlöse | 345,3 | 406,1 | –15,0 % |
| EBIT | 12,9 | 39,2 | –67,1 % |
| EBIT-Marge | 3,7 % | 9,7 % | – |
| Finanzergebnis | –1,1 | –9,0 | 87,8 % |
| EBT | 11,9 | 30,2 | –60,6 % |
| EBT-Marge | 3,4 % | 7,4 % | – |
| Ertragsteuern | –6,9 | –11,3 | –38,9 % |
| Überschuss aus fortzuführenden Geschäftsbereichen | 5,0 | 18,8 | –73,4 % |
| Netto-Marge | 1,4 % | 4,6 % | – |
Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf
Da wir Anfang des Jahres aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise keine quantitative Prognose für die Entwicklung unserer Gesamterlöse und des Ergebnisses abgegeben haben, ist nur ein qualitativer Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf möglich. Unsere zurückhaltenden Annahmen in Bezug auf die Entwicklung der Erlöse in den für MLP wichtigsten Bereichen Altersvorsorge und Vermögensmanagement sind eingetreten. Unsere Kunden waren in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres sehr zögerlich beim Abschluss von langfristigen Vorsorgeverträgen und bei den Investitionen in Vermögensmanagementkonzepte. Mit unserem Kostensenkungsprogramm (siehe Kapitel Entwicklung der Aufwendungen) liegen wir exakt im Plan.
Assets under Management auf neuem Rekordhoch
Aufgrund der positiven Kapitalmarktentwicklung und leichter Mittelzuflüsse stiegen die Assets under Management im dritten Quartal auf 12,5 Mrd. € (30.6.2009: 11,7 Mrd. €), der bislang höchste Wert in der Geschichte von MLP. Auch im Neugeschäft der Altersvorsorge zeigt sich eine Belebung. Nach 0,9 Mrd. € und 1,0 Mrd. € im ersten bzw. zweiten Quartal 2009 lag die vermittelte Beitragssumme im dritten Quartal bei 1,1 Mrd. €. Auf Neunmonatsbasis ergibt sich somit ein Neugeschäft von 3,0 Mrd. € (9M 2008: 4,2 Mrd. €), nachdem der Vorjahreszeitraum entscheidend durch die so genannte Riester-Treppe geprägt war. Mit 9 % entfiel erneut ein gestiegener Anteil des Neugeschäfts auf den Geschäftsbereich betriebliche Altersversorgung (Gesamtjahr 2008: 8 %).
24.000 Neukunden gewonnen
Das dritte Quartal war mit rund 9.200 gewonnenen Neukunden das bislang stärkste im laufenden Jahr. Insgesamt haben sich zwischen Januar und September gut 24.000 neue Kunden für MLP entschieden. Die Gesamtkundenzahl stieg damit auf 781.000. Die Beraterzahl betrug 2.360 (30.6.2009: 2.405).
