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Konzern-Zwischenbericht für die ersten
9 Monate und zum 3. Quartal 2009

Aussichten für das laufende Geschäftsjahr/Prognose

Zukünftige gesamtwirtschaftliche Situation

Der Zustand der deutschen Wirtschaft hat sich nach der Stabilisierung, die bereits im zweiten Quartal 2009 zu erkennen war, im dritten Quartal leicht verbessert. Die volkswirtschaftlichen Prognosen für Deutschland – dem für MLP relevanten Kernmarkt – wurden in den letzten Monaten geringfügig nach oben korrigiert. Die Bundesregierung geht in ihrer veröffentlichten Herbstprojektion von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von nur noch –5,0 % (bislang –6,0 %) aus. Für 2010 liegen die Erwartungen bei einem Wachstum von 1,2 %, bislang wurde ein Plus von 0,5 % erwartet.

Veränderung des erwarteten Wirtschaftswachstums in Deutschland:

Veränderung des erwarteten Wirtschaftswachstums in Deutschland (Balkengrafik)

Auch die deutschen Unternehmen erwarten eine Verbesserung der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung. Der Geschäftsklimaindex des Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (ifo) stieg bis Ende September im Vergleich zum Halbjahresende um 6 Punkte auf 95,7 an.

Geschäftserwartungen des ifo-Konjunkturtests

Geschäftserwartungen des ifo-Konjunkturtests (Balkengrafik)

Das ruhige Preisklima und einkommensstützende Maßnahmen der Konjunkturpakete werden auch weiterhin dem privaten Konsum Impulse geben. Jedoch dürfte die Beschäftigung im vierten Quartal 2009 und im nächsten Jahr stärker auf die zurückliegende Produktionsabschwächung reagieren. Experten erwarten ein Ansteigen der Arbeitslosigkeit von 8,0 % Ende September auf 8,3 % zum Jahresende 2009. Im Jahr 2010 wird die Arbeitslosenquote dann weiter auf 9,5 % anwachsen.

Damit bleibt die Unsicherheit über die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und über die Höhe der Einkommen bestehen. Kunden werden dadurch vorerst weiter verunsichert bleiben und langfristige Investitionsentscheidungen hinten anstellen. Für MLP bleiben deshalb die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin schwierig.

Zukünftige Branchensituation

Für die gesamte Finanzdienstleistungsbranche wird die Finanz- und Wirtschaftskrise für das verbleibende Jahr und bis weit in das nächste Geschäftsjahr hinein der bestimmende Faktor für die Geschäftsentwicklung sein. Nahezu alle Marktteilnehmer leiden darunter, dass Kunden, insbesondere im Bereich der Altersvorsorge und des Vermögensmanagements, langfristige Investitionsentscheidungen nur zögerlich treffen. Die Zurückhaltung in diesen für MLP wichtigen Bereichen wird auch die Geschäftsentwicklung im vierten Quartal und im kommenden Geschäftsjahr beeinflussen. Wir gehen davon aus, dass sich dies ohne eine nachhaltige wirtschaftliche Belebung nicht ändern wird.

Koalitionsvertrag enthält viele wichtige Richtungsentscheidungen

Der zwischen CDU, CSU und FDP im Oktober geschlossene Koalitionsvertrag für die neue Legislaturperiode enthält viele wichtige Richtungsentscheidungen in für MLP relevanten Politikfeldern. Positiv wirkt sich der Wegfall der Drei-Jahres-Frist für einen Wechsel in die private Krankenversicherung aus, der für das Jahr 2011 vorgesehen ist. Darüber hinaus begrüßt MLP unter anderem die Vorhaben, die Anforderungen für Finanzberater zu vereinheitlichen, die kapitalgedeckte Altersvorsorge weiter zu stärken und die gesetzliche Pflegeversicherung durch eine Kapitaldeckung zu ergänzen.

Mit unserem kunden- und qualitätsorientierten Ansatz in der Finanzberatung wird uns ein einheitlicher gesetzlicher Rahmen für die Vermittlung von Finanzdienstleistungen helfen, uns gegenüber Wettbewerbern weiter zu profilieren. Die Stärkung der privaten Altersvorsorge, die Erhöhung des Wettbewerbs und der Eigenverantwortung im Gesundheitssystem sowie die Einführung einer kapitalgedeckten Pflegeversicherung werden den Beratungsbedarf unserer Kunden erhöhen.

Voraussichtliche Geschäftsentwicklung

Für das vierte Quartal und das kommende Geschäftsjahr wird weiterhin die Finanz- und Wirtschaftskrise der bestimmende Faktor für unsere Geschäftsentwicklung sein. Die Konjunktur in Deutschland hat sich im zweiten und dritten Quartal stabilisiert. Aber weiterhin wird für das Gesamtjahr ein Rückgang des Bruttosozialproduktes von 5 % erwartet. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt wird sich voraussichtlich im vierten Quartal und in 2010 verschlechtern. Beide Faktoren verunsichern unsere Kunden und führen zu Zurückhaltung insbesondere in den Bereichen Altersvorsorge und Vermögensmanagement. Die zukünftige Entwicklung des Nachfrage- und Investitionsverhaltens der Kunden ist damit mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Wir sehen deshalb weiterhin von einer konkreten Umsatzund Ergebnisprognose für das laufende Jahr ab.

Traditionell hat das vierte Quartal, insbesondere die letzten Wochen, entscheidenden Einfluss auf das Gesamtjahresergebnis von MLP. Trotz des weiterhin schwierigen Geschäftsumfeldes verzeichnet MLP seit Oktober ein anziehendes Jahresendgeschäft. Wir rechnen derzeit mit einer weiteren Belebung in den kommenden Wochen. Gleichzeitig profitieren wir von unseren Kostensenkungen und werden unser Einsparziel erreichen. MLP wird seine Fixkosten bis Ende 2009 um 24 Mio. € auf 290 Mio. € und bis Ende 2010 auf 280 Mio. € senken. Insgesamt bleibt es das Ziel von MLP, sich besser zu entwickeln als der Markt.

Geplante Senkung der Fixkostenbasis um 34 Mio. € bis Ende 2010

Geplante Senkung der Fixkostenbasis um 34 Mio. € bis Ende 2010 (Balkengrafik)

Chancen

Im Vergleich zum Jahresanfang haben sich unsere Chancen (siehe auch Geschäftsbericht 2008) aus der Veränderung von Rahmenbedingungen in zwei Punkten geändert. Da sich eine substanzielle wirtschaftliche Belebung in Deutschland ab dem dritten Quartal 2009 nicht eingestellt hat, hat sich auch die Bereitschaft unserer Kunden, in langfristige Altersvorsorge- und Vermögensmanagementkonzepte zu investieren, nicht verbessert. Die von der neuen Regierung beschlossenen Änderungen der Rahmenbedingungen für Finanzberater und -vermittler, in der Alters- und Gesundheitsvorsorge sowie bei der Pflegeversicherung (siehe Kapitel Koalitionsvertrag enthält viele wichtige Richtungsentscheidungen) verbessern unsere Chancen bei der Vermittlung entsprechender Finanzprodukte.

Änderungen der unternehmensstrategischen, leistungswirtschaftlichen und der sonstigen Chancen haben sich nicht ergeben.